Werder Bremens Josh Sargent (h.) jubelt mit Niklas Moisander © imago images/Nordphoto Foto: Kokenge

Schwieriges Jahr endet versöhnlich: Werder in Festtagsstimmung

Stand: 24.12.2020 10:45 Uhr

Für Werder Bremen ging am Mittwoch eine Stunde vor Heiligabend ein aufreibendes Fußball-Jahr zu Ende. In der Bundesliga ein komfortabler Vorsprung auf die Abstiegsplätze, im DFB-Pokal im Achtelfinale - die Bilanz fällt versöhnlich aus.

Zum Abschluss machte Florian Kohfeldt noch einen Scherz. Man werde das Trikot von Niklas Moisander jetzt neu beflocken und ihm die Nummer zehn geben, sagte der Trainer von Werder Bremen nach dem souveränen 3:0 (2:0)-Sieg im DFB-Pokal bei Hannover 96. Worauf der Coach anspielte: Der 35 Jahre alte Kapitän hatte den Großteil seines Sportlerlebens bislang im und um den eigenen Strafraum herum verbracht hat, bereitete in Hannover aber den zweiten Bremer Treffer durch Joshua Sargent mit einem technisch anspruchsvollen Sololauf über das halbe Spielfeld vor.

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Werder steht deutlich besser da als vor einem Jahr

Noch vor einem Jahr um diese Zeit war bei Werder niemandem zum Scherzen zumute. Da überwinterte der viermalige deutsche Meister nach vier Niederlagen in Serie auf einem Abstiegsplatz der Fußball-Bundesliga. Nun haben die Hanseaten einen Puffer von acht Punkten auf den vorletzten Platz, sind im DFB-Pokal weiterhin im Rennen und zeigten in Hannover überdies eine abgeklärte Leistung - kein Wunder, dass der 38-Jährige in Festtagsstimmung ist.

Die Tore von Theodor Gebre Selassie (30.), dem Amerikaner Sargent (32.) und Jean-Manuel Mbom (60.) waren der versöhnliche Abschluss eines Jahres, das den Bremern mit dem Beinahe-Abstieg und den Millionen-Einbußen der Coronakrise alles abverlangt hat - und vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht noch immer alles abverlangt. "Unser Ziel vor dem Mainz-Spiel war, beide Spiele zu gewinnen. Das haben wir geschafft. Jetzt können wir diese beiden Siege ein paar Tage genießen und dann geht es auch schon weiter", sagte Gebre Selassie.

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Kohfeldt setzt auf Talente

Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Für höhere Ansprüche reicht es nicht. Aber dafür, eine ausreichende Anzahl an Mannschaften in der Bundesliga hinter sich zu lassen, wahrscheinlich schon. Gegen Gegner auf Augenhöhe punkteten die Bremer in dieser Saison verlässlich. Zweitligist Hannover beherrschten sie klar.

Auch, weil Kohfeldt aus der Not eine Tugend macht. Schritt für Schritt baut er junge Spieler ein, auf die der Verein allein deshalb setzen muss, weil sich Werder keine etablierten Profis mehr leisten kann. Im Pokalspiel bei 96 kamen insgesamt acht Talente im Alter von 18 bis 21 Jahren zum Einsatz. Darunter der 19 Jahre alte Stürmer Eren Dinkci, dem am Wochenende in Mainz das Siegtor gelungen war. Der ebenfalls 19 Jahre alte Mittelfeldspieler Ilia Gruev feierte am Mittwochabend sein Debüt im Profiteam. "Obwohl wir so viele junge Spieler auf dem Feld hatten, haben wir heute sehr erwachsen gespielt", sagte Kohfeldt.

Schon am 2. Januar geht es weiter

Die nächste Bewährungsprobe lässt indes nicht lange auf sich warten: Schon am 2. Januar geht es für die Bremer in der Bundesliga mit dem Spiel gegen die "Überflieger" von Union Berlin weiter.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 24.12.2020 | 08:25 Uhr

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