Stand: 30.08.2020 09:46 Uhr

Wolfsburg will mit dem "perfekten Spiel" zum Triple

Wolfsburgs Pernille Harder (l.) im Duell mit Lyons Eugenie le Sommer. © imago / Hübner
2019 war für die Wolfsburgerinnen um Pernille Harder (l.) gegen Lyon im Viertelfinale Endstation.

Und jährlich grüßt das Murmeltier - so könnte der Titel eines ganz speziellen Champions-League-Films über die Wolfsburger Fußballerinnen lauten. Heute (20 Uhr / im Audio-Livestream bei NDR.de) ist es wieder so weit: Die VfL-Frauen treffen im Endspiel in San Sebastián auf den französischen Seriensieger Olympique Lyon - zum bereits fünften Mal in "Königsklasse". Nur einmal, beim ersten Titelgewinn 2013, setzten sich die Wolfsburgerinnen durch. Im vergangenen Jahr wurden sie von Olympique schon im Viertelfinale gestoppt. Lyon hat den Wettbewerb sechsmal gewonnen und die Krone im europäischen Vereinsfußball seit 2016 durchgehend in seinem Besitz. Das soll sich ändern.

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Lerch: "Wir wollen Lyon stressen"

"Wir sind der Herausforderer, aber wir glauben daran, dass wir es schaffen können", sagte Trainer Stephan Lerch am Samstagabend nach dem Abschlusstraining. Alle Spielerinnen seien fit. "Wir glauben an unsere Stärken und wollen Lyon stressen", so der Coach, der zugab: "Man braucht einen perfekten Tag, um so eine Topmannschaft besiegen zu können."

Bei der Analyse des glücklichen 1:0-Sieges gegen den FC Barcelona im Halbfinale sei das Team sehr selbstkritisch gewesen. "Barcelona hat uns vieles gelehrt. Jede Spielerin weiß, dass wir uns steigern müssen." Alexandra Popp, die gegen Barcelona einiges abbekommen hatte, hat ihre Prellung überwunden. "Es wirkt, als seien sie nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Jahren", sagte die Kapitänin über den Endspiel-Gegner.

Positiver Corona-Fall bei PSG

Das Finalturnier im Baskenland hat - mit Ausnahme des 9:1 der Wolfsburgerinnen im Viertelfinale gegen Außenseiter Glasgow - gezeigt, dass die Spitze in Europa breiter wird. Auch Lyon hatte für den Einzug ins Endspiel Schwerstarbeit zu verrichten. Statt Wolfsburg - Lyon hätte das Finale in diesem Jahr auch Barcelona - Paris heißen können. Wie fragil das Konzept des abgeschotteten Turniers in einem Corona-Risikogebiet ist, zeigte indes der Vorlauf zu Lyons Halbfinale. Vor Anpfiff hatte ein positiver Corona-Test bei PSG für Aufregung gesorgt. Die namentlich nicht genannte Spielerin wurde von der Mannschaft isoliert und nahm gemäß UEFA-Protokoll nicht am Halbfinale teil.

Lyon hat Routine im Gewinnen

Die Wolfsburgerinnen verfolgten das zweite Halbfinale gemeinsam in der Lobby des Teamhotels, berichtete Lerch: "Lyon hat sich schwergetan, sowohl gegen Bayern als auch gegen Paris Lösungen zu finden." Im europäischen Frauenfußball werde derzeit viel investiert. Das merke auch Lyon, sagte Lerch, der sich dennoch bemühte, die Erwartungen für das Endspiel nicht zu hoch zu schrauben. So sieht er einen Vorteil für die Französinnen darin, dass "Lyon im Kern zusammengeblieben ist" und dadurch eine gewisse Routine im Gewinnen auf höchstem Level hat.

Dass Lyon auf ein eingespieltes Team bauen kann, hat auch mit der Corona-Pandemie zu tun. Die deutsche Nationalspielerin Dszenifer Maroszan und Torhüterin Sarah Bouhaddi zum Beispiel wollten ursprünglich in der US-Liga bei den Utah Royals das nächste Kapitel beginnen und sich mit Superstars wie Megan Rapinoe oder Marta messen. Doch die Corona-Krise durchkreuzte ihre Pläne.

Lerch: "Müssen unser wahres Gesicht zeigen"

Zudem hat Lyon in Sara Björk Gunnarsdottir eine der VfL-Leistungsträgerinnen aus Wolfsburg weggelockt. Die Isländerin darf die mit Wolfsburg begonnene Champions-League-Saison kurioserweise nun mit Lyon beenden. "Das ist schon sehr komisch und auch sehr schade, aber für die 90 oder 120 Minuten spielt es keine Rolle", sagte Lerch, der seinerseits von der Regel profitiert, dass er Neuzugänge wie Kathrin Hendrich, Lena Oberdorf oder Pauline Bremer einsetzen darf. "Wir müssen unser wahres Gesicht zeigen, dann haben wir auch eine Chance, Lyon zu schlagen", gab er den finalen Arbeitsauftrag für San Sebastián aus. Das Ziel ist zum Greifen nah: Mit dem zweiten Triple nach 2013 würden die VfL-Frauen ihre unglaubliche Erfolgsbilanz auf eine neue Stufe stellen - und den zuletzt unerfreulichen Murmeltiertagen wieder eine andere Wendung geben.

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