Jubel bei Milot Rashica (v.l.), Theodor Gebre Selassie und Maximilian Eggestein von Werder Bremen © imago images/Jan Huebner

2:1 - Werder Bremen dreht das Spiel und beendet Frankfurts Serie

Stand: 27.02.2021 10:53 Uhr

Werder Bremen hat am Freitagabend einen Befreiungsschlag in der Bundesliga gelandet. Die Hanseaten besiegten das zuletzt so starke Eintracht Frankfurt und gaben damit die richtige Antwort auf die Pleite bei der TSG Hoffenheim.

von Florian Neuhauss

An den Hessen waren am vergangenen Sonnabend sogar die Bayern gescheitert. Und nach dem ganz schwachen Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim schienen die Bremer auch gegen Frankfurt einen gebrauchten Tag erwischt zu haben. Doch angeführt von einem starken Milot Rashica kämpfte sich Werder nach frühem Rückstand zurück ins Spiel und siegte am Ende hochverdient. "Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns nach dem Spiel bei Hoffenheim", sagte Theodor Gebre Selassie. "Wir haben gezeigt, dass das nur ein Ausrutscher war. Wir sind in dieser Saison stabiler." Für die Eintracht, die mittlerweile sogar zu den Champions-League-Kandidaten zählt, war es nach zuletzt fünf Siegen in Folge die erste Niederlage in diesem Jahr.

Viel Hektik im Spiel, Gerangel nach Abpfiff

Auf dem Weg in die Kabinen gerieten Werder-Trainer Florian Kohfeldt und sein Gegenüber Adi Hütter verbal aneinander. Frankfurts Martin Hinteregger und der Bremer Niklas Füllkrug lieferten sich kurz darauf sogar ein kleines Handgemenge. Schon während der Partie war es immer wieder zu Diskussionen am Spielfeldrand gekommen, Hütter sah in der Schlussphase die Gelbe Karte. "Irgendwann platzt einem der Kragen, das hat mit einem Niveau nichts zu tun", sagte der 51-Jährige und meinte damit offenbar einen Teil des Werder-Personals auf der Tribüne. Zu den Szenen nach dem Abpfiff fügte er an: "Es war ein bisschen Hektik im Innenraum, die Emotionen gehören auch dazu."

Kohfeldt sagte, er sei ein großer Freund davon, "dass man sich nach dem Spiel die Hand gibt und Emotionen, Emotionen sein lässt". Es sei ein Bundesligaspiel gewesen, das "absolut im Rahmen" war: "Die Eintracht spielt eine überragende Saison. Man muss dann auch mal mit Anstand verlieren können."

Werder hat erst Pech und pennt dann

Die Erfolgsserie war den Gästen zu Beginn deutlich anzumerken gewesen: Die Frankfurter strotzten vor Selbstvertrauen, spielten im Weserstadion zunächst wie eine Heimmannschaft und ließen Ball und Gegner laufen. Weil die Bremer bei einer kurzen Eckballvariante pennten, konnte Filip Kostic ungestört flanken, in der Mitte war André Silva vor Ömer Toprak am Ball und traf sehenswert per Kopf ins lange Eck. Nicht mal neun Minuten waren gespielt, da stand es schon 1:0 für die Eintracht. Das Gegentor hatten sich die Gastgeber selbst zuzuschreiben, die Ecke aber nicht. Kevin Möhwald hatte seinen Gegenspieler zuvor eigentlich angeschossen.

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Doch während Kohfeldt noch länger mit der Schiedsrichterentscheidung haderte, agierten seine Spieler auf dem Platz weiter kopf- und führungslos. In der 18. Minute ließ sich Toprak von André Silva im Strafraum abkochen, aber Jiri Pavlenka im Werder-Tor verhinderte per Fußabwehr den zweiten Gegentreffer.

Latte verhindert den Ausgleich

Immerhin einer wollte sich mit den Kräfteverhältnissen auf dem Platz nicht abfinden. Rashica prüfte in der 26. Minute erstmals Eintracht-Keeper Kevin Trapp mit einem wuchtigen, aber unplatzierten Freistoß (26.). Zwei Minuten später lief der Stürmer nach einem langen Ball frei auf Trapp zu, der den Schuss parierte, aber gegen den nachsetzenden Joshua Sargent machtlos war. Das vermeintliche 1:1 zählte aber wegen einer deutlichen Abseitsstellung Rashicas nicht. Warum die Fahne bei solch einer klaren Sache nicht schon vorher hochgegangen war, ist lächerlich. Doch der Kosovare drehte noch weiter auf. Nach einem Fehler des 37-jährigen Makoto Hasebe ließ der Bremer den Japaner noch ein paar Jahre älter aussehen - Rashicas Schlenzer landete jedoch bloß auf der Latte (34.).

Drei Werder-Tore + drei Video-Beweise = 2:1

Doch die Bremer hatten gemerkt, dass gegen die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga an diesem Abend etwas möglich war. Und nach dem Seitenwechsel war es Werder, das für Überraschung beim Gegner sorgte. Rashica setzte Theodor Gebre Selassie in Szene und der Tscheche traf platziert zum Ausgleich ins lange Eck (47.). Die Frankfurter wussten mit dem 1:1 nicht umzugehen und lagen bald sogar hinten. In der 62. Minute spielte Maximilian Eggestein Sargent frei und auch der Schuss des Stürmers saß.

Werder setzte schnell nach, drängte auf die Entscheidung: Sargent (67.) und Rashica (68.) scheiterten noch an Trapp, dann lag der Ball wieder im Tor der Hessen. Romano Schmid hatte nach Zuspiel von Sargent getroffen (69.). Allerdings wurde - wie auch bei den beiden Treffern zuvor - per Videobeweis auf Abseits kontrolliert, und diesmal zählte das Tor nicht.

Statt 3:1 zu führen, gerieten die Hanseaten zu Beginn der Schlussphase plötzlich wieder gehörig unter Druck. Pavlenka musste gegen Kostic (75.) und André Silva (76.) sein ganzes Können aufbieten. Doch Werder verteidigte in der Folge geschickt und ließ nur noch wenig zu. Die Bremer können mit breiter Brust ins DFB-Pokalspiel am Dienstag (18.30 Uhr) bei Jahn Regensburg gehen.

23.Spieltag, 26.02.2021 20:30 Uhr

Werder Bremen

2

E. Frankfurt

1

Tore:

  • 0:1 A. Silva (9.)
  • 1:1 Gebre Selassie (47.)
  • 2:1 Sargent (62.)

Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - Gebre Selassie, Möhwald (90.+5 Groß), Agu - M. Eggestein, Schmid (79. Bittencourt) - Rashica (86. Mbom), Sargent (79. Füllkrug)
E. Frankfurt: Trapp - Tuta, Hasebe, Hinteregger - Durm (65. Barkok), Sow, Rode (65. Hrustic), Kostic - Kamada (65. Jovic), Younes - A. Silva
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 26.02.2021 | 20:30 Uhr

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