Fans des VfL Osnabrück halten im Stadion Fanschals in die Höhe. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Der Fußball rollt wieder - und die Fans dürfen dabei sein

Stand: 22.07.2021 17:30 Uhr

Ab Freitag rollt in der Zweiten und Dritten Liga wieder der Ball. Nach den Geisterspielen der Vorsaison sind nun die Stadien zumindest teilweise wieder gefüllt. Mehr als 100.000 Zuschauer werden trotz steigender Corona-Inzidenzen insgesamt erwartet.

Beim Zweitliga-Eröffnungsspiel zwischen Schalke 04 und dem Hamburger SV am Freitagabend (20.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) sind knapp 20.000 Fans zugelassen - etwa ein Drittel des Fassungsvermögens in der Gelsenkirchener Arena. Die Tickets wurden unter den Dauerkarten-Inhabern ausgelost. Ins Stadion dürfen nur geimpfte, getestete oder genesene Personen. Ein Ticketkontingent für HSV-Anhänger gibt es nicht.

Osnabrück-Spiel gegen Duisburg fällt aus

Das Comeback der Gästefans wäre für Freitagabend in der Dritten Liga geplant gewesen. Bei der Partie zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg (19 Uhr) hätten 5.000 Fans an der Bremer Brücke dabei sein dürfen, darunter bis zu 400 aus Duisburg. Doch wegen mehrerer Coronafälle beim MSV Duisburg wurde die Partie abgesagt.

250 Anhänger von Eintracht Braunschweig dürfen am Sonnabend den BTSV in Kaiserslautern auf dem Betzenberg anfeuern. Beim Gastspiel des SV Meppen in Halle sind 350 Fans der Emsländer erlaubt.

Hansa Rostock lässt 1.000 KSC-Anhänger ins Ostseestadion

Flächendeckend sind Gästefans in der Zweiten Liga (und auch in der Bundesliga) erst ab dem dritten Spieltag wieder zugelassen. Ab dann bekommt die Gastmannschaft zunächst fünf Prozent der Tickets. Beim jeweils ersten Heimspiel steht dies den Vereinen offen. Die Clubs sollen zunächst "Erfahrungswerte bei der Rückkehr von Fans in die Stadien" sammeln können, hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Ausnahmen gibt es trotzdem: So kündigte Hansa Rostock an, bereits zum Auftakt gegen den Karlsruher SC am Sonnabend den Badenern 1.000 Tickets zur Verfügung zu stellen - mehr als die jedem Gastverein zustehende Mindestanzahl. Insgesamt plant Hansa mit 14.500 Zuschauern im Ostseestadion.

Erlaubte Zuschauer am Wochenende

Zweite Liga:

  • Schalke 04 - HSV 19.770 (Stadionkapazität: 62.271)
  • Hansa Rostock - Karlsruher SC 14.500 (29.000)
  • Werder Bremen - Hannover 96 14.000 (42.100)
  • FC St. Pauli - Holstein Kiel 8.900 (29.546)

Dritte Liga:
  • VfL Osnabrück - MSV Duisburg 5.000 (15.000)
  • TSV Havelse - 1. FC Saarbrücken 15.000 (49.200)
  • Hallescher FC - SV Meppen 7.500 (15.000)
  • 1. FC Kaiserslautern - Eintracht Braunschweig 15.000 (50.000)

Profifußball macht Druck auf die Politik

Angesichts der stetig nach oben gehenden Corona-Fallzahlen befürchtet der deutsche Profifußball allerdings das baldige Aus für die geplante Zuschauer-Rückkehr im großen Stil und macht Druck auf die Politik. Peter Peters, DFL-Aufsichtsratsvorsitzender und Co-Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), verlangt eine Orientierung an anderen Ländern.

"In Deutschland wird gemeckert, wie in England, Holland oder Dänemark mit der Pandemie umgegangen wird", sagte Peters der "Sport Bild". Die Bundesliga-Vereine hätten aber "mit Blick auf die Impfsituation und andere Schutzmaßnahmen das Gefühl, dass dort kluge Entscheidungen getroffen werden. Unsere Clubs gehen mit der Pandemie viel verantwortungsbewusster um, als von manchem Politiker dargestellt wird."

Zuschauer-Regelung an lokale Inzidenz gekoppelt

In England, Frankreich, Österreich, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz soll die Stadionauslastung zu Saisonbeginn wieder bei 100 Prozent liegen. In Spanien hofft die Liga auf 70 Prozent. In Deutschland ist nach dem jüngsten Beschluss der Bundesländer eine Auslastung von 50 Prozent bei einer maximalen Zuschauerzahl von 25.000 erlaubt. Allerdings ist die bis zum 11. September geltende Regelung an die lokale Inzidenz gekoppelt. Falls diese am Austragungsort über 35 liegt und "das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar" ist, sind maximal 5.000 Fans erlaubt. Am Mittwoch lag die bundesweite Inzidenz bei 11,4, in Berlin allerdings bei 21,8.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 21.07.2021 | 23:03 Uhr

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