Stand: 12.12.2017 20:25 Uhr

Wolfsburg: Ein Remis der schöneren Sorte

von Johannes Freytag, NDR.de
Wolfsburgs Verteidigung um Felix Uduokhai (r.) stand gegen Leipzig im ersten Durchgang stark unter Druck.

Der VfL Wolfsburg und seine zwei Gesichter. Dem trostlosen Vortrag in Hamburg (0:0) ließen die Niedersachsen am Dienstagabend beim 1:1 (1:0) im eigenen Stadion gegen RB Leipzig einen deutlich besseren Auftritt folgen - wenngleich auch nur in der zweiten Spielhälfte. Paul Verhaeghs Strafstoßtor brachte die mehr als schmeichelhafte Halbzeitführung, nach dem Ausgleichtreffer durch Marcel Halstenberg vergab der VfL zahlreiche gute Möglichkeiten für den Sieg. "Wenn man das ganze Spiel betrachtet, müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein", sagte Maximilian Arnold nach der Partie im NDR Hörfunk. Unter dem Strich blieb das neunte Remis im zwölften Bundesligaspiel unter Trainer Martin Schmidt.

Verhaegh mit seinem ersten Tor im VfL-Trikot

Der VfL-Coach ließ sich nicht beirren von der Kritik am torlosen Spiel beim HSV, lediglich auf einer Position stellte er seine Startelf um. Der etwas defensiver agierende Yannick Gerhardt begann im rechten Mittelfeld an Stelle von Divock Origi. Die Partie nahm von Beginn an Fahrt auf - allerdings nur in Richtung Wolfsburger Tor: Timo Werner schaltete nach einem Querschläger von Josuha Guilavogui am schnellsten, seinen Schuss konnte aber Koen Casteels abwehren (6.).

Die Sachsen ließen Ball und Gegner nach Belieben laufen. Der VfL zeigte ein ideenloses Aufbauspiel, verlor viele Zweikämpfe und kam kaum einmal über die Mittellinie. Und dennoch stand es nach einer knappen Viertelstunde 1:0 für die "Wölfe": Ibrahima Konaté trat Mario Gomez im Strafraum auf den Fuß, Verhaegh verwandelte den fälligen Foulelfmeter zum 1:0 (15.).

Das Tor - das erste des Niederländers für den VfL - stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Leipzig blieb das dominierende Team: Halstenberg (17., 28.) und Lukas Klostermann (21.) hatten die nächsten Gelegenheiten der Sachsen, Dayot Upamecano verfehlte eine Halstenberg-Hereingabe nur um wenige Zentimeter (31.). Und Wolfsburg? Brachte wenigstens noch einen zweiten Torschuss zustande: Einen Freistoß von Daniel Didavi aus dem Halbfeld lenkte Leipzig-Keeper Peter Gulasci über die Querlatte (45.+1).

Auch Halstenberg mit Premiere

Unverändertes Bild im zweiten Durchgang. Weiterhin bestimmten die Gäste die Partie und bedrängten das Wolfsburger Tor. Und diesmal fanden sie es! Yussuf Poulsen setzte sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch und legte dann quer auf den mitgelaufenen Halstenberg. Im Fallen erzielte der frühere St.-Pauli-Profi mit seinem ersten Bundesligatreffer den längst fälligen Ausgleich (52.). Kurz darauf vergab Kevin Kampl eine weitere gute Gelegenheit der Leipziger (54.), ehe dann auch mal Wolfsburg wieder aktiv wurde: Gomez schoss jedoch knapp drüber (56.). Das war auch die letzte Aktion des Stürmers, der bis auf den herausgeholten Elfmeter wirkungslos blieb. Schmidt wechselte den VfL-Kapitän in der 66. Minute aus und brachte Origi.

Die Partie war nun deutlich offener als noch im ersten Durchgang, es gab Torszenen hüben wie drüben. Die größte Chance - eine aus der Kategorie "hundertprozentig" - vergab Origi, der das Kunststück fertigbrachte, den Ball freistehend aus drei Metern über das Tor zu befördern (78.). Wenig später scheiterte der Belgier an Gulacsi (80.). Auch Yunus Malli kam nicht am Leipziger Torhüter vorbei (88.). Als Upamecano kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz musste (90.+2), wurde es noch einmal turbulent, doch gleich drei Wolfsburger verpassten aus kürzester Distanz das 2:1.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 12.12.2017 | 18:00 Uhr

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