Stand: 15.01.2020 14:01 Uhr

VfL Wolfsburg: Europa League bleibt das Ziel

von Kristoffer Klein, NDR Hörfunk
Trainer Oliver Glasner will sich mit dem VfL Wolfsburg erneut für die Europa League qualifizieren.

Neuer Trainer, vielversprechende Verstärkungen, Teilnahme an der Europa League - der VfL Wolfsburg zählte vor der Saison zu den Wundertüten der Liga. Nach gutem Start (13 Pflichtspiele ohne Niederlage) verloren die Niedersachsen danach die angepeilten Europacup-Ränge ein wenig aus den Augen. Der Teamcheck: Was ist in der Rückrunde drin für Oliver Glasner und seine "Wölfe"?

So lief die Hinrunde:

Oliver Glasners erste Halbserie als Trainer im Ausland war eine Achterbahnfahrt. Seine VfL-Profis starteten gut in die Saison – trotz der Ausfälle von Stürmer Daniel Ginczek, Neuzugang Xaver Schlager und Stammtorhüter Koen Casteels. Der VfL blieb in den ersten dreizehn Pflichtspielen ohne Niederlage, zeigte vor allem eine stabile Defensive und war kurzzeitig sogar Tabellen-Zweiter. Allerdings auch dank eines vergleichsweise einfachen Auftaktprogramms. Die erste sportliche Delle unter Glasner kam unerwartet heftig: Mit 1:6 schieden seine Wolfsburger in der zweiten Pokalrunde gegen RB Leipzig aus. In dieser Phase gewann die Mannschaft nur zwei von acht Pflichtspielen und der Trainer sah sich nach dem 0:1 in Freiburg genötigt, öffentlich die Einstellung seiner Profis zu kritisieren.

Die verbale Ohrfeige schien zu wirken, denn in den restlichen vier Partien bis zur Winterpause stabilisierte sich der VfL, beendete die Bundesliga-Hinrunde auf Platz neun mit Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen und qualifizierte sich auch für die Zwischenrunde in der Europa-League. Luft nach oben ist aber vor allem noch in der Offensive - es gelangen erst 18 Tore in der Bundesliga

Wer kommt, wer geht:

Bislang ist es relativ ruhig in der Wolfsburger Transfer-Gerüchteküche. Was mögliche Neuzugänge angeht, wurde lediglich über einen weiteren Innenverteidiger spekuliert - und der wurde schon gefunden.

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Der Deutsch-Kroate Marin Pongracic wechselt von RB Salzburg zu den Niedersachsen. "Mit Marin erhöht sich unsere Variabilität in der Innenverteidigung noch einmal deutlich", sagte Wolfsburgs Sportdirektor Marcel Schäfer. Kurz vor der Abreise ins Trainingslager hatte Manchester City den VfL-Leihstürmer Lukas Nmecha zurückbeordert und direkt weiterverliehen. An der Algarve angekommen verließ dann noch Eigengewächs Elvis Rexhbecaj den Club auf Leihbasis zum 1. FC Köln - Wolfsburgs erstem Rückrundengegner. Unklar ist weiter, ob Yunus Malli den Verein noch verlässt – er wird mit Besiktas Istanbul in Verbindung gebracht.

Der Trainer: Glasner reflektiert und lernt dazu

Oliver Glasner tritt angenehm ruhig und zurückhaltend auf, hinzu kommt sein sympathischer österreichischer Zungenschlag. Man könnte fast meinen, dieser Mann kann gar nicht laut und sauer werde. Aber weit gefehlt: Die schonungslose Kritik nach der Niederlage in Freiburg war für die Öffentlichkeit vielleicht überraschend, von Glasner selbst aber wohl kalkuliert und letztlich auch wirkungsvoll. "Ich reflektiere permanent, überlege, was ich verbessern kann, ob ich mich mehr einbringen oder manchmal auch eher zurücknehmen muss."

Der 45-Jährige ist ehrgeizig, will bei seinem ersten Engagement außerhalb Österreichs unbedingt abliefern, gibt aber auch zu, dass er sich erst einmal in der Bundesliga zurechtfinden musste. Eines ist ihm auf alle Fälle im Vergleich zur Vorsaison unter Vorgänger Bruno Labbadia schon gelungen: die Stabilisierung der Defensive. Was ebenfalls auffällt: Glasner wünscht sich mündige Spieler, diskutiert im Training viel mit seinen Profis, bezieht den Mannschaftsrat in Entscheidungen mit ein. Auch bei der Systemumstellung von 3-4-3 auf 4-3-3, die seiner in der Hinrunde des Öfteren blassen VfL-Offensive sichtbar gutgetan hat.

Erwartungen an die Rückrunde:

Vom erklärten Ziel, sich erneut für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren ist der VfL zum Rückrundenstart nicht weit entfernt - der Abstand auf den Tabellen-Sechsten Leverkusen beträgt nur vier Punkte. Hoffnung dürfen den Wolfsburgern vor allem zwei Personalien machen: Xaver Schlager und Daniel Ginczek. Beide fielen über weite Strecken der Hinrunde verletzt aus, beide sind auf einem guten Weg zurück zu alter Stärke. Gemeinsam mit dem aktuellen Wolfsburger Top-Torjäger Wout Weghorst (sieben Saisontore in der Liga), dem ebenfalls wiedergenesenen Admir Mehmedi und Pongracic könnte das Duo für das entscheidende Plus in der Rückrunde sorgen.

Wenn dann noch die Defensive so stabil bleibt wie bislang, kann es für den VfL durchaus wieder nach Europa gehen. Und in der laufenden Europa-League-Saison gehen die Wolfsburger als Favorit in die Zwischenrunden-Duelle gegen Malmö FF (20. Februar zuhause, 27. Februar auswärts).

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Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 15.01.2020 | 13:25 Uhr

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