Stand: 24.08.2019 06:19 Uhr

Werder: Grün-weiß denken statt schwarz-weiß malen

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Der Abgang von Max Kruse in die Türkei schmerzt Werder Bremen sehr.

Eine lange Anlaufzeit scheint Max Kruse nicht zu benötigen, um bei seinem neuen Club Fenerbahce Istanbul eine ähnlich dominante Rolle einzunehmen, wie er dies bis zum Ende der vergangenen Saison bei Werder Bremen tat. Der vormalige Kapitän des Fußball-Bundesligisten war beim 5:0-Sieg des 19-maligen türkischen Meisters am vergangenen Montag gegen Gaziantepspor zum Liga-Auftakt der überragende Spieler auf dem Platz und bereitete zwei Treffer vor. Am Osterdeich werden sie hernach vielleicht etwas neidisch und wehmütig in Richtung Bosporus geschaut haben. Denn die Übersicht und Entschlossenheit von Kruse hätte Werder zwei Tage zuvor in seinem Duell mit Fortuna Düsseldorf bestens gebrauchen können.

Die Hanseaten suchten zwar auch ohne ihren abtrünnigen Leader konsequent den Weg nach vorne, zeigten jedoch beim finalen Pass und im Abschluss große Defizite. Und weil die stets offensiv ausgerichteten Bremer ohnehin immer für ein Gegentor gut sind, schlug am Ende für sie eine ernüchternde 1:3-Heimpleite zu Buche.

Mögliche Aufstellung Werder Bremen

Sechs verletzungsbedingte Ausfälle

Neben der Niederlage schlug auch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Ausnahmeangreifer Milot Rashica dem viermaligen deutschen Meister aufs Gemüt. Der 23-Jährige zog sich eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zu und wird den Norddeutschen zumindest in den kommenden beiden Partien bei der TSG Hoffenheim (heute, 15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) und gegen den FC Augsburg (1. September, 15.30 Uhr) nicht zur Verfügung stehen.

"Es ist nicht so dramatisch, wie es hätte sein können. Wir gehen davon aus, dass er nach der Länderspiel-Pause wieder dabei sein kann", erklärte Coach Florian Kohfeldt am Donnerstag. Neben Rashica muss der Fußballlehrer gegen die TSG auch auf die Verteidiger Sebastian Langkamp, Milos Veljkovic und Ludwig Augustinsson, Mittelfeldmann Philipp Bargfrede und Offensiv-Allrounder Fin Bartels verzichten. Alle sind ebenfalls verletzt.

Trotz der Personalsorgen und des verpatzten Auftakts gab sich Kohfeldt vor der schweren Auswärtspartie in Sinsheim kämpferisch: "Klar, hätte ich mir das schöner ausgemalt. Wir haben das erste Spiel verloren und einige Verletzte. Aber wir sollte nicht immer schwarz-weiß malen. Wir klagen nicht und werden gegen die TSG eine schlagkräftige Truppe haben."

Wer rückt für Rashica in die Startelf?

Im Angriff hat der 36-Jährige trotz des Rashica-Ausfalls noch immer viele Optionen. Erster Anwärter auf dessen Platz in der Startformation scheint Rückkehrer Niclas Füllkrug zu sein. Aber auch der junge Josh Sargent und Routinier Martin Harnik dürfen sich laut Kohfeldt berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung für die Anfangsformation machen.

Bei Letzterem ist dies durchaus überraschend, galt der 32-Jährige vor wenigen Wochen doch noch als Verkaufskandidat. "Er hat sehr gut und professionell trainiert. Er ist super mit seiner Situation umgegangen und auch am Wochenende wieder ein Kandidat für die Startelf oder eine Einwechslung", lobte der Werder-Coach den besten Kumpel des abgewanderten Kruse. Für Letzteren und Fenerbahce steht heute übrigens ebenfalls eine schwere Aufgabe auf dem Programm. Es geht auswärts gegen den Vizemeister Istanbul Basaksehir FK. Anders als Harnik darf sich Kruse dabei allerdings eines Platzes in der Anfangself sicher sein...

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 25.08.2019 | 22:50 Uhr

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