Stand: 02.07.2020 07:50 Uhr

Ex-Boss Born: "Werder-Abstieg wäre die größte Blamage"

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Werders Ex-Clubboss Jürgen Born blickt der Relegation skeptisch entgegen.

Florian Kohfeldt nennt die Relegation "ein Geschenk". Denn Werder Bremen hat den Klassenerhalt nach dem Sprung auf Rang 16 am letzten Bundesliga-Spieltag wieder selbst in der Hand. Mit den Spielen gegen den 1. FC Heidenheim heute (zu Hause) und am Montag (beide 20.30 Uhr/im NDR Livecenter) wollen der Trainer und seine Mannschaft eine Saison zum Vergessen, "unbedingt zu einem guten Ende bringen".

Allerdings taten sich die Bremer in dieser Saison mit der Favoritenrolle oft genug schwer. Ex-Clubboss Jürgen Born sagte im NDR 2-Bundesligashow-Podcast: "Es wäre die größte Blamage, wenn Werder jetzt noch den Klassenerhalt verdaddelt."

Heidenheim bloß nicht unterschätzen

In Bremen geht die Sorge um, dass die Profis bei all der Erleichterung den Zweitligisten auf die leichte Schulter nehmen könnten. Kohfeldt betonte allerdings am Tag vor dem Spiel, er "spüre nicht eine Sekunde, das jemand irgendwas unterschätzt". Gemeinsam mit seinem Trainerteam habe er in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt - mit den Spielern, aber auch mit dem Betreuerstab, um herauszufinden, wie die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist. Kohfeldt berichtete danach von einem "Gefühl der totalen Anspannung".

Piontek: "Werder ist eben doch erfahrener"

Gegen die Favoritenrolle wehren sich die Bremer allerdings nicht.

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"Ich bin sogar gern der Favorit", erklärte der Coach. "Aber wir müssen die Qualität auch auf den Platz bringen, fokussiert und aggressiv sein."

Sepp Piontek ist davon überzeugt, dass Werder seiner Favoritenrolle gegen Heidenheim gerecht werden wird. "Der Zweitligist ist jetzt so weit gekommen, die Euphorie ist groß, und er hat jetzt die Chance, ganz nach oben zu kommen, dahin, wo er noch nie war", sagte der ehemalige Coach der Bremer im Interview mit dem NDR Sportclub. "Aber dann kommen natürlich auch die Nerven. Da ist Werder Bremen eben doch erfahrener." Er hoffe, "dass die Erfahrung und das Professionelle doch soweit da sind bei Werder Bremen, dass sie diese schwierige Hürde schaffen".

Kohfeldt informiert sich bei Relegations-Gewinnern

Eine Erfahrung fehlt den meisten Bremern freilich - die Relegation kennen fast alle nur aus der Ferne. Kohfeldt suchte deshalb Rat bei zwei Männern, die die Relegation in den vergangenen Jahren gemeistert haben. "Ich gehe nicht arrogant oder überheblich mit der Situation um und habe mich deshalb informiert", sagte der 37-Jährige, der nicht verraten wollte, mit wem er gesprochen hat. Kohfeldts Erkenntnisse: Man müsse die Relegation strategisch angehen, schließlich gibt es ein Hin- und ein Rückspiel. Und einen Spannungsabfall dürfe es nicht geben.

Bremer, so viel erklärte er dann doch, waren es allerdings nicht. Demnach war es auch nicht Hoffnungsträger Niclas Füllkrug. Der Werder-Stürmer unterlag 2015/2016 mit Zweitligist Nürnberg in der Relegation gegen Frankfurt (1:1, 0:1). Geschäftsführer Frank Baumann mahnte: "Es ist natürlich wichtig, kein Gegentor zu bekommen. Die Auswärtsttor-Regelung gilt ja."

Macht's Werder noch mal wie im Pokal?

Am 30. Oktober standen sich Werder und Heidenheim bereits im Pokal (4:1) gegenüber. Nach 40 Minuten führte der Bundesligist mit 4:0. Jürgen Born hofft, dass die Bremer erneut einen deutlichen Sieg einfahren. "Mit einem 1:0 oder sogar einem Unentschieden wäre mir sehr unwohl", sagte der 79-Jährige und schob warnend hinterher: "Die Heidenheimer haben überhaupt nichts zu verlieren. Sie werden sich sehr mutig in das Spiel werfen, werden nicht nervös sein und alles riskieren. Das kann für Werder sehr gefährlich werden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 02.07.2020 | 23:03 Uhr