Stand: 29.08.2020 19:09 Uhr

Werder Bremen, RB Leipzig und der Fall Rashica

Werder Bremens Milot Rashica beim Training © imago images/Nordphoto
Soll Geld in die leere Werder-Kasse bringen: Milot Rashica.

Die Corona-Krise hat Werder Bremen wirtschaftlich unter Zugzwang gesetzt. "Durch die Mindereinnahmen aufgrund der Pandemie hat Werder einen gewissen Druck, Erlöse zu erzielen", sagte Sportchef Frank Baumann am Sonnabend im Club-TV. Ein Millionen-Loch klafft in der Vereinskasse der Hanseaten und der Weg zur Linderung führt über Spielerverkäufe. Milot Rashica ist derzeit das Tafelsilber, das die Bremer im Angebot haben. Bundesliga-Konkurrent Leipzig ist an dem 24 Jahre alten Offensivmann interessiert, aber nicht bereit, die aktuell geforderte Ablösesumme zu bezahlen.

Kein Transfer, "wenn sich keiner bewegt"

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt lächelt mit verschränkten Armen. © imago images / Nordphoto

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"Es ist aktuell so, dass beide Clubs für sich ein Limit gesetzt haben, und diese Limits, diese Grenzen, überschneiden sich aktuell einfach nicht. Wenn sich keiner bewegt, wird der Transfer nicht zustande kommen", stellte Baumann klar. Die Hanseaten hoffen auf einen Erlös jenseits von 20 Millionen Euro, Leipzig bietet Medienberichten zufolge nur 15 Millionen Euro plus Bonuszahlungen. Trotz des aktuellen Stillstands hält Sportchef Baumann den Wechsel weiterhin für möglich. "Leipzig ist nicht ganz raus. Es ist bekanntermaßen so, dass sich Milot Leipzig gut vorstellen könnte. Es wäre ein logischer Schritt in seiner Karriere. Dies muss man so akzeptieren."

Rashica-Verkauf soll Millionen-Loch stopfen

Ein Verbleib des pfeilschnellen Offensivspielers, der in Bremen noch einen Vertrag bis 2022 besitzt, sei laut Baumann nicht die "wahrscheinlichste Variante". Wenn es mit den Sachsen nicht klappen sollte, "muss der Spieler sehen, ob und wohin er wechselt. Wenn er sich einen anderen Club vorstellen kann, geht die Verhandlungsrunde von Neuem los." Baumann ist da auf einer Linie mit Finanzgeschäftsführer Klaus Filbry, der für das Stopfen des Corona-bedingten Millionen-Lochs verantwortlich ist.

Trainer Florian Kohfeldt hingegen plant aktuell notgedrungen so, als würde ihm der Kosovare in der kommenden Saison zur Verfügung stehen. Im Test gegen den FC St. Pauli erzielte Rashica am Sonnabend das einzige Tor (43.). Für den Coach ist "die Möglichkeit absolut realistisch, dass wir am ersten Spieltag mit Rashica Bundesliga spielen und vielleicht auch am 6. Oktober". Am 5. Oktober endet in diesem Jahr die Transferperiode.

Trio darf nicht zur Nationalmannschaft

International kann Rashica vorerst nicht vorspielen. Werder teilte am Sonnabend mit, dass Rashica, Milos Veljkovic und Neuzugang Tahith Chong aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht für ihre Nationalmannschaften abgestellt werden. Das Trio werde in der kommenden Woche aufgrund der vom Robert Koch-Institut festgelegten Risikogebiete in Bremen bleiben. Rashica hätte mit dem Kosovo in der Hauptstadt Pristina gegen Moldawien gespielt, der Serbe Veljkovic in Russland und in der Heimat sowie der niederländische U-21-Nationalspieler Chong in Weißrussland.

Das Bremer Gesundheitsamt hat für Reisen in ein Risikogebiet vorgegeben, dass man nach der Rückkehr eine fünftägige Quarantäne antreten muss, selbst bei einem negativen Testergebnis. "Vor diesem Hintergrund haben wir mit den Spielern entschieden, dass sie nicht zu den Auswahlmannschaften reisen, da das auch einen Einsatz im Pokalspiel ausschließen würde. Das wollen wir vermeiden", sagte Baumann. Die Bremer treten am 12. September im DFB-Pokal beim Viertligisten Carl Zeiss Jena an.

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Dieses Thema im Programm:

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