Stand: 17.02.2018 22:04 Uhr

1:2 gegen Leverkusen: HSV kämpft vergebens

von Johannes Freytag, NDR.de
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Bobby Wood kann es nicht fassen - zum zehnten Mal in Folge blieb der HSV ohne Sieg.

Der Hamburger SV muss elf Spieltage vor dem Saisonende mehr denn je um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga bangen. Die Norddeutschen verloren am Sonnabend ihr Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit 1:2 (0:1) und haben als Tabellenvorletzter nun schon sechs Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel wurde zu so einem späten Zeitpunkt noch nie ein so großer Rückstand aufgeholt. Gegen eine lange überlegen spielende Bayer-Elf stemmten sich die Hamburger erst spät gegen die Niederlage. "Wir waren dem 2:2 sehr nahe, es hat nicht gereicht. Das ist sehr bitter und natürlich ein schwerer Tag für uns", sagte Sportchef Jens Todt nach der Partie. Der Druck vor dem Nordderby in Bremen in einer Woche könnte für die Hamburger, die seit nunmehr zehn Partien auf einen Sieg warten, kaum höher sein.

HSV-Einzelkritik: Santos patzt, Hahn lässt hoffen

Santos-Schnitzer lässt Bayer jubeln

Im defensiven Mittelfeld des HSV ersetzte Gideon Jung den verletzten Albin Ekdal, in der Abwehrzentrale lief Kyriakos Papadopoulos nach abgesessener Gelbsperre auf. Etwas überraschend stand Sejad Salihovic in der Startelf. Eine Veränderung gab es im Sturm: Für den zuletzt glücklosen Bobby Wood durfte Jann-Fiete Arp von Beginn an ran. Der 18-Jährige war auch gleich an der ersten gefährlichen Szene der Partie beteiligt: Von Filip Kostic glänzend angespielt, trat Arp allerdings freistehend an der Strafraumgrenze in den Boden und verstolperte den Ball (6.). Das war für lange Zeit die vielversprechendste Aktion des HSV, der aber dafür defensiv sicher stand und Leverkusen nicht zur Entfaltung kommen ließ. So entwickelte sich ein zähes Bundesligaspiel mit wenig Torchancen.

Erst nach einer knappen halben Stunde wurden die Gäste stärker und bedrängten das Hamburger Tor. Ein Kopfball von Charles Aranguiz strich knapp am Gehäuse von Christian Mathenia vorbei (25.), auch Kai Havertz verpasste per Kopf (30.). Gerade hatten die Hamburger diese Druckphase überstanden und Arp eine weitere gute Gelegenheit vergeben (32.), da sorgte ein schlimmer Abwehrfehler für den Rückstand. Douglas Santos ließ im Strafraum eine Leverkusener Flanke zu weit prallen, Leon Bailey spritzte dazwischen, umkurvte Mathenia und drückte den Ball über die Linie (40.). Begleitet von Pfiffen der eigenen Fans, schlichen die HSV-Profis zur Halbzeitpause mit hängenden Köpfen vom Platz.

Kalte Dusche kurz nach Wiederanpfiff

HSV-Coach Bernd Hollerbach reagierte auf die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff und brachte in André Hahn einen weiteren Mann für die HSV-Offensive. Doch nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff schien das Spiel aus Hamburger Sicht gelaufen zu sein: Bailey leitete den Ball auf der linken Seite auf Benjamin Henrichs weiter, der überlief Hahn mühelos und flankte scharf nach innen, wo Havertz zum 2:0 für Leverkusen einschoss (50.). Nun schickte Hollerbach Wood (für Arp) aufs Feld, und der US-Amerikaner hätte zwölf Minuten nach seiner Einwechslung den Anschlusstreffer markieren können. Eine Hereingabe von Gotoku Sakai nahm er gekonnt mit der Brust an und drosch den Ball volley aufs Tor - Leverkusens Keeper Bernd Leno wehrte zur Ecke ab (65.).

Hahn lässt HSV hoffen

Das war aber so etwas wie eine Initialzündung für die Hausherren, die fünf Minuten später tatsächlich das 1:2 erzielten: Havertz vertändelte den Ball, Walace schickte Hahn, der HSV-Angreifer war einen Schritt schneller als Leno und überwand den Gästekeeper (70.). Nun war auch das Stadion wieder da, die Hamburger glaubten wieder an die Wende. Kostic schoss weit übers Tor (73.), Jung nur in die Arme von Leno (81.). Die größte Ausgleichschance vergab Wood in der Nachspielzeit, als er aus kurzer Distanz knapp am Tor vorbeizielte (90.+1). So blieb es denn am Ende bei der bitteren Hamburger Niederlage.

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