Stand: 27.07.2019 15:56 Uhr

Hansa verliert Ost-Klassiker in Halle

von Ines Bellinger, NDR.de
Rostocks Tanju Öztürk (r.) im Zweikampf mit dem Hallenser Jonas Nietfeld. Einen Tag nach seinem 30. Geburtstag hatte Öztürk keinen Grund zum Feiern.

Der FC Hansa Rostock hat einen Fehlstart in die neue Saison in der Dritten Liga hingelegt. Nach dem 3:3 zum Auftakt gegen Köln verlor die Mannschaft von Trainer Jens Härtel am Sonnabend den Ost-Klassiker beim Halleschen FC durch ein spätes Gegentor mit 0:1 (0:0). Angesichts der konsequenten Defensivtaktik der Rostocker und einer schwachen spielerischen Leistung war es eine verdiente Niederlage - zumal Hansa bei zwei Aluminiumtreffern zuvor bereits das Glück zur Seite gestanden hatte. "Glückwunsch an den HFC, unter dem Strich ist das nicht unverdient", sagte Härtel nach dem Spiel. "Hinten raus müssen wir den Punkt mitnehmen. Das ist ärgerlich und bitter." Die Chance, es besser zu machen, gibt es in der nun folgenden Englischen Woche gleich im Doppelpack. Am Dienstagabend empfängt Rostock die Amateur-Mannschaft des FC Bayern München, am kommenden Sonnabend geht es nach Unterhaching.

Pyro-Pause nach 60 Sekunden

2.Spieltag, 27.07.2019 14:00 Uhr

Hallescher FC

1

Hansa Rostock

0

Tore:

  • 1:0 Jopek (88.)

Hallescher FC: Eisele - Schilk, Kastenhofer (58. Vollert), Landgraf - P. Göbel, Jopek, B.B. Bahn, Mast (57. Lindenhahn) - Nietfeld - Mai, Guttau (46. Drinkuth)
Hansa Rostock: Kolke - Ahlschwede, Straith, Riedel, Rieble - T. Öztürk, M. Pepic - Vollmann (78. Butzen), Hildebrandt (64. Bülow), Opoku (71. Königs) - Breier
Zuschauer: 9430

Weitere Daten zum Spiel

Eine in allen Bereichen andere Leistung als beim 3:3 zum Saisonauftakt gegen Viktoria Köln hatte Härtel vor der Partie gefordert. Personelle Änderungen nahm der Hansa-Coach dennoch nicht vor, bei sengender Hitze schickte er dieselbe Startelf ins Rennen wie eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Köln. Einigen Fans war es bei 30 Grad offenbar noch nicht heiß genug. Direkt mit dem Anpfiff wurde im HFC-Fanblock Pyrotechnik gezündet. Und so unterbrach Schiedsrichter Arne Aarnink aus Nordhorn schon nach 60 Sekunden die Partie, bis die Rauchschwaden abgezogen waren. Das ging zum Glück schnell, und das Spiel konnte Fahrt aufnehmen.

Öztürk und Latte verhindern Rückstand

Härtels angesichts der hochsommerlichen Temperaturen ausgegebene Defensivstrategie - viel Ballbesitz, schnelles Umschaltspiel - fand zunächst nicht statt, denn der HFC trat in der Anfangsphase so auf, wie erwartet: aggressiv in den Zweikämpfen und mutig im Spiel nach vorn. Schon nach zehn Minuten hätte Rostock 0:2 hinten liegen können, doch Tanju Öztürk blockte einen Flachschuss des völlig freistehenden Patrick Göbel von der Strafraumgrenze (6.), und Torhüter Markus Kolke lenkte einen feinen Freistoß von Jonas Nietfeld aus 22 Metern mit den Fingerspitzen an Latte (8.).

Hansa bis zur Pause harmlos

Bis zur ersten guten Möglichkeit für Hansa dauerte eine knappe Viertelstunde. Ein harmloser Freistoß von Mirnes Pepic war jedoch keine Herausforderung für den früheren Hansa-Keeper Kai Eisele im HFC-Tor (14.). Und der Kopfball des von Lotte an die Waterkant gewechselten kanadischen Innenverteidigers Adam Straith segelte meterweit am Ziel vorbei (23.). Möglicherweise vermutete der Schiedsrichter Flüssigkeitsmangel, jedenfalls verordnete Aarnink beiden Teams in der 25. Minute eine Trinkpause. Mehr Esprit, geschweige denn Tore, brachte die willkommene Erfrischung bis zur Pause aber nicht. Selbst aus einem Blackout von Eisele konnte Pascal Breier kein Kapital schlagen (44.).

Gewaltschuss bringt Entscheidung

Hansa konnte mit dem 0:0 eindeutig besser leben, und so setzten die Hallenser nach Wiederanpfiff alles auf eine Karte. Trainer Torsten Ziegner zog kurz nacheinander alle drei Wechseloptionen, und nun fand sich Hansa-Keeper Kolke häufiger, als ihm lieb war, im Zentrum des Geschehens wieder. Zunächst kaufte er bei einer Dreifachchance nacheinander HFC-Kapitän Sebastian Maier und Nietfeld den Schneid ab (53.). Beim Schuss von Toni Lindenhahn aus 16 Metern stand ihm der Pfosten zur Seite (61.). Härtels Antwort auf diese Sturm- und Drangphase sprach Bände: Er brachte den defensiv eingestellten Kai Bülow für Jonas Hildebrandt (64.) und später noch Abwehrspezialist Nils Butzen (78.). Ein Punkt schien ihm zu genügen. Doch seine Taktik hatte nicht den gewünschten Erfolg. Als sich nach der Gelb-Roten Karte gegen Niklas Landgraf, die der Hallenser für sein rüdes Einsteigen gegen Hansa-Kapitän Julian Riedel kassierte (79.), schon alle auf eine Punkteteilung eingestellt hatten, packte Björn Jopek die Brechstange aus. Mit einem Gewaltschuss aus der zweiten Reihe überwand er den machtlosen Kolke (88.).

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 27.07.2019 | 19:30 Uhr

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