Stand: 10.01.2018 11:56 Uhr

VfL Wolfsburg soll "wieder Spaß machen"

von Johannes Freytag, NDR.de

Nachdem der Ligaverbleib nur mit Ach und Krach in der Relegation geglückt war, wollte sich der VfL Wolfsburg in der neuen Saison mindestens im gesicherten Mittelfeld festsetzen. Das Vorhaben misslang - ein Trainerwechsel war die Folge, die Kehrtwende brachte dieser aber auch noch nicht. Mit nur vier Zählern Vorsprung vor den Abstiegsrängen müssen die Niedersachsen erneut um den Klassenerhalt bangen. Der Teamcheck: Was ist in der Rückrunde drin für die "Wölfe"?

So lief die Hinrunde

Schon das erste Pflichtspiel der Saison trieb den VfL-Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn. Neuzugang John Anthony Brooks, der als Abwehrchef eingeplant war, verletzte sich beim 1:0-Pokalerfolg in Norderstedt und fiel bis Ende Oktober aus. Das Comeback des US-Amerikaners erlebte Trainer Andries Jonker nicht mehr, denn der Niederländer wurde nach vier Spieltagen, in denen nur ein Sieg gelang, beim VfL entlassen.

Nachfolger Martin Schmidt blieb in seinen ersten acht Liga-Spielen als Wolfsburger Coach ungeschlagen, mit sieben Remis und nur einem Sieg traten die "Wölfe" aber auf der Stelle. Nach starken Leistungen in München 2:2, gegen Hertha BSC (3:3) und gegen Gladbach (3:0) gab es zum jedoch Ende der Hinrunde auch gruselige Auftritte wie beim 0:0 in Hamburg oder der enttäuschenden 0:1-Niederlage beim bis dato sieglosen Schlusslicht 1. FC Köln.

Wer kommt, wer geht?

Kurz vor Weihnachten hat Kapitän und Nationalspieler Mario Gomez den Bundesliga-Zwölften in Richtung VfB Stuttgart verlassen. Im Zuge des Transfers kam der zuvor an den Ligakonkurrenten ausgeliehene Angreifer Josip Brekalo zu den "Wölfen" zurück. Kurz vor dem Rückrundestart meldete der VfL die überraschende Verpflichtung von Renato Steffen (FC Basel), der kein Gomez-Ersatz, mit seinen 1,70 Metern aber ein weiterer Offensivmann für die Außenbahn ist. "Ich habe zuletzt immer wieder betont, dass wir nur dann auf dem Transfermarkt aktiv werden, wenn wir einen Spieler verpflichten können, der uns besser macht. Renato Steffen ist genau so ein Spielertyp", erklärte Olaf Rebbe an. Zuvor hatte der Sportchef erklärt, "nicht so viel Bewegung im Kader" haben zu wollen. Ob der Steffen-Transfer noch einmal die Tür öffnet für die umworbenen Landry Dimata (Gent, Anderlecht), Paul-Georges Ntep (Nizza) oder Marvin Stefaniak (Eintracht Braunschweig)?

Schon am Neujahrstag hatte der VfL die vorzeitige Vertragsverlängerung (bis 2022) mit Eigengewächs Maximilian Arnold bekannt gegeben. Ob der 23-Jährige neuer Kapitän der "Wölfe" wird, ließ Schmidt im NDR Interview offen.

Trainer Schmidt: "Teamgeist ist das Kraftwerk"

Der VfL-Trainer ist mit seinem Kader zufrieden: "Es müssen nicht immer fünf bis sechs Neue sein, wir glauben an unsere Mannschaft", betonte der Schweizer. Schmidt hat das Auftreten des Teams verändert: "Wir spielen einen intensiveren Fußball: körperlicher, läuferischer, sprintstärker. Ich habe ein hungriges Team, alle trainieren Vollgas", sagte der 50-Jährige im Interview mit der "Sport Bild". Den Teamgeist bezeichnete der Coach als "Kraftwerk" seiner Mannschaft: "Den wollen wir so stark machen wie möglich. Wir machen vieles gemeinsam, daraus schöpfen wir Kraft und Auftrieb." Schmidt habe es geschafft, "ein Gefüge in die Mannschaft zu bekommen", lobte Rebbe bei NDR 2 den Trainer: "Wir sind jetzt ein enger eingeschworener Haufen."

Ziel für die Rückrunde: Einstelliger Tabellenplatz

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Der knappe Vorsprung auf die Abstiegsränge kann schon nach dem schweren Rückrundenauftakt - auswärts bei Borussia Dortmund - auf einen Punkt zusammengeschmolzen sein. Entsprechend vorsichtig formulierte Rebbe das Ziel für die verbliebenen 17 Spieltage: "Ich wünsche mir, dass unsere Fans mehr Siege als Unentschieden von uns sehen, dass wir uns als Mannschaft stabilisieren." Der VfL solle wieder "dauerhaft Spaß machen". Spieler wie Daniel Didavi, Yunus Malli, aber auch Felix Uduokhai, Divock Origi oder Rückkehrer Brekalo (Schmidt: "Er ist einer von denen, die unser Spiel verändern werden") könnten dafür sorgen. Tun sie es, dürfte Wolfsburg tatsächlich noch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen - ansonsten werden die Niedersachsen wie im Vorjahr bis zum Schluss um den Ligaerhalt bangen müssen.

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Sport aktuell | 10.01.2018 | 09:25 Uhr

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