Stand: 19.09.2020 20:56 Uhr

Aufbruchstimmung ade: Werder startet mit 1:4-Pleite

von Florian Neuhauss, NDR.de
Von links: Maximilian Eggestein, Marco Friedl, Davie Selke nach dem Tor zum 0:3. © WITTERS Foto: TayDucLam
Zum Bundesliga-Auftakt in Bremen gab es bei Werder wieder lange Gesichter.

Geht das schon wieder los? Werder Bremen, das sich Anfang Juli erst in der Relegation vor dem Bundesliga-Abstieg gerettet hatte, ist mit einer klaren Niederlage in die neue Saison gestartet. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt verschlief am Sonnabend gegen Hertha BSC vor 8.500 Fans die letzten Minuten vor der Pause und kassierte am Ende eine verdiente 1:4 (0:2)-Pleite. Auf den Siegeszug durch die Vorbereitung und in der ersten Runde des DFB-Pokals folgte das böse Erwachen. Die Berliner Defensive, die vor einer Woche in Braunschweig noch fünf Gegentore kassiert hatte, ließ kaum eine Chance der Bremer zu.

"Wir müssen sehr, sehr schnell lernen aus diesem Spiel", forderte Kohfeldt. "Wir müssen diese unbedingte Geilheit zeigen, die uns zumindest am Ende der Saison dann auch gerettet hat." Torschütze Davie Selke sagte: "Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt. Aber wir haben nie aufgegeben, sondern immer weitergemacht. Das nehmen wir mit."

Lattenglück und nur zwei Chancen

Auf dem Rasen des Weserstadions war zunächst Kampf Trumpf. Besonders die Mittelfeldreihen schenkten sich keinen Zentimeter. Trotz des mauen Spiels herrschte auf den Tribünen Festtagsatmosphäre - die Fans goutierten jede gelungene Aktion mit Applaus. Herthas Mittelstürmer Krzysztof Piatek ließ das weite Rund in der 19. Minute aber kurz verstummen, sein Kopfball landete an der Latte. Die in der Vorbereitung so starken Bremer Stürmer Joshua Sargent (31.) und Selke (39.) kamen beide ebenfalls einmal zum Abschluss, scheiterten aber an Torhüter Alexander Schwolow.

VIDEO: Fußball mit Corona-Regeln: Fans freuen sich (3 Min)

Werder gedanklich zu früh in der Pause

Werder verabschiedete sich kurz darauf aber gedanklich bereits in die Pause - und die Berliner schlugen zu. Von der Bremer Defensive am langen Pfosten vergessen, schob Rechtsverteidiger Peter Pekarik zur Gästeführung ein (42.). Es war das zweite Bundesliga-Tor des Slowaken im 189. Spiel. Kurz darauf zeigte Schiedsrichter Sascha Stegemann nach einem Foul von Marco Friedl auf den Elfmeterpunkt, allerdings verlegte der Videoassistent den Tatort wenige Zentimeter vor den Strafraum (45.+1).

Doch anstatt sich spätestens jetzt mit einem blauen Auge in die Pause zu retten, kassierten die Bremer trotzdem noch das 0:2. Maximilian Eggestein vertändelte den Ball, Vladimir Darida schickte Dodi Lukebakio - und der Belgier hämmerte den Ball an Jiri Pavlenka vorbei ins Werder-Tor (45.+2).

Selke sorgt nur für kurzen Hoffnungsschimmer

Nicht nur, dass die Bremer mit gellenden Pfiffen in die Pause verabschiedet wurden. Nach dem Seitenwechsel wurde es noch bitterer: In der 62. Minute verlor Werder wieder im Aufbau den Ball, wieder schalteten die Berliner schnell - Matheus Cunha kam frei zum Abschluss und traf zum 3:0. Cunha hätte sogar noch das 4:0 nachlegen können (68.), aber stattdessen kam noch mal Stimmung in die Bude. Nach Flanke von Ludwig Augustinsson köpfte Selke sehenswert zum 1:3 ein (69.). Werder erhöhte nun noch mal den Druck. Allerdings stand die Hertha-Defensive danach wieder. Zwar verzeichnete Joker Niclas Füllkrug noch einen schönen Abschluss (er scheiterte an Schwolow), aber den Schlusspunkt setzte auf der anderen Seite der ebenfalls eingewechselte Jhon Cordoba (90.).

1.Spieltag, 19.09.2020 15:30 Uhr

Werder Bremen

1

Hertha BSC

4

Tore:

  • 0:1 Pekarik (42.)
  • 0:2 Lukebakio (45. +2)
  • 0:3 Matheus Cunha (62.)
  • 1:3 Selke (69.)
  • 1:4 Cordoba (90.)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Moisander, Friedl, Augustinsson - M. Eggestein - Klaassen (63. Füllkrug), Osako (46. Bittencourt) - Chong (63. Woltemade), Selke, Sargent
Hertha BSC: Schwolow - Pekarik (81. Zeefuik), Boyata, Torunarigha, Mittelstädt - Lukebakio (81. Leckie), Darida, Tousart, N. Stark (81. Maier) - Matheus Cunha - Piatek (61. Cordoba)
Zuschauer: 8400

Weitere Daten zum Spiel

Weitere Informationen
Leere Stadionränge im Bremer Weserstadion.

Corona-Hotspot: Werder lädt Fans aus Cloppenburg aus

Weil ihr Landkreis Cloppenburg am Freitag zum Corona-Hotspot erklärt worden ist, dürfen 40 Werder-Fans am Sonnabend nicht ins Stadion. Ihr Glück im Ticket-Losverfahren war von kurzer Dauer. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.09.2020 | 22:50 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Sonny Kittel (l.) vom Hamburger SV im Duell mit Sebastian Ohlsson vom FC St. Pauli (Bild aus der Zweitliga-Saison 2019/2020) © Witters Foto: TayDucLam

HSV gegen St. Pauli: Neue Derbyhelden gesucht

Der HSV geht am Freitag als Favorit in das Hamburger Stadtderby gegen St. Pauli. Zuletzt aber siegte der Kiezclub zweimal. mehr

Etienne Amenyido vom VfL Osnabrück (M.) © imago images/Nordphoto Foto: Paetzel

Livecenter: Osnabrück liegt gegen Darmstadt zurück

Der VfL Osnabrück spielt im Zweitliga-Nachholspiel gegen Darmstadt 98. Die Partie um 18.30 Uhr hier im Live-Ticker. mehr

Das menschenleere Weserstadion in Bremen © imago images / Eibner

Geisterspiele im Profisport - Stillstand bei den Amateuren

Die Regelung, die ab Montag in Kraft tritt, gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Der Amateursport pausiert wegen der steigenden Infektionszahlen. mehr

Die Stürmer Niclas Füllkrug und Davie Selke (v.l.) von Werder Bremen © imago images / Joachim Sielski Foto: Joachim Sielski

Auch Selke fällt aus - Werder mit "Bubi"-Sturm in Frankfurt

Werder Bremen muss in Frankfurt auf Niclas Füllkrug und Davie Selke verzichten. Die Sturm-Alternativen sind rar - und jung. mehr

Fußball im Netz © Mikael Damkier

NDR Fußball-Tippspiel - Jetzt mitmachen!

Das NDR Tippspiel für die Saison 2020/2021 läuft. Einsteigen, mittippen und Teams gründen: Wir suchen den Fußball-Experten im Norden. mehr