Stand: 21.04.2019 09:37 Uhr

Hannover 96: Abschiedstour und ein neues junges Team

Waldemar Anton (l.), Linton Maina und Hendrik Weydandt spielen schon jetzt häufig für die 96-Profis.

Fünfmal geht es für Hannover 96 in dieser Saison noch um Bundesliga-Punkte. An den Klassenerhalt glaubt bei sieben Zählern Rückstand auf den Relegationsrang und sogar 13 ans rettende Ufer eigentlich niemand mehr. In den kommenden Wochen geht es fast nur noch darum, sich anständig zu verabschieden - und ein Kader-Gerüst für die kommende (Zweitliga-) Saison zu bauen. Und es kristallisiert sich langsam heraus, dass die "Roten" dabei künftig verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen werden. "Der Verein will wieder hoch. Aber es muss einen Neuanfang geben, und der Weg muss es sein, junge Spieler nach oben in die erste Mannschaft zu bringen", sagte Nachwuchschef Michael Tarnat dem Sportclub.

Hoffnungen ruhen auf Waldemar Anton

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Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Waldemar Anton, der den Weg aus der Jugend zu den Profis bereits gegangen ist. Die Krise des Clubs ist aber auch die Krise des U21-Nationalspielers. Der 22-Jährige ist zweifellos ein großes Talent, in dieser Saison allerdings oft ein Schatten seiner selbst. Das Kapitänsamt, das Ex-Trainer André Breitenreiter dem Verteidiger zu Saisonbeginn übertragen hatte, war offenbar zu viel Druck für Anton. Unter Coach Thomas Doll, der Marvin Bakalorz zum neuen Spielführer machte, hat Anton seine Leistungen zuletzt stabilisiert.

"'Waldi' wird bei uns wieder zu alter Stärke zurückfinden", sagte Geschäftsführer Martin Kind dem "Sportbuzzer" und fügte hinzu: "Das muss zwar der neue Sportchef entscheiden, aber ich persönlich empfehle, Anton zu behalten."

Noch kein Nachfolger von Manager Heldt in Sicht

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Doch das ist eines der vielen Probleme von 96. Es gibt gerade keinen starken Mann am Ruder, der die so wichtigen Weichen im Kader stellen könnte. Zumal sich Kind nach eigener Aussage aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat. Doch ein Nachfolger für den geschassten Manager Horst Heldt ist noch nicht in Sicht. Auch die Zukunft von Doll ist nach wie vor offen und sicher eng mit den Ideen des Neuen verbunden. Ohne neue Führungskräfte können auch der Sportliche Leiter Gerhard Zuber und der künftige Manager-Assistent Jan Schlaudraff, der schon einen engen Austausch mit Doll pflegt, nur vorbereitende Maßnahmen treffen.

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Neben Anton haben in Linton Maina und Hendrik Weydandt zwei weitere Nachwuchskräfte zuletzt schon viel Einsatzzeit bekommen. Sebastian Soto kam zu seinem Bundesliga-Debüt, U19-Spieler Justin Neiß wurde mit einem Profivertrag ausgestattet und soll ab dem Sommer fest zum Kader gehören. Die Zukunft hat also bereits begonnen, aber die acht Bundesliga-Niederlagen in Folge drücken derzeit aufs Gemüt. Heute (18 Uhr/im NDR Livecenter) soll diese Serie bei der zuletzt ebenfalls schwachen Hertha in Berlin beendet werden.

"Ich bin mal gespannt, wenn wir mal einen Sieg einfahren, was sich dann noch entwickeln kann und was für Kräfte freigesetzt werden könnten", sagte Doll, der auf eine Trotzreaktion seiner Mannschaft setzt: "Ich glaube, dass bei den Jungs so eine 'Jetzt-erst-recht-Haltung' Einzug gehalten hat." Denn wenn die "Roten" nicht noch mindestens acht Punkte holen, droht sogar der Einzug in die Top Ten der schlechtesten Bundesliga-Absteiger aller Zeiten.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 21.04.2019 | 23:05 Uhr