St.-Pauli-Profis laufen ins leere Millerntorstadion ein. © Witters

Corona-Krise: Wieder Geisterspiele im Fußball? Pro und Contra

Stand: 29.11.2021 16:21 Uhr

Die besorgniserregende Corona-Lage hat die Debatte um die flächendeckende Rückkehr der Geisterspiele im Profi-Fußball neu entfacht. Zwei Meinungen von Martin Seidemann und Claudia Hoogestraat vom NDR Hörfunk.

Die Infektionszahlen steigen stetig, aus Südafrika ist eine neue Coronavirus-Variante nach Europa geschwappt, aber zuletzt waren viele Bundesliga-Stadien noch bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch damit könnte bereits am kommenden Wochenende Schluss sein. Am Dienstag gibt es in Berlin eine Bund-Länder-Runde, in der über die Verschärfung von Corona-Maßnahmen entschieden werden soll.

Davon könnte auch der Profi-Sport betroffen sein. Möglich ist, dass es eine Rückkehr der Geisterspiele gibt. Wäre dies eine richtige Entscheidung? Ein Pro und Contra:

Pro Geisterspiele: Claudia Hoogestraat

Auch bei mir ist angekommen, dass die Wahrscheinlichkeit, sich draußen mit Corona anzustecken, deutlich geringer ist. Aber: 50.000 Fans werden ja auch nicht ins Stadion gebeamt. Sie haben einen Anfahrtsweg, kommen mehrheitlich mit Bus und Bahn. DAS ist der Ort, an dem Ansteckung stattfindet.

Claudia Hoogestraat © NDR Foto: Christian Spielmann
Spricht sich für Geisterspiele aus: Claudia Hoogestraat.

Außerdem: In Bayern und Sachsen werden schwerkranke Menschen ausgeflogen, weil die Intensivstationen völlig überlastet sind, das Wort "Triage" macht die Runde, Politiker schließen einen Lockdown längst nicht mehr aus. Schränken Sie die Kontakte ein - so schnell wie möglich, so radikal wie möglich, heißt es.

Und dann? Sehen wir 50.000 Fans im Stadion, dicht an dicht, ohne Maske, singend und feiernd. Entschuldigung, aber das ist einfach das falsche Signal.

Contra Geisterspiele: Martin Seidemann

50.000 Zuschauer im Kölner Stadion. Ich verstehe jeden, der das sieht und Beklemmungen bekommt. Oder einfach sehr wütend wird. Die Lösung ist aber nicht, die Arenen komplett dichtzumachen. Wir kennen das Virus mittlerweile besser und haben Instrumente, die funktionieren:

Martin Seidemann © NDR Foto: Christian Spielmann
Ist gegen Geisterspiele: Martin Seidemann.

Abstand halten, das geht auch in teilweise besetzten Stadien. Mund-Nasen-Schutz - geht auch. Und: 2G, oder sogar 2G-Plus. Nur geimpfte und genesene Personen mit einem negativen Test dürfen rein. Und das bitte auch auf dem Platz.

Deutlich problematischer als der Stadionbesuch an der frischen Luft dürfte übrigens der Weg dorthin sein - in überfüllten Bahnen und Bussen. Auch dort braucht es klare Regeln und einen, der die Einhaltung kontrolliert.

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Sollten im Profi-Fußball flächendeckend Geisterspiele angeordnet werden?

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Zuschauer in einem Fußballstadion, die Mund-Nasen-Bedeckungen tragen. © dpa picture alliance/Pool Photo via AP Foto: Facundo Arrizabalaga

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 30.11.2021 | 10:25 Uhr

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