Stand: 25.09.2018 20:23 Uhr

Werder besiegt Hertha und ist erster Bayernjäger

von Thomas Luerweg, NDR.de
Werders Stürmer Martin Harnik trifft per Hacke zum 1:0.

Im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga hat sich Werder Bremen eindrucksvoll gegen Hertha BSC durchgesetzt: Im Duell Vierter gegen Zweiter siegte die Mannschaft von Coach Florian Kohfeldt am Dienstag hochverdient mit 3:1 (2:0). Das Team sorgte nicht nur für Euphorie an der Weser, die Norddeutschen brachten den Hauptstädtern auch die erste Saisonniederlage bei und sind jetzt der erste Verfolger von Tabellenführer Bayern München. Kohfeldt war nach der Partie hochzufrieden: "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit dominiert, in der zweiten Halbzeit auch über weite Strecken. Aber wir haben nie die Kontrolle verloren. In der Summe war es das beste Spiel, weil wir nicht nachgelassen haben." Auch Startelf-Debütant Nuri Sahin sprach bei NDR 2 vom "besten Saisonspiel".

Fans mit wirkungsvollem Protest

Während Hertha-Coach Pal Dardai seinem 19 Jahre alten Sohn Palko zu seinem Bundesliga-Debüt verhalf, bot Kohfeldt erstmals von Beginn an Sahin auf der Sechserposition anstelle von Philipp Bargfrede auf. Außerdem standen Martin Harnik und Yuya Osako in der Startelf und bildeten zusammen mit Max Kruse die Werder-Offensive. In der Anfangsphase übernahmen zunächst zahlreiche Fans beider Lager das Kommando: Um gegen die Zerstückelung der Spieltage zu protestieren, stellten sie für 18 Minuten und 30 Sekunden den Support ein. Im bemerkenswert ruhigen Weserstadion kamen die Gastgeber durch den agilen Maximilian Eggestein zu zwei Gelegenheiten, doch eine Hereingabe (4.) und einen Schuss (5.) entschärfte jeweils Hertha-Keeper Rune Jarstein.

Werder-Führung per Slapstick-Tor

Wenig später brachen die Werder-Fans ihre selbstgewähltes Schweigen und feierten lautstark den kuriosen Führungstreffer der Grün-Weißen: Niklas Moisanders Kopfball von links landete im Fünfmeterraum und ging vom Oberschenkel von Fabian Lustenberger zunächst an die Latte. Als Jarstein den Ball fangen wollte, schoss der Schweizer seinem Torhüter versehentlich das Spielgerät aus den Händen. Harnik vollstreckte schließlich per Hacke aus nächster Nähe zum 1:0 (11.). Es war der zweite Treffer des Österreichers für Werder, 4049 (!) Tage nach seinem ersten Torerfolg im August 2007. Danach waren die Hausherrn klar Chef im Ring: Harnik traf zunächst aus Abseitsposition (17.), wenig später konnte Jarstein einen weiteren Hackentreffer von ihm verhindern und der Nachschuss von Davy Klaassen rauschte über die Latte (25).

Veljkovic erhöht vor der Pause

5.Spieltag, 25.09.2018 18:30 Uhr

Werder Bremen

3

Hertha BSC

1

Tore:

  • 1:0 Harnik (11.)
  • 2:0 Veljkovic (45.)
  • 2:1 Dilrosun (53.)
  • 3:1 M. Kruse (66., Foulelfmeter)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - N. Sahin (61. Bargfrede) - M. Eggestein, Klaassen - Osako - Harnik (74. F. Kainz), M. Kruse (90. J. Eggestein)
Hertha BSC: Jarstein (46. T. Kraft) - Lazaro, N. Stark, Rekik, Plattenhardt - Lustenberger, Maier - Palko Dardai (64. Selke), Duda (78. Kalou), Dilrosun - Ibisevic
Zuschauer: 39100

Weitere Daten zum Spiel

Dass Werder kurz vor der Pause auf 2:0 erhöhen konnte, lag auch daran, dass die Hertha ihre Offensivbemühungen kurz zuvor durch Vedad Ibisevic (41.) und Javairo Dilrosun (44.) nicht ins Ziel bringen konnte. Dafür machte es Milos Veljkovic auf Bremer Seite besser: Nach einer Sahin-Ecke von rechts behauptete sich der Innenverteidiger im Kopfballduell mit Niklas Stark und drückte den Ball über die Linie (45.). Der Schlusspunkt einer starken Werder-Halbzeit, die Führung war leistungsgerecht. Nach der Pause brachten die Berliner Torhüter Thomas Kraft für den verletzten Jarstein ins Spiel. Werder spielte weiter nach vorn, musste aber nach einer starken Einzelaktion den Anschluss hinnehmen: Ibisevic schickte Dilrosun steil auf der linken Seite und der Niederländer knallte die Kugel platziert ins linke kurze Eck (53.). Werder-Keeper Jiri Pavlenka sah beim 2:1 nicht gut aus.

Cooler Kruse überwindet Kraft

Als es danach aussah, als ob Werder die Partie noch aus der Hand geben könnte, schwächte sich die Hertha erneut selbst: Verteidiger Marvin Plattenhardt trat im Strafraum Theodor Gebre Selassie um - Elfmeter, der fünfte im fünften Spiel gegen die Berliner. Ein Novum in der Bundesliga-Geschichte. Kruse verwandelte cool gegen Kraft und stellte die Weichen auf einen Werder-Sieg (66.). Der eingewechselte Ex-Bremer Davie Selke hatte noch mehrere Gelegenheiten (79., 86.) konnte aber nicht verhindern, dass Hertha die erste Saisonpleite kassierte. Werder entschied das Duell der Bayernjäger verdient für sich und setzt sich in der Spitzengruppe der Tabelle fest.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 25.09.2018 | 19:00 Uhr

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