Stand: 26.01.2019 17:50 Uhr

Dortmund verschärft Hannovers und Breitenreiters Krise

von Matthias Heidrich, NDR.de
Hannover 96 musste in Dortmund ein 1:5 hinnehmen.

Hannover 96 hat die zum Endspiel für Trainer André Breitenreiter ausgerufene Auswärtspartie bei Borussia Dortmund verloren. Die abstiegsbedrohten Niedersachsen kassierten am Sonnabend eine 1:5 (0:1)-Pleite beim Bundesliga-Spitzenreiter und rangieren nach der zwölften Saisonniederlage weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz. Zeigten die Niedersachsen in der ersten Hälfte noch eine ordentliche Leistung, brach die Breitenreiter-Elf nach Wiederanpfiff völlig auseinander. Es wäre überraschend, wenn der bereits vor dem Spiel von der Vereinsführung angezählte Coach auch am kommenden Freitag im Heimspiel gegen Leipzig als Trainer auf der 96-Bank sitzen würde.

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Breitenreiter: "Der Verein wird entscheiden"

"Ich habe 60 Minuten eine Mannschaft gesehen, die alles perfekt umgesetzt hat", lobte Breitenreiter seine Elf im NDR Interview. Auf die Frage nach seiner Zukunft wollte der 45-Jährige nicht direkt eingehen. "Da bin ich der falsche Ansprechpartner, das wird der Verein entscheiden", sagte der Coach, gab allerdings zu: "Wir haben elf Punkte nach 19 Spielen. Das ist deutlich zu wenig, dafür trage ich die Verantwortung."

Wood muss auf die Tribüne

Breitenreiter warf für das Spiel beim Spitzenreiter die Rotationsmaschine an und setzte Zeichen. Mit Iver Fossum und Marvin Bakalorz durfte eine komplett neue "Doppel-Sechs" ran. Für Walace und überraschend auch Pirmin Schwegler blieb zunächst nur die Bank. Vorne durfte Noah Joel Sarenren Bazee ran, Bobby Wood landete sogar auf der Tribüne.

Ordentliche erste Hälfte von 96

19.Spieltag, 26.01.2019 15:30 Uhr

Bor. Dortmund

5

Hannover 96

1

Tore:

  • 1:0 Hakimi (24.)
  • 2:0 Reus (60.)
  • 3:0 M. Götze (62.)
  • 4:0 Guerreiro (67.)
  • 4:1 Bakalorz (86.)
  • 5:1 Witsel (90.)

Bor. Dortmund: Bürki - Piszczek (70. Schmelzer), Weigl, Diallo, Hakimi - Witsel, Delaney (79. Dahoud) - Sancho, Reus, Guerreiro - M. Götze (66. Alcácer)
Hannover 96: M. Esser - Akpoguma, Anton, Wimmer - Albornoz, Fossum, Bakalorz, Ostrzolek - N. Müller (75. Dierßen) - Sarenren-Bazee (43. Asano), Weydandt (84. Hadzic)
Zuschauer: 81365 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Hannover begann forsch und hätte in der zweiten Minute in Führung gehen können. Bei einem Kopfball von Henrik Weydandt musste sich BVB-Keeper Roman Bürki mächtig strecken. Die anschließende Ecke fand Waldemar Anton völlig frei am zweiten Pfosten, doch die Direktabnahme des 96-Kapitäns landete ziemlich weit oben auf der Südtribüne. Eine Doppelchance zum Auftakt, das ließ hoffen für die Hannoveraner. Doch Dortmund war wenig beeindruckt, spielte in der Folgezeit seine individuelle Klasse aus. Zunächst vergab Marco Reus zwei Topchancen (20., 22.), doch nach 24 Minute zappelte der Ball im 96-Tor. Achraf Hakimi schloss eine tolle Kombination mit einem satten Schuss ins lange Ecke ab - 1:0 für den Tabellenführer. Eine Glanzparade von Hannovers Schlussmann Michael Esser bei einer Direktabnahme von Raphael Guerreiro verhinderte das zweite BVB-Tor (40.). Bitter für die Niedersachsen, dass Sarenren Bazee kurze Zeit später verletzt vom Feld musste (44.).

Die Pausenführung für die Borussia ging in Ordnung, doch die Hannoveraner waren keineswegs chancenlos. Manager Horst Heldt bekam wie gefordert eine Mannschaft zu sehen, die sich wehrte. Allein, das reicht gegen diese Dortmunder nicht.

Auf einmal brechen alle 96-Dämme

Das wurde nach der Pause deutlich. Auf einmal brachen alle 96-Dämme. Zunächst besorgte Reus mit seinem feinen rechten Füßchen das 2:0 (60.), nach einem katastrophalen Ballverlust von Miiko Albornoz. Mario Götze traf lediglich drei Minuten später zum 3:0 für die Borussia. Guerreiro erhöhte auf 4:0 (67.). Drei Gegentreffer innerhalb von sieben Minuten - war die Frage um Breitenreiters Zukunft nach den ersten 45 Minuten noch mit einem klaren "Jein" zu beantworten, lagen die Karten nach diesem Dortmunder Zwischenspurt und der Hannoveraner Hilflosigkeit klar auf dem Tisch. Immerhin: Die Niedersachsen kamen durch Bakalorz (86.) noch zum Ehrentreffer. Dass Axel Witsel in der 90. Minute postwendend den Vier-Tore-Abstand wiederherstellte, passte allerdings ins Bild.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 26.01.2019 | 15:00 Uhr