Stand: 02.05.2018 12:24 Uhr

VfL Wolfsburg: Letzte Ausfahrt Teistungen

Der VfL Wolfsburg bezieht vor dem Leipzig-Spiel ein Kurztrainingslager.

Größer als derzeit könnte der Kontrast zwischen den Fußball-Abteilungen des VfL Wolfsburg kaum sein. Die Frauen sind nach dem Einzug ins Champions-League-Finale auf Triple-Kurs. Und die Männer? Geben ein desaströses Bild ab und taumeln fast führungslos Richtung Bundesliga-Abstieg. Die "Wölfe" waren am Wochenende der große Verlierer im Tabellenkeller. Nach dem 1:3 gegen den Hamburger SV droht sogar der direkte Abstieg. Als Tabellen-16. hat der VfL nur noch zwei Zähler Vorsprung auf den HSV. Freiburg und Mainz sind bereits drei Zähler enteilt.

"Wir wollen viel Zeit miteinander verbringen"

Am Sonnabend geht es für die "Wölfe" auswärts gegen RB Leipzig. Vorher will Trainer Bruno Labbadia allerdings alle Kräfte bündeln - in einem Kurztrainingslager. Die Mannschaft reiste am Mittwoch ins thüringische Teistungen. "Sinn der Sache ist, dass wir Ruhe haben und konzentriert und fokussiert arbeiten können. Wir wollen auf und auch außerhalb des Platzes viel Zeit miteinander verbringen und glauben, dass wir dort gute Bedingungen dafür haben", so Labbadia. Die Trainingseinheiten werden hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Wolfsburgs Maximilian Arnold liegt am Boden. © imago/Zink

Abstiegsangst beim VfL Wolfsburg

Beim VfL Wolfsburg herrscht Frust. Niederlage gegen den HSV, Platz 16, akute Abstiegsgefahr - die Spieler sind verunsichert, und die Fans machten ihrem Ärger lautstark Luft.

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"VfL ist kein Scherbenhaufen"

Das Motto beim VfL lautet: Runterkommen nach turbulenten Tagen, "die Nerven bewahren" (Labbadia). Gar nicht so leicht angesichts der Gemengelage in Wolfsburg. Die gescheiterten Verhandlungen mit Hannovers Sportchef Horst Heldt und die Beurlaubung von Olaf Rebbe einen Tag vor der Partie gegen Hamburg untermauerten einmal mehr den Eindruck eines plan- und führungslosen Vereins, auch wenn der neue Aufsichtsratschef Frank Witter im NDR Sportclub sagte: "Der VfL ist kein Scherbenhaufen." Der selbst angeschlagene Labbadia, der erst eine Partie mit den "Wölfen" gewonnen hat, steht gewaltig unter Druck und weiß, auf was er sich einstellen muss. "Es wird noch mehr Hektik aufkommen, als ohnehin schon da ist. Aber es wäre ein großer Fehler, alles zu machen, was die Öffentlichkeit fordert."

Labbadias Maßnahmen greifen nicht

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Doch kriegen Labbadia und sein Team in den beiden letzten Partien in Leipzig und gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Köln noch einmal die Kurve und retten sich zumindest in die Relegation? Witter glaubt an den Trainer: "Wir haben mit Bruno Labbadia jemanden, der alle seine Energie reinbringt." Doch Zweifel sind angebracht. Anders als bei der erfolgreichen Rettung mit dem HSV vor drei Jahren hat es der 52-Jährige nicht geschafft, die Spieler als Einheit zusammenzuschweißen. Zudem ist seine taktische Ausrichtung relativ eindimensional: Labbadia setzt vor allem auf eine sehr kompakte Defensive. Spielerische Lösungen hat der VfL kaum, obwohl er einige gute Techniker in seinen Reihen hat. "Uns fehlt häufig der Mut", glaubt der Wolfsburger Coach.

Stimmung bei den Fans kippt

Auch die Stimmung beim eigenen Anhang ist gekippt. Nach der Niederlage gegen den HSV gab es vor dem Fanblock laute Diskussionen mit den Spielern, beim Training am Sonntag Pöbeleien in Richtung Profis. "Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, hast du wenig Argumente auf deiner Seite", sagte Labbadia. Immerhin: Anfeindungen sollten die VfL-Profis bei nicht öffentlichen Trainingseinheiten in Teistungen nun erstmal nicht mehr ausgesetzt sein.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 29.04.2018 | 22:50 Uhr

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