Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg bejubeln ein Tor in Subotica. © imago images / Eibner

Champions League: VfL-Frauen können fürs Achtelfinale planen

Stand: 09.12.2020 17:38 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind mit einem 5:0 beim serbischen Rekordmeister Spartak Subotica in die Champions-League-Saison gestartet. Der Einzug ins Achtelfinale sollte für den Vorjahresfinalisten Formsache sein.

von Ines Bellinger

"Das war ein guter Auftakt. Wir haben diese Aufgabe souverän gelöst", lobte Trainer Stephan Lerch seine Spielerinnen nach der Pflichtaufgabe. Die Reise per Flugzeug nach Belgrad und 175 Kilometer im Bus nordwärts an die ungarische Grenze hatten auch Almuth Schult und Sara Doorsoun mit angetreten. Die Nationaltorhüterin stand erstmals seit der Geburt ihrer Zwillinge wieder im Kader. Abwehrspielerin Doorsoun hatte zuletzt an einer Knieverletzung laboriert.

Jakabfi und Oberdorf legen vor

Für Schult war es nicht der erste Ausflug in die fünftgrößte serbische Stadt. Die 29-Jährige war schon 2015 dabei, als sich der VfL beim 0:0 im Hinspiel schwertat und erst beim 4:0 im Rückspiel alles klarmachte. Dieses Mal hielt sich das Team von Lerch - vor fünf Jahren noch Co-Trainer - nicht lange bei der Vorrede auf. Zsanett Jakabfi (3.) und Lena Oberdorf (8.) mit ihrem ersten Champions-League-Treffer legten, wie von Lerch verlangt, am Mittwochnachmittag eine gute Basis.

Spartak Subotica - VfL Wolfsburg 0:5 (0:3)

Subotica: Kostic - Golubovic, Slovic, Vajda, Frajtovic - Baka, Milivojevic (72. Stupar), Pavlovic, Matic - Filipovic, Farrell
Wolfsburg: Kiedrzynek - Hendrich, Goeßling (46. Doorsoun), Janssen, Rauch - Huth (73. Rolfö), Oberdorf, Engen (46. Cordes), Dickenmann (46. Blässe) - Jakabfi, Saevik (64. Wolter)
Tore: 0:1 Jakabfi (3.), 0:2 Oberdorf (8.), 0:3 Janssen (33.), 0:4 Jakabfi (55.), 0:5 Rauch (77.)

Freistoßtor von Janssen

Im leeren Gradski-Stadion mühten sich die "Golubice" (Tauben) genannten Gastgeberinnen nach Kräften, aber der VfL, noch immer ohne die verletzten Alexandra Popp und Ewa Pajor, war drückend überlegen. Dominique Janssen erhöhte per Freistoß aus 20 Metern noch in der ersten Hälfte auf 3:0 (33.). Jakabfi traf kurz vor der Pause die Querlatte (42.).

Doorsoun nach Comeback: "Wahnsinnig gefreut"

Mit Wiederanpfiff feierte Doorsoun in der Abwehr ihr Comeback. "Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut, dass ich heute wieder Einsatzzeit bekommen habe und 45 Minuten spielen durfte", sagte die 29-Jährige nach dem Abpfiff. "Es sind jetzt noch zwei Wochen, dann kommt die Winterpause. Danach greife ich wieder voll an." Doorsoun hatte sich Ende August im Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon am Knie verletzt.

Für sie war es ein lockerer Aufgalopp, denn zehn Minuten nach Wiederbeginn staubte Jakabfi (55.) nach einem Lattentreffer von Felicitas Rauch zum 4:0 ab (55.). Subotica setzte einen Freistoß seiner Kapitänin Violeta Slovic dagegen, der jedoch sicher in den Armen von VfL-Keeperin Katarzyna Kiedrzynek landete (59.). Auf der Gegenseite überwand Rauch die bemitleidenswerte Spartak-Torhüterin Milica Kostic ein weiteres Mal (77.). Bei besserer Chancenverwertung hätte der deutsche Double-Gewinner das Ergebnis noch deutlich höher gestalten können.

Subotica braucht ein Wunder

Subotica, bislang noch nie über die Runde der letzten 32 hinausgekommen, braucht auch dieses Mal ein Wunder, um nach dem 0:5 im Rückspiel in Wolfsburg noch den Sprung ins Achtelfinale zu schaffen. Das Rückspiel wird am 16. Dezember (18 Uhr) ausgetragen. Dazwischen liegt das Bundesliga-Nordduell am kommenden Sonntag (14 Uhr) bei Werder Bremen.

Weitere Informationen
Jubel bei den Frauen des VfL Wolfsburg © imago images/regios24 Foto: Darius Simka

Champions League Frauen, 2020/2021

Alle Ergebnisse der Champions League Frauen Fußball 2020/2021 mit dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München. mehr

Noelle Maritz (r.) vom VfL Wolfsburg © picture alliance/Pressefoto Baumann Foto: Hansjürgen Britsch

Spezial: 50 Jahre Frauenfußball - Geschichte einer Emanzipation

Am 31. Oktober 1970 ließ der Deutsche Fußball-Bund das Verbot für Frauenfußball fallen. Eine Erfolgsgeschichte begann. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.12.2020 | 23:03 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Jiri Pavlenka von Werder Bremen (M.) © imago images/Team 2

Werder verpasst eine weitere Überraschung im Westen

Bundesligist Werder Bremen hat am Dienstagabend mit 0:1 bei Champions-League-Teilnehmer Mönchengladbach verloren. mehr

Jubel beim VfL Wolfsburg © picture alliance/dpa Foto: Torsten Silz

Bialek und Weghorst schießen "Wölfe" zum Sieg

Die Niedersachsen haben am Dienstagabend mit einiger Mühe mit 2:0 beim Tabellenvorletzten 1. FSV Mainz 05 gewonnen. mehr

Hamburgs Sonny Kittel (l) und Hamburgs Tim Leibold bejubeln den Treffer zum 1:0. © picture alliance/dpa | Axel Heimken Foto: Axel Heimken

Der HSV ist nicht nur der "FC Terodde"

Fünf Hamburger Treffer - und keiner vom Top-Torjäger. HSV-Trainer Daniel Thioune freut es sogar. Er setzt auf das Kollektiv. mehr

Die Kieler Mannschaft feiert ihren Sieg. © WITTERS Foto: Tim Groothuis

Corona und Profisport: Jubeln muss erlaubt sein

Sich in den Armen liegende Fußballprofis auf dem Platz wirken wie aus einer anderen Welt - doch sie zu verurteilen wäre weltfremd. Ein Kommentar. mehr

Fußball im Netz © Mikael Damkier

NDR Fußball-Tippspiel - Jetzt mitmachen!

Das NDR Tippspiel für die Saison 2020/2021 läuft. Einsteigen, mittippen und Teams gründen: Wir suchen den Fußball-Experten im Norden. mehr