Stand: 18.05.2019 17:40 Uhr

Bremen: Europa muss warten, aber Pizarro bleibt und trifft

von Matthias Heidrich, NDR.de
Erst verlängert, dann Matchwinner: Werder-Legende Claudio Pizarro.

Werder Bremen hat sein Saisonziel verpasst, doch das war den Fans des Fußball-Bundesligisten am Sonnabend nach dem 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen RB Leipzig irgendwie egal. Sie feierten ihr Team für eine insgesamt tolle Saison, auch wenn es am Ende nicht für Europa gereicht hat. "Ich bin einfach unglaublich stolz auf mein Team. Die Jungs haben mir vertraut, diese Art von Fußball zu spielen und sie sind immer wieder zurückgekommen. Riesen Kompliment", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt. Einem spendeten die Bremer Anhänger auf der Ehrenrunde besonders Applaus: Claudio Pizarro. Die grün-weiße Legende hatte mit seinem 109. Bundesligator für Werder den Sieg in der 88. Minute klar gemacht. Ein Happy End der besonderen Art.

Publikumsliebling hängt noch ein Jahr dran

Denn schon kurz vor dem Anpfiff war es im Weser-Stadion emotional geworden - wegen Pizarro. Per Videobotschaft überbrachte der 40 Jahre alte Ausnahmestürmer den Bremer Fans die frohe Kunde: "Es geht mit Werder und mir noch ein Jahr weiter." Die gut 42.000 Zuschauer jubelten. "Wir haben uns mit Claudio grundsätzlich über eine weitere Zusammenarbeit geeinigt und werden in den kommenden Tagen einen entsprechenden Vertrag unterschreiben", erklärte Geschäftsführer Frank Baumann. Eine gute Nachricht für den Bremer Anhang, nachdem Max Kruse seinen Abschied von der Weser verkündet hat. Während der verletzte Kapitän nicht auf dem Platz Tschüss sagen konnte, saß Publikumsliebling "Piza" immerhin auf der Bank.

Video-Assistent hilft Werder - Rashica trifft

34.Spieltag, 18.05.2019 15:30 Uhr

Werder Bremen

2

RB Leipzig

1

Tore:

  • 1:0 Rashica (35., Foulelfmeter)
  • 1:1 Mukiele (86.)
  • 2:1 Pizarro (88.)

Werder Bremen: Pavlenka - Friedl, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - N. Sahin (46. J. Eggestein) - M. Eggestein, Klaassen - Möhwald (87. Jóhannsson), Osako (74. Pizarro) - Rashica
RB Leipzig: Mvogo - Mukiele, Ilsanker, Upamecano, Saracchi - Laimer (70. Forsberg), Adams (64. Smith Rowe) - Haidara, Bruma - Augustin (70. Poulsen), Matheus Cunha
Zuschauer: 42100 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Leipzig tat den Bremen den vermeintlichen Gefallen mit einer B-Elf anzutreten. Für den Tabellendritten ging es um nichts mehr. Mit Blick auf das DFB-Pokalfinale gegen die Bayern schonte Trainer Ralf Rangnick nahezu alle Stammkräfte. Das bedeutete allerdings nicht, dass Werder haushoch überlegen war. Die Partie gestaltete sich ausgeglichen und plätscherte ohne Höhepunkte dahin. Der Video-Assistent musste "helfen". Das gestreckte Bein von Leipzigs Dayot Upamecano gegen Yuya Osako (33.) hatte Schiedsrichter Felix Brych zunächst nicht als elfmeterwürdig eingestuft. Er schaute sich die Szene nach der Intervention aus Köln noch einmal an und korrigierte seine Entscheidung - zu Recht. Milot Rashica verwandelte sicher zum 1:0 für Bremen (35.). Die Gäste wurden nur einmal gefährlich: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf Bruma den Pfosten, den Nachschuss von Matheus Cunha parierte Werder-Keper Jiri Pavlenka.

Leipzigs Bruma verschießt Handelfmeter

Aus dem Spiel heraus passierte auch in Hälfte zwei zunächst nicht viel. Wieder sorgte ein Pfiff für Aufregung. Nach einem klaren Handspiel von Marco Friedl bot sich Leipzig vom Punkt die Chance zum Ausgleich, doch Bruma jagte den Ball weit über die Querlatte (54.). Glück für Werder, das in der Folgezeit dem zweiten Treffer näher war als die Gäste dem Ausgleich.

Pizarro schreibt Werder-Geschichte

Gänsehautstimmung kam in der 74. Minute auf. Pizarro betrat den Platz und das Weser-Stadion erhob sich. Der 40 Jahre und 227 Tage alte Südamerikaner löste dadurch Mirko Votava (40 Jahre/225 Tage) als ältesten Werder-Profi der Bundesligageschichte ab. Er musste zunächst mit ansehen, wie die Leipziger noch zum 1:1 kamen. Nordi Mukiele traf (86.). So kann es an diesem Tag nicht zu Ende gehen, dachte sich "Piza" wohl, schnappte sich das Leder und versenkte den Ball zwei Minuten später von der Strafraumgrenze im rechten Eck - 2:1 für Werder und das Weser-Stadion hatte sein Happy End - auch ohne Europa. "Die Liebe der Fans geht direkt in mein Herz. Das gibt mir Kraft", schwärmte Pizarro.

Claudio Pizarros Karriere in Bildern

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.05.2019 | 22:30 Uhr