Stand: 04.02.2020 09:00 Uhr

Werder: Mit Mut gegen Dortmund und die Krise

Im vergangenen Februar warf Werder Bremen Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal.

Die bedrohliche Situation in der Fußball-Bundesliga für einen Abend vergessen? Die Krise für 90 Minuten beiseite schieben und das Heimspiel im DFB-Pokal-Achtelfinale heute Abend (20.45 Uhr, live bei NDR.de) gegen Borussia Dortmund genießen, ist das für Werder Bremen zurzeit möglich? Trainer Florian Kohfeldt fordert genau das. "Es ist ein Spiel ohne Langzeitwirkung. Keiner muss die Bundesligatabelle im Kopf haben", sagte der Coach am Montag. "Wenn dich so ein Spiel nicht kitzelt, was denn dann?"

"Das einfachste Spiel der nächsten Wochen"

"Du hast in solchen K.o.-Spielen eine andere Anspannung. Das ist bei jedem so. Du fährst in einem anderen Zustand ins Stadion, und das setzt etwas frei", so Kohfeldt. Anderer Wettbewerb, neues Glück? Für Werder, das in der Liga auf dem Relegationsrang verharrt, fühlt es sich auf jeden Fall so an. "Das ist wahrscheinlich das einfachste Spiel für uns in den nächsten Wochen", sagte Kohfeldt. "Wir haben wenig zu verlieren. Ganz Deutschland erwartet einen souveränen Sieg der Dortmunder."

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Wie ist Haaland zu stoppen?

Denn während die Bremer zuletzt auf Eigentore der Gegner angewiesen waren, um Zählbares einzufahren, läuft es beim BVB aktuell wie von selbst. 5:3 in Augsburg, 5:1 gegen Köln und 5:0 gegen Union Berlin sind die angsteinflößenden Ergebnisse nach der Winterpause für das Team von Trainer Lucien Favre. Von den 15 Toren erzielte allein der neue Stürmer Erling Haaland sieben. Die gesamte Werder-Mannschaft benötigte für die gleiche Trefferzahl zuletzt neun Begegnungen.

Kohfeldt: "Dortmund wird die volle Kapelle auffahren"

"Dortmund hat unglaublich viele Möglichkeiten in der Offensive. Um Haaland auszuschalten, ist es eher wichtig, bereits das Zuspiel zu ihm zu unterbinden", so Kohfeldt. Mit einem BVB im Schongang rechnet der 37-Jährige nicht: "Auch Dortmund wird die volle Kapelle auffahren. Wir werden auf dem Platz leiden müssen, dennoch müssen wir probieren, mutig zu spielen."

Baumann kann Außenseiterrolle Gutes abgewinnen

Alles andere als ein Ausscheiden Werders gegen den Bundesligadritten wäre in der aktuellen Situation eine Überraschung. Frank Baumann kann der Außenseiterrolle aber Gutes abgewinnen. "Es ist auch mal etwas Positives, wenn niemand etwas von dir erwartet", sagte der Sportchef. "Wir haben häufig und insbesondere letzte Saison gute Erfahrungen in diesem Wettbewerb gemacht."

Erinnerungen an den Viertelfinalsieg in Dortmund

Vor allem gegen Dortmund. Im vergangenen Februar feierten die Bremer im Achtelfinale einen 7:5-Sieg nach Elfmeterschießen bei der Borussia. In einem spektakulären Spiel kam Werder in der Verlängerung zweimal zurück. Viel Torgefahr strahlte damals das offensiv ausgerichtete Werder aus. Mittlerweile geht der Kohfeldt-Elf dieses Attribut vollkommen ab. In der Verlängerung in Dortmund trafen Claudio Pizarro, aktuell kaum eine Hilfe, und Martin Harnik, der mittlerweile beim HSV spielt. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte damals übrigens Max Kruse für die Bremer. Der spielt nun in der Türkei und wird bei Werder an allen Ecken und Enden vermisst.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 04.02.2020 | 23:03 Uhr