Stand: 17.08.2019 21:37 Uhr

Kalt erwischt: Werder unterliegt effektiver Fortuna

von Florian Neuhauss, NDR.de
Ein Tag zum Vergessen für Maximilian Eggestein und seine Bremer.

Die gute Nachricht vorweg: Werder Bremen ist der neue Bundesliga-Dino! Mit Anpfiff der Partie gegen Fortuna Düsseldorf am Sonnabend zog das Team von der Weser in Sachen Bundesliga-Spiele an Zweitligist Hamburger SV vorbei. Das war es dann aber auch mit der Freude für Werder. Im Duell mit Düsseldorf setzte es eine empfindliche 1:3 (0:1)-Heimpleite. Die Bremer hatten zwar ein deutliches Chancenplus, die Rheinländer zeigten sich vor dem Tor jedoch kaltschnäuziger. So kassierten die Grün-Weißen die erste Heimniederlage seit Dezember 2018. "Ein bisschen war es Fahrlässigkeit von uns, ein bisschen der Torwart und ein bisschen Pech", ärgerte sich Maximilian Eggestein.

Hennings sorgt für die kalte Dusche

1.Spieltag, 17.08.2019 15:30 Uhr

Werder Bremen

1

F. Düsseldorf

3

Tore:

  • 0:1 Hennings (36.)
  • 1:1 J. Eggestein (47.)
  • 1:2 Karaman (52.)
  • 1:3 Ayhan (64.)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Toprak (82. Sargent), Moisander, Friedl (71. Pizarro) - N. Sahin - M. Eggestein, Klaassen - J. Eggestein, Rashica (65. Füllkrug) - Osako
F. Düsseldorf: Z. Steffen - Mat. Zimmermann, Ayhan, A. Hoffmann, Gießelmann - Baker, Morales - Thommy (76. Pledl), Karaman (69. Sobottka), Suttner - Hennings (86. O. Fink)
Zuschauer: 42100 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Werder legte druckvoll los und schnürte die Fortuna rund um den eigenen Sechzehner ein. Gleich drei Ecken segelten in Folge in den Strafraum der Gäste. Gefährlich wurde es allerdings nur einmal: Der abgefälschte Schuss von Maximilian Eggestein ging knapp vorbei (4.). In der Folge befreiten sich die Düsseldorfer, ohne offensiv in Erscheinung zu treten. Einmal jubelten die Bremer, Johannes Eggestein stand bei seinem Treffer jedoch klar im Abseits (12.). Den Torschrei hatten sie auch sechs Minuten später schon auf den Lippen. Der Flugkopfball von Ömer Toprak verfehlte das Ziel schließlich deutlich.

Dem sehr selbstbewusst auftretenden Neuzugang Toprak und seinem Innenverteidiger-Kollegen Niklas Moisander wurde hinten immer wieder langweilig, sodass sich beide offensiv am Spielaufbau beteiligten. Lücken im teilweise sehr dicht gestaffelten 4-5-1 der Gäste fanden die Bremer aber immer seltener. Und urplötzlich stand es 0:1, mit dem ersten ernsthaften Angriff gingen die Fortunen in Front. Nuri Sahin verspielte leichtfertig den Ball, in der Mitte sahen Toprak und Theodor Gebre Selassie schlecht aus - Rouwen Hennings kam frei zum Schuss und verwandelte sicher (36.).

Vier Chancen, drei Gegentore

Nach der Pause ging es Schlag auf Schlag. Erst köpfte Johannes Eggestein eine butterweiche Flanke von Milot Rashica zum Ausgleich ein (47.). Yuya Osako hatte sogar die Führung auf dem Fuß (50.). Das dritte Tor fiel aber auf der anderen Seite. Beim Schuss von Kenan Karaman machte Torhüter Jiri Pavlenka keine gute Figur (52.), und Werder lief wieder einem Rückstand hinterher. Die Hausherren stemmten sich vehement gegen die drohende Niederlage. Sahin (55.), Moisander (59.) und Johannes Eggestein (60.) scheiterten an Fortuna-Keeper Zack Steffen. Allerdings blieben auch die Düsseldorfer gefährlich: Lewis Baker scheiterte noch an Pavlenka, die folgende Ecke köpfte Kaan Ayhan zum 3:1 ein (64.). Ganz bitter für Werder, mit dem vierten Abschluss gab's den dritten Gegentreffer.

Bremen lässt auch beste Chancen liegen

War es das für Werder? Erst rettete Pavlenka noch einmal gegen Hennings (66.), doch die Bremer hätten innerhalb kürzester Zeit schon wieder ausgleichen können. Erst schob Davy Klaassen nach einem Abpraller von Steffen den Ball aus wenigen Metern am Tor vorbei (67.), dann scheiterte Joker Niclas Füllkrug direkt vor dem Tor per Kopf am Gäste-Keeper (70.). Auch Osako (78.) und der eingewechselte Claudio Pizarro (79.) vergaben ihre Chancen. Die Bremer gaben nicht nach, aber an diesem Tag sollte es einfach nicht sein. Dass Füllkrugs abgefälschter Schuss an die Unterkante der Latte, vor die Linie und dann über das Tor sprang (87.), war sinnbildlich. "Ich hatte das Gefühl, dass der Ball heute nicht reinwill", befand Maximilian Eggestein.

Toprak nach dem Spiel in die Klinik

Für Neuzugang Toprak endete der erste Einsatz im Werder-Trikot im Krankenhaus. Der Abwehrspieler klagte nach dem Spiel über Schmerzen am Bauch und daraus resultierende Atembeschwerden. Toprak war deshalb in der 82. Minute ausgewechselt worden. "Es stimmt, dass er auf dem Weg ins Krankenhaus ist. Ich denke aber, dass es nichts Dramatisches ist. Es ist eine Routineuntersuchung", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Tatsächlich gab es am späten Samstagabend Entwarnung: Die Untersuchungen seien "ohne Befund" geblieben, teilte Werder mit.

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