Stand: 18.03.2019 06:11 Uhr

Hansa Rostock gegen Halle als Protestspiel

Beim ersten Rostocker Montagsspiel, dem 1:1 gegen Osnabrück, gab es auch schon Protestplakate.

Fußball-Drittligist Hansa Rostock sorgt für ein Novum: Erstmals beteiligt sich ein Verein an den Protesten gegen die Montagsspiele der Liga - bislang hatten lediglich die Fans ihrem Unmut gegen die zu Saisonbeginn neu geschaffene und unbeliebte Anstoßzeit Luft verschafft. Für das Gastspiel des Halleschen FC heute Abend (19 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) hatte Hansa seine Anhänger dazu aufgerufen, Protestsprüche einzusenden. Der Club wählte 15 davon aus (z.B. "Vorwärts immer, montags nimmer" oder "Wer montags gut aussieht, hatte ein scheiß Wochenende"), die nun am Montag auf den Tribünen hochgehalten werden sollen. Die Ultras auf der Südtribüne haben zudem eigene Aktionen und einen Stimmungsboykott angekündigt.

Marien beklagt Einnahmeverluste am Montag

"Ich finde das gut, weil etwas dahintersteht, das die Fans nicht einfach in Kauf nehmen wollen. 70 bis 80 Prozent unserer Mitglieder und Fans lehnen Montagspiele ab. Mit den Möglichkeiten die wir haben, wollen wir dagegen protestieren", begründete Hansas Vorstandschef Robert Marien die Aktion. Die Mecklenburger hatten bei der Abstimmung über die Einführung der Montagsspiele als einziger der 20 Drittligisten dagegen votiert. Clubchef Marien führt auch Einnahmeverluste gegen die Montagsspiele ins Rennen. So laufe der Vorverkauf für das Halle-Spiel "wirklich schlecht". Marien erwartet für das Duell Achter gegen Vierter nur etwa 10.000 Zuschauer. Zumal auch die organisierte Fanszene des HFC zum Boykott aufgerufen hat. "Normalerweise bringt Halle 1.000 Fans mit, auch diese Einnahmen fehlen uns", so Marien. Zur Erinnerung: Als Spitzenreiter Osnabrück Anfang Dezember in Rostock gastierte, waren ebenfalls lediglich 12.500 Fans im Stadion, rund 3.000 weniger als erwartet. "So ein Spiel kostet uns 40.000 bis 50.000 Euro allein an Zuschauereinahmen." Hinzu kämen die niedrigeren Erlöse bei Catering und Merchandising.

Bis auf Königs alle Mann an Bord

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Das Spiel gegen Halle ist für Hansa sportlich die wohl allerletzte Chance, doch noch oben angreifen zu können. Bei einem Sieg würde die Mannschaft von Trainer Jens Härtel auf Platz fünf klettern und hätte neun Spieltage vor Saisonende "nur" noch sechs Zähler Rückstand auf Platz drei. Davon wollte der Hansa-Coach auf der Pressekonferenz zur Partie nichts wissen: "Mit diesen Spekulationen kann ich nichts anfangen. Das Spiel wird schwer genug. Darüberhinaus zu schauen verbiete ich mir."

Auch Härtel bewertet Montagsspiele als "für alle Seiten nicht so ideal". Gleichwohl erhofft sich der Trainer "genug Support von den Fans, dass wir daraus Energie ziehen können". Stimmung hin oder her, entscheidend sei, dass die Partie gegen Halle gewonnen werde, so der Hansa-Coach, der personell aus dem Vollen schöpfen kann. Lediglich Marco Königs (Mittelfußbruch) fällt weiter aus.

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Nordmagazin | 18.03.2019 | 19:30 Uhr