Stand: 25.04.2019 11:35 Uhr

VfL Osnabrück: Kein Spannungsabfall in Cottbus

Knapp zwölf Jahre ist es her, dass Claus-Dieter Wollitz als Trainer des damaligen Regionalligisten VfL Osnabrück davon profitierte, dass der bereits als Zweitliga-Aufsteiger feststehende FC St. Pauli seine Saison seriös zu Ende spielte. Die Kiezkicker verschoben einen Party-Trip nach Mallorca und verhalfen dem VfL mit einem 1:1 beim Osnabrücker Konkurrenten Magdeburg zum Aufstieg. Wollitz ("Hut ab vor St. Pauli") saß anschließend im "Retter"-T-Shirt im NDR Sportclub. Das Pikante an dieser Geschichte: Als aktueller Trainer des Fußball-Drittligisten Energie Cottbus muss Wollitz vor dem Duell mit seinem Ex-Club am Sonnabend (14 Uhr, live im NDR Fernsehen und im Livestream bei NDR.de) darauf hoffen, dass der VfL nach seiner rauschenden Aufstiegsfeier eben nicht mehr "volle Pulle" spielt - die Lausitzer brauchen im Abstiegskampf jeden Punkt.

Mögliche Aufstellung VfL Osnabrück

Engel-Verletzung überschattet Pokal-Aus

Der Osnabrücker Auftritt im niedersächsischen Landespokal könnte Wollitz Hoffnung machen: Im Halbfinale verlor der VfL am Mittwochabend beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel 1:2. Thioune hatte zwar gegenüber dem 2:0 gegen Aalen acht Veränderungen in der Startformation vorgenommen, es spielte dennoch keine "B-Elf". Vielmehr war die Niederlage überschattet von der schweren Verletzung von Konstantin Engel (Verdacht auf Schienbeinbruch). "Danach waren alle völlig durch den Wind", gab der VfL-Coach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu: "Die waren im Kopf alle bei Koka."

Es bleiben viele Saisonziele

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Der Pokaltitel ist also weg, es bleibt dennoch einiges, was die Lila-Weißen in dieser Saison noch erreichen können. Zunächst ist da die Drittliga-Meisterschaft: "Wir wollen die Trophäe am 18. Mai nach dem Saisonfinale gegen die SpVgg Unterhaching überreicht bekommen", erklärte Thioune. Bei elf Zählern Vorsprung reicht es schon, wenn Verfolger Karlsruhe am Sonnabend bei 1860 München verliert. Mit dem nächsten Punktgewinn würde der VfL zudem die eigene Drittliga-Bestmarke aus der Saison 2012/2013 (73 Zähler) übertreffen. Ein weiterer Meilenstein ist ebenfalls in Reichweite. Die Niedersachsen gewannen jüngst sechs Mal in Folge - der Rekord stammt aus der Saison 1968/1969, in die der VfL mit acht Siegen gestartet war.

Thioune will deshalb von einem Spannungsabfall bei seinen Profis nichts hören. "Jetzt sind die Spieler Aufstiegshelden - aber sie können noch zu Vereinslegenden werden, über die man noch in 30 Jahren spricht", so der VfL-Coach.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 27.04.2019 | 14:00 Uhr

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