Stand: 19.12.2018 22:24 Uhr

Hannover 96 verbessert - Punkt in Freiburg

von Johannes Freytag, NDR.de
Umarmung für André Breitenreiter: Zwischen Mannschaft und Trainer scheint es in Hannover zu stimmen.

Drei Punkte bis zur Winterpause hatte Trainer André Breitenreiter vom abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hannover 96 gefordert. Ansonsten würde es Straftraining über Weihnachten geben. Zu einem Drittel haben seine Profis das bereits abgewendet. Beim 1:1 (1:1) am Mittwochabend in Freiburg zeigten die Niedersachsen einen deutlich engagierteren Auftritt als noch vor wenigen Tagen beim 0:4 gegen den FC Bayern. Felipe traf für die "Roten" und demonstrierte mit seiner anschließenden Umarmung für Breitenreiter, dass es zwischen Mannschaft und Trainer offenbar keine Probleme gibt. Der tabellarische Lohn: Hannover ist nicht mehr Schlusslicht der Liga. Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler war denn auch nicht unzufrieden: "Das war ein Schritt nach vorne. Das müssen wir dann aber am Sonnabend auch bestätigen und gegen Düsseldorf gewinnen. Aber ich glaube schon, dass wir heute schon drei Punkte verdient gehabt hätten", sagte der Schweizer im NDR 2 Interview.

Felipe bügelt Antons Blackout aus

Sieben Wechsel vor dem Mainz-Spiel (1:1), ein Wechsel vor der Partie gegen die Bayern - in Freiburg wählte Breitenreiter die Mitte und tauschte vier Spieler in seiner Startelf aus. Zu einer Veränderung war der 96-Coach dabei kurzfristig gezwungen: Niclas Füllkrug meldete sich mit Flüssigkeit im Knie ab. Die taktischen Überlegungen waren aber wie schon vor einer Woche schnell über den Haufen geworfen. Nach einem Eckball ging Waldemar Anton mit hochgestrecktem Arm zum Ball - Schiedsrichter Christian Dingert blieb gar nichts anderes übrig, als auf Handelfmeter zu entscheiden. Luca Waldschmidt verwandelte zum 1:0 für Freiburg (3.). Aber im Gegensatz zum Bayern-Debakel ergab sich Hannover nicht in sein Schicksal, sondern suchte den Weg nach vorne. Mit der ersten guten Chance belohnten sich die Niedersachsen: Nach einem Eckball von Pirmin Schwegler war Felipe im Strafraum zur Stelle und schob zum 1:1 ein (14.).

Videobeweis zugunsten Hannovers

16.Spieltag, 19.12.2018 20:30 Uhr

SC Freiburg

1

Hannover 96

1

Tore:

  • 1:0 L. Waldschmidt (3., Handelfmeter)
  • 1:1 Felipe (14.)

SC Freiburg: Schwolow - P. Stenzel (72. Niederlechner), Gulde, Heintz, R. Koch, Günter - L. Waldschmidt (88. J. Gondorf), Frantz, Haberer, Terrazzino (46. Höler) - Petersen
Hannover 96: M. Esser - Sorg, Anton, Felipe - Haraguchi, Schwegler, Walace, Albornoz - Muslija (74. Maina) - Weydandt (80. Hadzic), Wood (90.+2 Bakalorz)
Zuschauer: 23500

Weitere Daten zum Spiel

Die Gäste hatten nicht nur den Anfangsdruck der Breisgauer ohne weiteren Schaden überstanden, sondern übernahmen mehr und mehr die Initiative. Die Breitenreiter-Elf attackierte früh, war zweikampfstark und ließ nach Balleroberung das Spielgerät erst einmal durch die eigenen Reihen laufen. Geduldig warteten die Niedersachsen auf die sich bietenden Lücken im Freiburger Defensivverbund. Walace versuchte es aus der Distanz (33.), Hendrik Weydandt kam gegen SC-Keeper Alexander Schwolow einen Schritt zu spät (38.). Auch Freiburg hatte durch Janik Haberers Kopfball knapp über das Tor eine gute Gelegenheit (35.) und kurz vor der Halbzeitpause den Ball dann tatsächlich ins Tor der Gäste befördert. Doch Schiedsrichter Dingert hatte eine Abseitsposition von Robin Koch erkannt und blieb auch nach Überprüfung per Videobeweis dabei - eine knifflige Entscheidung (44.).

Stark begonnen, dann stark nachgelassen

Der zweite Durchgang begann furios - nach vier Minuten hätte es gut und gerne schon 3:3 stehen können, doch Weydandt traf nur die Latte (46.), Florent Muslija verzog knapp (47.), Waldschmidt scheiterte an 96-Keeper Michael Esser (48.), Nils Petersen drosch von der Strafraumlinie freistehend weit drüber (49.). Bobby Wood hatte eine weitere hochkarätige Torchance, brachte den Ball aus kurzer Distanz jedoch nicht an Schwolow vorbei (60.). Danach standen beide Abwehrreihen wieder sicherer, es gab kaum noch Torraumszenen. Hannover hatte ein leichtes optisches Übergewicht, spielte aber meist zu kompliziert. Je mehr es in die Schlussminuten ging, desto zerfahrener wurde die Partie - am Ende schienen beide Mannschaften mit dem einen Punkt zufrieden zu sein.

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