Stand: 15.09.2018 17:40 Uhr

Spektakuläres Remis der "Wölfe" gegen Hertha

von Matthias Heidrich, NDR.de
Nach einer denkwürdigen Schlussphase trennten sich Wolfsburg und Hertha 2:2.

Video-Schiedsrichter-Einsatz in der 87. Minute, Elfmeter und noch zwei Tore in der Nachspielzeit: Bundesligist VfL Wolfsburg ist nach den Auftaktsiegen gegen Schalke und Leverkusen im Heimspiel am Sonnabend gegen Hertha BSC zwar nicht über ein 2:2 (0:0) hinausgekommen. Doch das in der Schlussphase spektakulär erreichte Remis dürfen die Wolfsburger nach zweimaligem Rückstand als Erfolg werten. "Wir haben richtig gut Fußball gespielt. Der Punkt war mehr als verdient", sagte VfL-Coach Bruno Labbadia im NDR Interview.

Schussgewaltiger Roussillon trifft Kameramann

Die Gastgeber waren in Person von Jerome Roussillon nach dem Anpfiff sofort da. Der schussgewaltige Franzose zog in der zweiten Minute aus rund 30 Metern Entfernung ab, Hertha-Torwart Rune Jarstein musste sich mächtig strecken. Die anschließende Ecke landete wieder beim VfL-Linksverteidiger, der aus 20 Metern volley Maß nahm. Das Geschoss des Wolfsburgers traf nicht das Tor der Gäste, wohl aber einen Kameramann unvorbereitet am Kopf. Der TV-Mitarbeiter sackte zusammen. Roussillon lief sofort hin und entschuldigte sich. Der benommen wirkende Mann wurde behandelt und schließlich von Sanitätern aus dem Stadion geführt.

Die zweikampfstarken "Wölfe" dominierten die Partie. Bei einem abgefälschten Versuch von William war Jarstein ebenfalls zur Stelle (15.). Zum Ende der ersten Hälfte verflachte die phasenweise hart geführte Begegnung mit vielen Nickligkeiten. Kurz vor der Pause kratzte der wieder zwischen den VfL-Pfosten stehende Jung-Papa Koen Casteels einen ekligen Kopfballaufsetzer von Marko Grujic von der Linie (43.).

William patzt, Dilrosun trifft

3.Spieltag, 15.09.2018 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

2

Hertha BSC

2

Tore:

  • 0:1 Dilrosun (61.)
  • 1:1 Malli (87., Foulelfmeter)
  • 1:2 Duda (90. +1)
  • 2:2 Mehmedi (90. +3)

VfL Wolfsburg: Casteels - William, Knoche, Brooks, Roussillon - Camacho - Gerhardt (83. Malli), Arnold - Steffen (67. Ginczek), Brekalo (62. Mehmedi) - Weghorst
Hertha BSC: Jarstein - Lazaro, N. Stark, Torunarigha (74. Lustenberger), Plattenhardt - Grujic, Maier - Kalou (90. Klünter), Duda, Dilrosun - Ibisevic (74. Selke)
Zuschauer: 25090

Weitere Daten zum Spiel

Nach dem Seitenwechsel herrschte lange Leerlauf auf beiden Seiten, ehe Wolfsburgs William ein Geschenk an die Berliner verteilte. Der Rechtsverteidiger spielte einen katastrophalen Fehlpass. Herthas Javairo Dilrosun nahm die Einladung dankend an, ging mit viel Tempo aufs Tor, ließ Robin Knoche stehen und traf ins lange Eck - 1:0 für die Gäste (61.). Wout Weghorst hätte postwendend den Ausgleich markieren können, doch Berlins Bester Jarstein parierte erneut stark (65.).

Wolfsburg war zwar weiterhin der Chef im Ring, aber das allerletzte Risiko gingen die Niedersachsen nicht ein. Zudem verteidigten die Berliner äußerst geschickt. Es boten sich kaum Lücken für die Hausherren. Nach einem schönen Doppelpass kam Yannick Gerhardt einmal durch, setzte den Ball aber am langen Pfosten vorbei (80.). Roussillon trat auch noch mal auf den Plan, zog wieder aus der Distanz ab, doch einmal mehr war bei Jarstein Endstation (84.).

Denkwürdige Schlussphase

Als gefühlt nichts mehr ging, kam der Video-Schiedsrichter ins Spiel und half dem VfL. Maximilian Arnold wurde am Strafraum umgestoßen. Referee Christian Dingert entschied zunächst auf Freistoß, doch die Kollegen in Köln sahen sich die Szene noch einmal an. Tatsächlich war das Foul auf der Strafraumlinie passiert, die zum Sechzehnmeterraum gehört - also Elfmeter. Der eingewechselte Yunus Malli behielt die Nerven und glich in der 88. Minute zum 1:1 aus. "Immerhin ein Remis", dachten wohl alle Wolfsburger, ehe der Wahnsinn begann. In der ersten Minute der Nachspielzeit schoss Schlitzohr Ondrej Duda einen Freistoß unter der hochspringenden VfL-Mauer hindurch ins Tor - 2:1 für die Hertha. Es waren aber fünf Minuten angezeigt und die Niedersachsen nutzten sie. Admir Mehmedi traf doch noch zum umjubelten 2:2 (90.+3) für die Wolfsburger. Immerhin...

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Sportclub | 16.09.2018 | 22:50 Uhr

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