Stand: 27.09.2018 17:00 Uhr

Schatten über EM-Bewerbung - aber ein gutes Ende

And the winner is: Germany! Zum zweiten Mal in diesem immer noch jungen Jahrhundert wird Deutschland ein großes internationales Fußballturnier austragen. Nach der WM 2006 - die man trotz der Ermittlungen um Korruption bei der Vergabe durch die FIFA noch immer als Sommermärchen tituliert, wird es im Jahr 2024 nun die Europameisterschaft sein. Sportlich fast gleichwertig, wenn man sich daran erinnert, dass bei der WM in diesem Sommer in Russland nur europäische Mannschaften das Halbfinale erreichten.

Ein Kommentar von Marcus Tepper, Westdeutscher Rundfunk

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Marcus Tepper: "Es gibt viel zu tun, organisatorisch und sportlich."

Ein gutes Ende. Genau das: ein gutes Ende hat die UEFA Exekutive am Donnerstag dem deutschen Fußball beschert, mit ihrer Entscheidung, die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland auszutragen. Denn über der deutschen EM-Bewerbung lagen gleich drei Schatten: Da wäre zuerst das frühe WM-Aus im Sommer. Kaum davon zu trennen die Debatte um Mesut Özil. Und schließlich die noch immer offenen Fragen um das möglicherweise gekaufte Sommermärchen 2006.

Menschenrechte und Wirtschaftlage der Türkei ein Faktor?

Das alles scheint die Wahlfrauen und Wahlmänner in der UEFA-Exekutive nicht groß beeindruckt zu haben. Sie gaben der deutschen Bewerbung mit 12:4 Stimmen den Vorzug, die sich solide, vernünftig und zuverlässig präsentierte. Organisieren können die Deutschen. Die Türken allerdings auch, so dass man jetzt munter darüber spekulieren kann, inwieweit die Frage der Menschenrechte und die Wirtschaftslage in der Türkei bei der Wahl eine Rolle spielten.

Der sichere Weg

Die UEFA wählte mit Deutschland den sicheren Weg: Betriebsfertige Stadien, eine grundsätzlich funktionierende Infrastruktur, begeisterungsfähige Fans und vor allem sichere Einnahmen, denn auch darum geht es der UEFA. Aber auch den EM-Gastgebern: Geschätzt zwei Milliarden Euro an Zusatzeinnahmen brachte das Sommermärchen 2006 dem deutschen Einzelhandel. In sechs Jahren soll es mindestens ebenso viel sein.

Es gibt viel zu tun, organisatorisch und sportlich

Und die Fans? Auch sie träumen von einer Neuauflage des Sommermärchens im Jahr 2024 mit tollem Fußball und friedlich-freudiger Stimmung. Bis dahin gibt es viel zu tun für den deutschen Fußball und vor allem sein Führungspersonal um den nicht immer glücklich agierenden DFB-Präsidenten Reinhard Grindel: Denn neben der Organisation des EM-Turniers steht gleichzeitig auch der sportliche Neuaufbau an - damit es auch 2024 ein gutes Ende gibt.

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Deutschland richtet Fußball-EM 2024 aus

Deutschland hat sich mit seiner Bewerbung für die EM 2024 gegen die Türkei durchgesetzt. Einziger Spielort im Norden wird Hamburg sein. Mehr bei sportschau.de. extern

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NDR Info | Kommentar | 27.09.2018 | 17:08 Uhr

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