Stand: 11.03.2019 08:21 Uhr

Derby: Kaum Zwischenfälle, aber "hohe Aggressivität"

Rund um das Zweitliga-Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV, das der HSV klar mit 4:0 gewann, ist es nach Angaben der Polizei Hamburg weitgehend ruhig geblieben - auch in der Nacht zum Montag. Laut der Ordnungshüter gab es nach Spielende einzelne körperliche Auseinandersetzungen. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Böller leicht verletzt, zwei Personen wurden im Bereich St. Pauli in Gewahrsam und vier Personen vorläufig festgenommen. "Das Konzept der Fantrennung mit der Grenze Reeperbahn ist voll aufgegangen. Allerdings war der hohe Kräfteansatz aufgrund der hohen Aggressivität in beiden Problemfangruppen auch erforderlich", bilanzierte Polizeisprecher Timo Zill.

Pyro-Probleme im Stadion

Das Spiel selbst hatte in der 82. Minute wegen wiederholten massiven Abbrennens von Pyrotechnik im mit 29.226 Zuschauern ausverkauften Millerntorstadion kurz vor dem Abbruch gestanden, Schiedsrichter Felix Brych (München) ließ aber nach einer kurzen Unterbrechung weiterspielen.

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HSV-Fanmarsch verläuft weitgehend friedlich

Bereits im Vorfeld der Begegnung war das Konzept der Polizei aufgegangen, die vor wie nach dem Abpfiff auf massive Fantrennung setzte. Insgesamt waren am Sonntag rund 1.530 Beamte im Einsatz. Am Vormittag hatte der "Derbymarsch" von rund 2.500 HSV-Fans das Millerntorstadion ohne größere Zwischenfälle erreicht. Die Polizei war wie angekündigt mit vielen Einsatzkräften am Ort und begleitete den angemeldeten Fanzug, der um kurz nach 10 Uhr von der Moorweide am Bahnhof Dammtor gestartet war.

Einige Teilnehmer des Marsches hatten nach Angaben der Polizei immer wieder Pyrotechnik gezündet. In Höhe der Feldstraße stoppten die Beamten den Marsch mit einem Wasserwerfer und Polizeiketten für rund sieben Minuten. Die Gruppe drohte auf 700 St.-Pauli-Anhänger zu treffen, wie die Polizei mitteilte. Die Fußballfans sollen sich gegenseitig provoziert haben. Eine Polizistin sei von einer Flasche getroffen worden, blieb jedoch unverletzt. Auch der HSV-Bus war beim Eintreffen am Stadion Ziel von Attacken. "Es wurde eine halbvolle Glasflasche auf unseren Bus geworfen", beschwerte sich Trainer Hannes Wolf.

Gefälschte Eintrittskarten im Umlauf

Eine Stunde vor dem Anpfiff versuchten einige HSV-Fans, die Kontrollstelle am Gäste-Eingang zu überlaufen. Die Beamten hielten sie mit Pfefferspray und Schlagstöcken zurück. Der Einlass im Gästebereich verzögerte sich auch, weil die Polizei gefälschte Eintrittskarten im dreistelligen Bereich feststellte, die angeblich auf dem Fanmarsch verkauft worden sein sollen. 157 Personen wurden überprüft. Sie durften danach wieder gehen, erhielten aber keinen Zutritt zum Stadion. Am Einlass der Heimzuschauer sei es einer Gruppe von 200 bis 300 sogenannten Problemfans gelungen, unkontrolliert hineinzugelangen, so die Polizei.

Keine Ausschreitungen am Vorabend

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Schon an den beiden Abenden vor dem Derby hatten die Einsatzkräfte Präsenz gezeigt. Nach Polizeiangaben hatten sich am Freitagabend auf der Budapester Straße etwa 200 mit roten Tüchern vermummte Menschen versammelt, die der St.-Pauli-Fanszene zuzuordnen sein sollen. Gleichzeitig hatten sich im Stadtteil Eimsbüttel rund 300 Anhänger des HSV getroffen, die vereinzelt Pyrotechnik abbrannten. Beide Gruppen hatten offenbar die Absicht, sich aufeinander zuzubewegen. Das verhinderten die Polizisten genauso wie ein mögliches Zusammentreffen von jeweils rund 300 Club-Anhängern am Samstagabend.

Die HSV-Fans hatten zum "Vorglühen" am Hans-Albers-Platz aufgerufen. Gegen 23 Uhr trafen sich dann St.-Pauli-Fans am Millerntorplatz. Einige der Anhänger sollen sich vermummt und Pyrotechnik abgebrannt haben. Insgesamt blieb es nach Polizeiangaben aber weitestgehend ruhig.

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Sportclub | 10.03.2019 | 22:50 Uhr

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