Stand: 12.11.2019 11:21 Uhr

Eintracht Braunschweig im Krisenmodus

Wieder kein Sieg: Braunschweigs Benjamin Kessel (l.) und Niko Kijewski sind frustriert.

Benjamin Kessel brachte es auf den Punkt: Das 1:1 in Münster sei ein "typisches Novemberspiel" gewesen, erklärte der Eintracht-Kapitän im Interview mit dem NDR Hörfunk. Der 32-Jährige meinte damit zwar eher die Wetter- und Platzverhältnisse, die kein schönes Fußballspiel zugelassen hätten - tatsächlich aber war die Drittliga-Partie auch beispielhaft für die sportlichen Darbietungen der Niedersachsen in den vergangenen Wochen.

Braunschweig gegen Top-Teams sieglos

Die Tendenz des BTSV, der vor zwei Monaten mit sechs Siegen aus sieben Partien noch souveräner Tabellenführer war, geht in die völlig falsche Richtung. Seitdem folgte nur noch ein einziger dreifacher Punktgewinn, beim Kellerkind Großaspach. Vom Status eines Aufstiegsaspiranten sind die Braunschweiger jedenfalls weit entfernt - vor allem angesichts der Sieglos-Serie gegen die aktuellen Top-Teams der Liga Duisburg (0:3), Ingolstadt (0:3), Unterhaching (0:0) und Halle (1:1).

Kobylanski & Co. im Formtief

Erschreckend ist vor allem die Harmlosigkeit, die das Team von Trainer Christian Flüthmann derzeit an den Tag legt. 18 Tore schlugen in den ersten sieben Partien zu Buche, in den jüngsten acht Spielen waren es magere sechs Treffer.

Die Negativentwicklung lässt sich auch an Martin Kobylanski fest machen. Nach bärenstarkem Beginn (fünf Tore und drei Vorlagen) ist der Offensivmann in ein Leistungsloch gefallen. Zwischenzeitlich war der 25-Jährige sogar aus dem Kader geflogen. An alter Wirkungsstätte in Münster blieb Kobylanski erneut blass.

Nick Proschwitz - wie Kobylanski im Sommer mit viel Vorschusslorbeeren verpflichtet - saß 90 Minuten auf der Bank. Der Stürmer hatte sich mit lediglich einem Treffer aus seinen jüngsten acht Einsätzen nicht gerade aufgedrängt. Marcel Bär wurde erst eingewechselt, als sich Braunschweig nur noch auf die Defensivarbeit konzentrierte. Leandro Putaro, erstmals seit dem ersten Spieltag in der Startelf, konnte seine Chance nicht nutzen.

Zwei Heimspiele nach der Länderspielpause

Nach dem 0:3 gegen Ingolstadt hatte BTSV-Coach Flüthmann ("so etwas darf nicht noch einmal passieren") eine "klare Reaktion" gefordert - die blieb allerdings aus. Kessel zeigte sich ratlos: "Vom Engagement und dem Willen her kann uns keiner einen Vorwurf machen. Aber wir müssen besser Fußball spielen. Daran werden wir weiter arbeiten." Die Länderspielpause "kommt uns vielleicht entgegen", erklärte der 32-Jährige, der auch auf die Rückkehr von Routinier Bernd Nehrig (hat seinen Muskelfaserriss auskuriert) setzt.

Es bleiben nun zwei Wochen, um die Eintracht wieder auf Kurs zu bringen. Die nächsten Kontrahenten erscheinen zumindest auf dem Papier als passende Aufbaugegner. Am 23. November (live im NDR Fernsehen) geht es gegen den Tabellen-17. Chemnitzer FC, anschließend gegen den FSV Zwickau (14.). Dass beide Duelle im heimischen Eintracht-Stadion stattfinden, muss nicht unbedingt ein Vorteil sein. An der Hamburger Straße gewann der BTSV zuletzt am 24. August (5:2 gegen Würzburg).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 11.11.2019 | 23:03 Uhr