Stand: 03.03.2019 20:15 Uhr

Wolfsburg überzeugt, aber alle reden über Labbadia

von Matthias Heidrich, NDR.de
"Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht" - Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg (l.), und Trainer Bruno Labbadia.

"Stell dir vor, es geht um Europa, aber keinen interessiert es." So ähnlich müssen sich die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg derzeit fühlen. Mitleid ist allerdings nicht angebracht, haben sich die handelnden Personen die Situation doch selbst eingebrockt. Während Manager Jörg Schmadtke vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen (1:1) von der mangelnden Chemie zwischen ihm und Trainer Bruno Labbadia sprach, redete selbiger schon in Vergangenheitsform vom VfL. Möglicher Einzug in das internationale Geschäft hin oder her - in Wolfsburg stehen die Zeichen offensichtlich auf Trennung.

"Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht"

"Es ist nicht so, dass wir eine enge freundschaftliche Verbindung haben. Ich werde sicher mit ihm keine Kochrezepte austauschen oder einen gemeinsamen Urlaub planen", sagte Schmadtke der "Bild" und schob noch hinterher: "Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht." So eine klare öffentliche Beschreibung eines Nicht-Verhältnisses zwischen den leitenden Angestellten eines Bundesligaclubs bekommt der geneigte Fan eher selten schwarz auf weiß präsentiert.

Schmadtke entschuldigt sich

Vor dem Spiel gegen Bremen versuchte Schmadtke, die Situation wieder einzufangen. "Das hätte man anders händeln können, das tut mir auch leid", sagte der Manager im "Sky"-Interview. Der 54-Jährige blieb inhaltlich allerdings bei seinen Aussagen: "Wir haben kein freundschaftliches Verhältnis. Das ist aber auch nicht nötig. Das private Verhältnis spielt überhaupt keine Rolle, was irgendwelche Entscheidungen und die tägliche Arbeit angeht."

Labbadia: "Wir bleiben sauber"

"Das war eine wichtige Station in Wolfsburg", hatte Labbadia vor dem Werder-Spiel gesagt und mit der Vergangenheitsform für Erstaunen gesorgt. Der VfL-Trainer blieb ebenso entspannt wie bestimmt, als es um die Äußerung seines Vorgesetzten ging. "Ich diskutiere das nicht in der Öffentlichkeit. Wenn es etwas zu sagen gibt, werde ich das tun", erklärte Labbadia und betonte auffallend häufig: "Wir bleiben sauber." Damit meinte der 53-Jährige sich und sein Trainerteam. Das lässt die Interpretation zu, dass Schmadtke in Labbadias Augen eben nicht sauber agiert.

"Ich bin ersetzbar"

Schon seit Wochen trägt der Wolfsburger Übungsleiter eine große Gelassenheit in Bezug auf seinen Job vor sich her. Labbadias Vertrag läuft im Sommer aus. Zuletzt hatten beide Seiten betont, sich erst im April zusammensetzen zu wollen. Ob es dazu nun überhaupt noch kommt? Labbadia ließ am Donnerstag durchblicken, dass der Drops für ihn gelutscht sei: "Eines habe ich gelernt: Ich bin ersetzbar."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 03.03.2019 | 22:50 Uhr