Stand: 26.03.2020 16:28 Uhr

Corona-Pause: Das machen die Fußball-Nordclubs

Auch beim VfL Wolfsburg ist in diesen Tagen Improvisation gefragt.

Die Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus hat den Spielbetrieb in den drei Fußball-Profiligen lahmgelegt. Frühestens Ende April soll es nach derzeitigem Stand weitergehen. Wie gehen die Nordclubs im Trainingsbetrieb damit um? Ein Überblick.

VfL Wolfsburg: Kleingruppen und strenge Hygienemaßnahmen

Bundesligist VfL Wolfsburg trainiert seit Wochenbeginn in Kleingruppen - unter strengen Hygienemaßnahmen und in Absprache mit den Behörden. Für die Spieler stehen vier Kabinen (statt einer) bereit und nach jeder Nutzung werden die Duschen gründlich desinfiziert. "Unabhängig von der verlängerten Aussetzung des Spielbetriebs wird unsere Mannschaft in dieser Woche wie gehabt weiter trainieren", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Wie es in der kommenden Woche weitergeht, steht noch nicht fest.

Werder Bremen: Einheiten im Stadion geplant

Die Bremer haben ihre Trainingsplanung nach den neuesten Entwicklungen angepasst.

"Wir werden die individuellen Pläne der Spieler vorerst bis Anfang April erweitern", teilte Trainer Florian Kohfeldt mit. "Wir müssen sie darauf vorbereiten, dass wir aufgrund des zu erwartenden Wettkampfrhythmus eine bislang nicht dagewesene Belastung haben werden, wenn die Saison im Mai fortgesetzt werden sollte." Man werde jetzt mit "Doppeleinheiten im Laufprogramm" der Profis beginnen, sagte Kohfeldt. "Es ist keine Phase der Regeneration, sondern des Aufbaus, denn die Spielbelastung wird enorm werden." In den kommenden Wochen sind neben dem Individualtraining zudem vereinzelt auch Einheiten in Kleinstgruppen im Stadion geplant. Um die notwendigen Abstände einzuhalten, sollen die Spieler dann mehrere Umkleidekabinen im Weserstadion nutzen. Kapitän Niklas Moisander gibt sich kämpferisch: "Wir trainieren hart. Wir sind bereit, wenn das nächste Spiel stattfindet."

HSV/FC St. Pauli: Hamburger Clubs verständigen sich

Die beiden Hamburger Zweitligisten HSV und FC St. Pauli lassen ihre Profis vorerst weiter zu Hause trainieren. Wie die Clubs am Mittwoch gemeinsam mit dem Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers mitteilten, habe man sich "trotz der positiven Signale seitens der Stadt Hamburg" darauf verständigt, zunächst auf ein jeweiliges Mannschaftstraining zu verzichten. Die Hamburger hoffen aber darauf, "dass diese Ausnahmen auf Sicht schrittweise erteilt werden können, da die aktuellen Beschränkungen für Berufssportler und die damit verbundenen Mitarbeiter kein dauerhafter Zustand sein können".  

Holstein Kiel: Bereit sein für den Ernstfall

Weil Kiels Verteidiger Stefan Thesker positiv auf das Coronavirus getestet wurde, befinden sich die Spieler sowie der Trainerstab bis zum kommenden Sonnabend in Quarantäne. Von den Athletiktrainern haben die Profis Pläne, Übungen und Geräte wie Spinning-Fahrräder erhalten, mit denen sie zu Hause arbeiten sollen. Ungeachtet der Ungewissheit, ob und wann die Saison fortgesetzt wird, bereitet sich Trainer Ole Werner im Homeoffice auf die kommenden Gegner vor. "Irgendwann könnte es schließlich Schlag auf Schlag gehen mit Spielen im Drei-Tages-Rhythmus. Dann bleibt keine Zeit für eine gründliche Vorbereitung", sagte er.

Hannover 96: Endlich raus an die frische Luft

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Corona: Hannovers Hübers wieder gesund

Zwei Wochen nach seinem positiven Corona-Befund gilt Timo Hübers offiziell wieder als gesund. Der Innenverteidiger von Hannover 96 hat die häusliche Quarantäne verlassen. mehr

Für eine der schönsten Nachrichten der Woche sorgte Timo Hübers, der sich nach seiner Covid-19-Erkrankung am Mittwoch gesund zu Wort meldete. Der Verteidiger konnte seine erste Joggingrunde in der "Freiheit" kaum erwarten: "Alles natürlich im Rahmen der allgemein geltenden Kontaktbeschränkungen, aber trotzdem ist es toll, endlich wieder aus der Wohnung zu dürfen", so der 23-Jährige. Einen Tag später durften auch seine Teamkollegen die eigenen vier Wände verlassen. Sie hatten sich erst einen Tag später in häusliche Quarantäne begeben müssen, nachdem auch Jannes Horn erkrankt war. Der Linksverteidiger muss sich wiederum noch etwas geduelnden. Seine Isolation dauert an, bis er doppelt negativ auf das Coronavirus getestet wird.

VfL Osnabrück: Neue Wege bei Lila-Weiß

Nachdem das Training zunächst in Kleingruppen fortgeführt wurde, haben die Osnabrücker erneut Anpassungen vorgenommen. Seit Mittwoch (und bis zum 5. April) trainieren die Lila-Weißen auf zwei Ebenen: Zum einen haben die Profis individuelle Pläne erhalten, die sie alleine abarbeiten. Zum anderen absolvieren die Osnabrücker gemeinsam virtuelle Einheiten über ein Videostreaming, wobei laut Vereinsangaben ein "gewisser Wettbewerbscharakter berücksichtigt wird". Dabei handelt es sich um Übungen in den Bereichen Athletik, Kraft und Ausdauer.

SV Meppen/Hansa Rostock/Eintracht Braunschweig: Kurzarbeit in der 3. Liga

Alle drei norddeutschen Drittligisten haben auf Kurzarbeit umgestellt, der offizielle Trainingsbetrieb ruht. Hansa-Boss Robert Marien sprach vom "Corona-Schlaf", in den man die Mannschaften geschickt habe. "Die Einschränkungen sind quasi bei hundert Prozent", sagte Meppens Trainer Christian Neidhart. Selbst Pläne für das private Training hat der Coach seinen Spielern wegen der geltenden Bestimmungen für Kurzarbeit nicht mitgegeben. "Aber ich gehe davon aus, dass jeder Profi genug ist und weiß, was er in den nächsten zwei, drei oder auch vier Wochen mit seinem Körper am besten anstellen sollte", so SVM-Geschäftsführer Ronald Maul im NDR Sportclub. Die Meppener bleiben zunächst bis Ende April in Kurzarbeit, in Braunschweig sollen die Profis bereits wieder am 19. April ins Teamtraining einsteigen. Noch früher planen die Rostocker ihren Wiederbeginn: "Ich würde mit der Mannschaft gerne am 8. April weiterarbeiten", sagte Coach Jens Härtel. Bei Facebook ergänzte der FC Hansa: "Selbstverständlich ist dies aber stets abhängig von den weiteren Entwicklungen und kann sich jederzeit noch ändern..."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.03.2020 | 23:03 Uhr

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