Stand: 26.11.2019 10:32 Uhr

Werder-Krise trübt Freude über Rekordumsatz

Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry spricht auf der Mitgliederversammlung des Vereins. © picture alliance / dpa / Carmen Jaspersen Foto: Carmen Jaspersen
Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry verkündete Rekordzahlen.

Sportlich läuft es für Werder Bremen derzeit nach acht sieglosen Spielen in Serie alles andere als rund, dafür darf sich der Fußball-Bundesligist mit wirtschaftlich positiven Zahlen trösten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Hanseaten mit 157,1 Millionen Euro einen Rekordumsatz erzielt. Der Gewinn des Clubs lag bei 3,5 Millionen Euro, die Grün-Weißen schafften damit den vierten positiven Jahresabschluss in Folge. Einen höheren Gewinn erwirtschaftete Werder zuletzt 2010/2011, als das Plus 8,2 Millionen Euro betrug.

Werders Eigenkapital wieder zweistellig

"Der stark gestiegene Konzernumsatz ist in erster Linie auf signifikant höhere Erträge bei den TV-Geldern und Transfers zurückzuführen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Filbry, auf der Mitgliederversammlung am Montag: "Zugleich konnten wir aber auch in den Bereichen Spielbetrieb und Werbung sowie bei den sonstigen Einnahmen die Erträge steigern." Das Eigenkapital hat mit 10,5 Millionen Euro erstmals wieder einen zweistelligen Wert erreicht: "Wir sind auf einem guten Weg", konstatierte Filbry.

Ohne Europacup kein weiteres Wachstum

Weiteres Wachstum sei jedoch nicht ohne das internationale Geschäft möglich, so Filbry weiter. Die aktuelle Entwicklung mit der Nähe zu den Abstiegsplätzen mache ihm daher Sorgen: "Man muss sehen, wohin die Reise in dieser Saison gehen wird. Noch ist aber nichts verloren", meinte der Werder-Chef, der keine Zweifel an der sportlichen Leitung zulässt: "Ich habe vollstes Vertrauen in Florian Kohfeldt und Frank Baumann, dass sie das Schiff sportlich wieder in die richtige Richtung lenken werden." Dazu soll auch Niklas Moisander beitragen: Der Vertrag mit dem 34 Jahre alten Kapitän wurde bis 2021 verlängert, wie der Club bekanntgab.

Polizeikosten: Werder bleibt hart

Ungemach und weitere finanzielle Belastungen drohen Werder jedoch weiterhin wegen des andauernden Streits um die Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Spielen mit erhöhtem Sicherheitsrisiko.

Nachdem das Land Bremen der Deutschen Fußball Liga (DFL) Gebührenbescheide in Höhe von rund 1,17 Millionen Euro zugeschickt hatte, nahm die DFL den Fußball-Club in die Pflicht: Mindestens die Hälfte der Kosten müsse der Bundesligist übernehmen.

Werder bildet für diesen Fall schon länger Rücklagen, Präsident Hubertus Hess-Grunewald kündigte auf der Mitgliederversammlung jedoch juristische Konsequenzen an: "Wir werden uns, wenn nötig, auch mit gerichtlichen Mitteln dafür einsetzen, dass nicht 100 Prozent und auch nicht 50 Prozent der Kosten an uns weitergereicht werden. Wir sind in der Position, dass wir uns jetzt auch gegen die DFL stellen müssen." Hess-Grunewald sieht in einer Gebührenbeteiligung einen "großen finanziellen Schaden" und einen "nicht unerheblichen Wettbewerbsnachteil" für Werder.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 26.11.2019 | 08:25 Uhr

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