Stand: 28.05.2019 16:43 Uhr

Slomka und Schlaudraff übernehmen bei Hannover 96

Zurück in die Zukunft bei Hannover 96: Mirko Slomka heißt der neue, alte Trainer bei den Niedersachsen. Der 51-Jährige, unter dem 96 von 2010 bis 2013 die erfolgreichsten Jahre der jüngeren Vereinsgeschichte mit zwei Qualifikationen für die Europa League erlebte, soll den Bundesliga-Absteiger zu neuem Glanz verhelfen und zurück in die Erste Liga führen. "Wenn ich jetzt hierher komme, habe ich das Gefühl: Ich komme in meine Heimat. Hier fühle ich mich pudelwohl", sagte Slomka, der einen Zweijahresvertrag bis 2021 unterschrieben hat. "Jetzt gilt es, die Ärmel hochzukrempeln, um perspektivisch wieder in die Erste Liga zu kommen."

"Das Ziel ist der Wiederaufstieg"

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Trainer Mirko Slomka (l.) und Mame Diouf von Hannover 96 (Foto aus dem Jahr 2013) © imago/Sielski Foto: Joachim Sielski

Mirko Slomkas Trainerkarriere in Bildern

Mirko Slomka hat einen steinigen Aufstieg hinter sich. Seine Qualitäten als Trainer wurden lange unterschätzt. Mit Hannover 96 feierte er große Erfolge, beim HSV wurde er nicht glücklich. Bildergalerie

Geschäftsführer Martin Kind, der den Abstieg als sportliches und wirtschaftliches Desaster bezeichnete, will seinen Club ebenfalls wieder im Oberhaus sehen, besser heute als morgen: "Das Ziel ist der Wiederaufstieg. Sie haben keine lange Zeitachse, um eine solches Ziel zu erreichen. Idealerweise nur eine Saison." Der Unternehmer schwelgte in Erinnerungen, als es um den neuen Trainer ging: "Mirko Slomka ist Hannoveraner. Die Europa-League-Spiele sind unvergesslich. Schade, dass es unterbrochen wurde", sagte der 75-Jährige und fügte noch schelmisch hinzu: "Das war nicht nötig."

Bei dem nun freigestellten Trainer Thomas Doll, der im Januar von André Breitenreiter übernommen hatte, den Gang in die Zweite Liga aber nicht verhindern konnte, bedankte sich Kind. "Er hat mit dem Abstieg am allerwenigsten zu tun."

Kind zu Schlaudraff: "Das kriegen wir schon irgendwie hin"

Hannover 96 setzt bei dem von Kind initiierten Neuanfang voll auf die Karte Identifikation. Neben der Slomka-Rückholaktion beförderte Geschäftsführer Ex-Profi Jan Schlaudraff zum neuen Sportdirektor. "Jan und ich haben einen gewissen Stallgeruch, was in dieser Situation gut tut", sagte Slomka. "Ich spüre da einen großen Zusammenhalt, weil wir schon viel miteinander erlebt haben." Seinem neuen Manager Schlaudraff, der zuletzt als Assistent der Sportlichen Leitung arbeitete und nun einen Dreijahresvertrag bis 2022 erhalten hat, attestierte Kind eine "gute Marktkenntnis". "Jan ist loyal und lernfähig. Ich denke, wir kriegen das schon irgendwie hin", sagte der Geschäftsführer.

Komplett neue Mannschaft muss aufgebaut werden

Schlaudraff, der von 2008 bis 2015 das Trikot der Niedersachsen trug, sprach von einer "großen Herausforderung". Auch er sieht 96 "perspektivisch in der Ersten Liga", wies aber auf "den Faktor Zeit" hin. Nur drei Wochen vor dem Trainingsauftakt am 17. Juni müssen Slomka und Schlaudraff bei den 96ern eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Bislang hat der Verein lediglich einen neuen Spieler präsentiert: den 19 Jahre alten Justin Neiß aus der eigenen Jugend. Auf der anderen Seite wollen sich die Niedersachsen nach dem Verkauf von Ihlas Bebou (1899 Hoffenheim) und Niklas Füllkrug (Werder Bremen) noch von weiteren Spielern trennen.

"Attraktiver, schneller und erfolgreicher Angriffsfußball"

Neben der Vorstellung des neuen sportlichen Führungs-Duos verkündete Kind auch einen Kurswechsel für den gesamten Club. "Wir wollen eine eigene Spielphilosophie definieren - attraktiver, schneller und erfolgreicher Angriffsfußball", sagte der Geschäftsführer. Zukünftige Verpflichtungen sollen dieser Idee untergeordnet werden. "Wir brauchen Schnelligkeit und Spieler, die die Fans begeistern", sagte Slomka.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 28.05.2019 | 10:25 Uhr

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