Stand: 22.02.2020 17:23 Uhr

Kein zweites Werder-Wunder gegen Dortmund

von Johannes Freytag, NDR.de
Werders Milot Rashica (r.) konnte sich gegen den BVB nicht in Szene setzen.

Ein erneutes Werder-Wunder gegen Borussia Dortmund ist ausgeblieben und die Bremer Abstiegssorgen werden immer größer. Zweieinhalb Wochen nach dem Pokalcoup gegen den BVB (3:2) unterlag die Elf von Trainer Florian Kohfeldt in der Bundesliga gegen die Westfalen mit 0:2 (0:0). Eine Halbzeit lang hielten die Grün-Weißen gut mit, dann brachten sie sich durch ihre Schwäche bei Standards auf die Verliererstraße. Da Fortuna Düsseldorf in Freiburg gewann, haben die Bremer nun schon drei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. "Wir versuchen, die guten Dinge mitzunehmen aus diesem Spiel", übte sich Davie Selke im NDR Hörfunk in Optimismus. "Ich bin weit weg davon aufzugeben", erklärte Kohfeldt.

Nun steht für die Hanseaten der Frankfurt-Doppelpack an - am 1. März geht es im Bundesligaduell gegen die Eintracht, drei Tage später tritt Werder im DFB-Pokal bei den Hessen an.

Beide Defensivreihen zunächst stark

Bei Werder feierte Ludwig Augustinsson nach auskurierten Muskelfaserrissen sein Comeback, außerdem kehrte Davie Selke zurück, der beim 0:3 in Leipzig gelbgesperrt gefehlt hatte. Ex-BVB-Profi Nuri Sahin musste wegen Magenproblemen passen.

23.Spieltag, 22.02.2020 15:30 Uhr

Werder Bremen

0

Bor. Dortmund

2

Tore:

  • 0:1 Zagadou (52.)
  • 0:2 Haaland (66.)

Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic (82. Sargent), Toprak, Moisander - Gebre Selassie, Bittencourt (67. J. Eggestein), Klaassen, Augustinsson - Osako (90. Woltemade), Rashica - Selke
Bor. Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Zagadou, Guerreiro - Hakimi (90.+3 Akanji), Witsel, E. Can - T. Hazard (90. Brandt), Sancho (77. Reyna) - Haaland
Zuschauer: 42100 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Die Hanseaten legten engagiert und offensiv los, schnürten den BVB an dessen Strafraum minutenlang ein. Ein ernsthafter Torschuss sprang dabei allerdings nicht heraus. Als die Dortmunder dann ihrerseits einen Gang hochschalteten, wurde es prompt gefährlich vor dem Bremer Tor - der Schuss von Emre Can verfehlte jedoch das Gehäuse von Jiri Pavlenka deutlich (9.).

Laufbereitschaft und Einsatzwillen stimmten bei den Bremern, die zudem taktisch sehr diszipliniert agierten und die Dortmunder erfolgreich vom eigenen Strafraum fernhielten. Vorne gelang jedoch nicht viel. Selke war bei Mats Hummels in besten Händen, Milot Rashica konnte seine Schnelligkeit nicht ausspielen. Doch einmal hätte es fast geklappt: Nach einem langen Pass war der Kosovare auf und davon, aber BVB-Keeper Roman Bürki war vor ihm am Ball (45.). Dennoch dürften die Werder-Fans zur Pause zufrieden gewesen sein - immerhin war es gelungen, gegen die zweitbeste Offensive der Liga das "zu Null" zu halten.

Elftes Gegentor nach einem Eckball

Eine Minute nach Wiederanpfiff gelang Werder der erste wirkliche Torabschluss - Bürki hatte jedoch mit dem Schuss von Leonardo Bittencourt keine Mühe (46.).

Aber auch Dortmund wurde gefährlicher. Erling Haalands Schuss wurde zur Ecke abgefälscht und Werders Schwäche bei Standards zeigte sich prompt: Jadon Sancho trat den Ball gefühlvoll in den Strafraum, Selke störte Dan-Axel Zagadou nicht energisch genug, sodass der 20-Jährige nur den linken Fuß hinhalten musste - 0:1 (52.). Es war bereits das elfte (!) Gegentor für die Bremer nach einem Eckball.

Haaland sorgt für die Entscheidung

Nach der Führung zeigte der BVB Werder klar die Grenzen auf. Pavlenka klärte in höchster Not vor Haaland (55.), war aber elf Minuten später gegen den wuchtigen Abschluss des Dortmunder Angreifers nach Vorlage von Achraf Hakimi machtlos.

Haaland hatte weitere Treffer auf dem Fuß, einmal klärte Milos Veljkovic (69.), zweimal Pavlenka (80., 90.+1). Auch Hakimi brachte den Ball nicht am Bremer Torwart vorbei (87.). Die Hausherren steckten keinesfalls auf, hatten aber lediglich durch den eingewechselten Johannes Eggestein noch eine gute Gelegenheit (79.).

So stand am Ende die sechste Heimniederlage in Serie zu Buche - ein Negativrekord in der Vereinsgeschichte. Von den jüngsten zehn Bundesliga-Partien hat Werder nun neun verloren. Die Bilanz eines Absteigers.

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Sportreport | 22.02.2020 | 18:05 Uhr