Stand: 03.09.2020 16:28 Uhr

Bundesliga mit Fans - aber nicht überall

Noch immer befindet sich der deutsche Profi-Fußball aufgrund der Corona-Pandemie in einer Ausnahmesituation. An einen Normalbetrieb ist weiterhin nicht zu denken. Doch wird es zum Saisonstart in gut zwei Wochen nicht mehr ausschließlich Geisterspiele geben. Die Rückkehr von Fans könne als "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen" gewertet werden, sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Seifert: Keine Wettbewerbsverzerrung

Eine einheitliche Regelung wird es zum Start der Spielzeit allerdings nicht geben, da in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen gelten. Streit sei zwischen den 36 Clubs der Ersten und Zweiten Liga aber nicht aufgekommen, betonte Seifert. Von "Wettbewerbsverzerrung" könne keine Rede sein. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", betonte der DFL-Geschäftsführer.

Unterschiedliche Regeln in den Bundesländern

Alle Vereine haben Hygiene- und Sicherheitskonzepte bei den zuständigen Behörden vorgelegt. Ob und wie viele Fans in die Stadien dürfen, entscheidet sich jeweils vor Ort. In Leipzig hatten die zuständigen Behörden am Dienstag grünes Licht für die Zulassung von bis zu 8.500 Zuschauern bei Heimspielen von Bundesligist RB gegeben. In Berlin sieht die Corona-Verordnung bis zu 5.000 Fans vor. In anderen Bundesländern werden dagegen keine oder nur wenige Hundert Zuschauer zugelassen.

Der VfL Wolfsburg dürfte nach derzeitigem Stand 500 Fans zum Saisonauftakt gegen Leverkusen in seine Arena lassen. Auch VfL-Geschäftsführer Michael Meeske sieht aber keine Wettbewerbsverzerrung, sondern vielmehr die Chance, "dass wir jetzt die Gelegenheit haben mit den anderen Standorten, die größere Möglichkeiten haben, im Idealfall den Beleg zu erbringen, dass man durchaus Corona-kompatibel mit Zuschauern spielen kann." Das werde mittelfristig dem gesamten Fußball und auch anderen Sportarten helfen können.

Der VfL Osnabrück plant mit 999 Zuschauern. Der HSV hofft laut "Bild" zu einem noch unbestimmten Termin, zunächst 5.000 Fans ins Volksparkstadion lassen zu dürfen.

Hoffen auf eine gemeinsame Linie

"Grundsätzlich" sei die DFL dafür, dass es zu einer "bundeseinheitlichen Regelung" kommt, sagte Seifert. Ähnlich äußerte sich am Donnerstag Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD): "Wir wollen das bundesweit synchronisieren. Wir versuchen, eine gemeinsame Linie hinzubekommen."

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten hatten zuletzt beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für den Umgang mit Zuschauern auch bei Sportgroßveranstaltungen bis Ende Oktober entwickeln soll. Großveranstaltungen ohne Hygiene- und Sicherheitskonzept bleiben bis Ende Dezember 2020 verboten.

DFL finanziert Corona-Studien

Für die "anspruchsvollste und schwierigste Spielzeit des professionellen Fußballs in Deutschland" (Seifert) hat die DFL einige Maßnahmen verlängert und neue beschlossen: Sie begleitet gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) mehrere Studien zur Corona-Pandemie und stellt einen siebenstelligen Betrag zur Verfügung. Die Erkenntnisse sollen auch anderen Sportarten zu Gute kommen.

In der kommenden Saison werden weiterhin fünf Auswechslungen pro Partie erlaubt sein. Auch das Lizenzierungsverfahren wird weiter modifiziert.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 03.09.2020 | 15:25 Uhr

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