Stand: 13.06.2020 17:23 Uhr

Matchball nicht genutzt: Wolfsburg verspielt 2:0

von Florian Neuhauss, NDR.de
Freiburgs Lucas Höler (2.v.l.) köpft gegen Wolfsburg das 2:2. © imago images / Poolfoto
Nur Sekunden nach Wiederbeginn kassierte Wolfsburg gegen Freiburg den 2:2-Ausgleich.

Eine 2:0-Führung verspielt, die Konkurrenz aber trotzdem auf Distanz gehalten: Was das 2:2 (2:1) des VfL Wolfsburg am Sonnabend gegen den SC Freiburg im Kampf um die Qualifikation zur Europa League wert ist, muss sich erst noch zeigen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner bot in der ersten Hälfte einen berauschenden Auftritt, ließ sich allerdings von stärker werdenden Gästen aus dem Konzept bringen und wäre sogar fast noch in Rückstand geraten.

"Das ist enttäuschend, das ist einfach zu wenig", ärgerte sich Wolfsburgs Doppeltorschütze Wout Weghorst im NDR Interview. "Wir hatten die Riesenmöglichkeit, einen Schritt nach Europa zu machen. Aber wir haben sie selbst verpasst." Immerhin: Weil die TSG Hoffenheim am Vorabend 0:2 gegen RB Leipzig verloren hatte, wuchs der Vorsprung der Niedersachsen auf Rang sieben auf drei Punkte.

VfL mit zwei regulären und zwei aberkannten Toren

Obwohl Glasner mit Weghorst und Daniel Ginczek zwei nominelle Stürmer und zusätzlich zwei offensive Außen aufgeboten hatte, begannen die "Wölfe" zögerlich. Die Freiburger hatten in der Anfangsphase 70 Prozent Ballbesitz und kamen zu einigen Standardsituationen rund um den Strafraum.

31.Spieltag, 13.06.2020 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

2

SC Freiburg

2

Tore:

  • 1:0 Weghorst (14.)
  • 2:0 Weghorst (27., Foulelfmeter)
  • 2:1 Höler (43.)
  • 2:2 Sallai (46.)

VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon - Schlager (66. Gerhardt), Arnold - Steffen (55. Victor), Brekalo (55. Klaus) - Ginczek (84. Marmoush), Weghorst
SC Freiburg: Schwolow - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter (77. Itter) - R. Koch (77. Frantz), Höfler - Sallai (63. Kwon), Grifo (90.+1 Haberer) - L. Waldschmidt (63. Petersen) - Höler
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Doch die Hausherren brauchten nur eine Chance, um zum Erfolg zu kommen. Nach einem Ballverlust im Freiburger Spielaufbau schalteten Maximilian Arnold und Renato Steffen schnell um. Letzterer legte im Strafraum überlegt zurück und Weghorst schoss wuchtig zur überraschenden Führung ein (14.). Nur vier Minuten später kam Ginczek aus spitzem Winkel zum Abschluss, aber Torhüter Alexander Schwolow parierte per Fußabwehr.

Die Taktik der Wolfsburger ging perfekt auf - und auf den zurückhaltenden Start folgte ein richtiges Powerplay. Die Freiburger waren in dieser Phase nicht mehr als ein Spielball, ihnen ging alles viel zu schnell. Das galt allerdings auch für das Schiedsrichtergespann. Erst durfte Ginczek das 2:0 bejubeln, wurde dann aber nach Intervention des Videoassistenten wegen Abseits zurückgepfiffen. Beim Studium der Videobilder zeigte sich allerdings auch, dass Weghorst zuvor gefoult worden war. Deshalb gab es einen Elfmeter. Der Niederländer, der sich beim Foul eine Platzwunde zugezogen hatte, trat mit einem dicken Verband am Kopf selbst an und verwandelte zum 2:0 (27.). Eine Minute später freute sich Ginczek erneut über einen Treffer - aber wieder nur, bis sich Köln meldete. Er hatte sich beim Tor den Ball selbst auf die Hand geköpft.

Plötzlich meldet sich Freiburg zurück

Es war ein mitreißendes Spiel, und plötzlich war Freiburg wieder da. Erst rettete Koen Casteels noch mit einer tollen Parade gegen den Kopfball von Roland Sallai (33.). Dann war der Keeper machtlos: Vincenzo Grifo durfte ungestört flanken, in der Mitte traf Lucas Höler sehenswert per Flugkopfball zum 1:2 (43.). Zur Pause blieb es dabei, weil Weghorst einmal an Schwolow scheiterte (44.).

Offene zweite Hälfte, gerechtes Unentschieden

Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff war die Partie wieder offen.

Marin Pongracic schlug über den Ball, so stand Höler frei vor Casteels, der zunächst rettete. Der Abpraller landete aber bei Sallai, der im hohen Bogen aufs Tor köpfte. Casteels verließ sich auf Abwehrchef John Anthony Brooks, der aber unter dem Kopfball durchsprang - 2:2 (46.).

Josip Brekalo (51.) und Brooks (60.) hatten gute Chancen zur erneuten Führung. Auf der anderen Seite prüfte Sallai Casteels (60.). Eine Minute später verhinderte Kevin Mbabu gerade noch den Rückstand, als er für seinen bereits geschlagenen Schlussmann kurz vor der Linie klärte. SCF-Joker Nils Petersen köpfte denkbar knapp vorbei (76.). Die Gäste waren dem Sieg am Ende näher, über das Remis durften sich die Niedersachsen nicht beschweren.

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