Stand: 09.02.2020 11:39 Uhr

"Dramatisch!" - Lage bei Werder Bremen spitzt sich zu

von Florian Neuhauss, NDR.de
Davie Selke von Werder Bremen © Witters Foto: Tim Groothuis
Neuzugang Davie Selke blieb in der Liga erneut ohne Tor.

Die Hoffnung war zurück: Wie bereits in schwierigen vergangenen Zeiten hatten zahlreiche Fans den Profis von Werder Bremen vor dem Bundesliga-Duell gegen Union Berlin vor dem Weserstadion einen rauschenden Empfang bereitet. Der Coup im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund (3:2) hatte für einen Stimmungsumschwung am Osterdeich gesorgt. Wer einen Meisterschaftsanwärter schlägt, kann doch einen Aufsteiger erst recht besiegen. Weit gefehlt! Gegen die "Eisernen" fiel das Team von Trainer Florian Kohfeldt zurück in alte Muster und durch die 0:2-Niederlage in der Tabelle sogar auf Rang 17 zurück. Erstmals gab es nach Schlusspfiff unüberhörbare Pfiffe von den Rängen. "Wir haben es verdient, dass die Fans uns auspfeifen. Das ist bitter", bekannte Fin Bartels, und Offensivkollege Leonardo Bittencourt gab unumwunden zu: "Die Situation ist dramatisch."

Werder: Keine Trainer-Diskussion um Kohfeldt

Werder in der Saison 2019/2020 - das sollte eigentlich die Rückkehr auf die europäische Bühne werden. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Lediglich vier ihrer nun 21 Liga-Spiele haben die Grün-Weißen gewonnen. Besonders bitter: Die Bremer stellen das schlechteste Heimteam der Liga, die jüngsten fünf Partien an der Weser gingen allesamt verloren. Zuletzt schoss Werder sogar viermal kein Tor. "Es ist nicht erklärbar. Die Situation ist allen Spielern bewusst. Daher ist es umso unverständlicher, dass wir so eine Leistung ohne Leidenschaft abrufen", sagte Frank Baumann.

Sicher ist sich der Manager derweil, dass es nicht an Chefcoach Kohfeldt liegt: "Wir würden mit keinem anderen Trainer an der Seitenlinie in einer anderen Situation stecken. Und wir sind überzeugt, dass wir da zusammen rauskommen." Auch die Mannschaft glaubt weiter an Kohfeldt und seine Arbeit. "Er erreicht uns. Wir stehen gemeinsam in dieser Situation und sind auch gemeinsam da reingekommen. Es liegt nicht an ihm", meinte Kapitän Niklas Moisander. Der Trainer selbst erklärte nach der Partie, nicht über sich und seinen Posten nachzudenken. "Es geht vor allem darum, dass es Werder Bremen gut geht."

Bittencourt: "Wir sind noch nicht abgestiegen"

Fans von Werder Bremen © picture alliance/dpa Foto: Carmen Jaspersen
Leben Totgesagte wirklich länger?

Dass das nicht der Fall ist, ist augenfällig. "Stand jetzt steigen wir ab", sagte Bittencourt. "Aber wir sind noch nicht abgestiegen. Wir dürfen nicht rumheulen und keine Ausreden suchen, sondern müssen gewinnen." Und glaubt man Moisander, könnten die Aufgaben nun einfacher werden. "Gegen große Mannschaften haben wir fast immer besser ausgesehen", meinte der Finne vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig am kommenden Sonnabend und dem eine Woche später folgenden erneuten Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Könnten die Werder-Profis auch in der Liga mal wieder einen Coup landen, müssten sie sich auch um die Unterstützung ihrer Fans keine Sorgen mehr machen.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.02.2020 | 22:50 Uhr

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