Stand: 04.05.2018 16:31 Uhr

Kühne lästert über den HSV und kritisiert Hoffmann

Lässt erneut kein gutes Haar am HSV: Investor Klaus-Michael Kühne.

Milliardär Klaus-Michael Kühne hat in einem Rundumschlag erneut heftige Kritik am abstiegsbedrohten Bundesligisten Hamburger SV geübt. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" bezeichnete der Logistik-Milliardär, der als größter Einzelinvestor 20,57 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG besitzt, den HSV "rein wirtschaftlich betrachtet als die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens". Geschäftlich sei ihm "vieles besser gelungen, als ich mir je hätte vorstellen können. Da ist der HSV sicher die Ausnahme".

Zweifel an Hoffmanns Teamfähigkeit

In einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" legte der 80-Jährige nach und kritisierte Aufsichtsratschef und Vereinspräsidenten Bernd Hoffmann. Er gelte zwar als Macher, "aber auch als Alleinunterhalter. Wie überall im Leben muss man teamfähig sein und nicht nur auf seine eigene Kraft vertrauen - da bin ich ein bisschen skeptisch, ob das gelingt."

Kritik an Vermarkter-Deal

Zudem sprach Kühne davon, dass der Club die Lizenz für die Erste und Zweite Liga nur erhalten habe, weil der Verein seine Vermarktungsrechte über viele Jahre veräußert habe. "Damit haben sie das Tafelsilber verkauft. Ich hätte das nicht so gemacht", so der Investor. Vor zwei Wochen hatte der HSV die Bundesliga-Lizenz ohne Auflagen und Bedingungen erhalten und kurz darauf bekannt gegeben, dass er den bis 2020 laufenden Vermarktervertrag mit Lagardère Sports um mindestens fünf Jahre bis 2025 verlängert hat.

Neben einem Kredit in zweistelliger Millionenhöhe soll der Vermarktervertrag nach Medieninformationen den Hamburgern die Lizenz gerettet haben. "Zu Vertragsinhalten äußern wir uns nicht", teilte der HSV am Freitag mit, erklärte aber, dass es mehrere Geldquellen gegeben habe.

"Eigentlich leide ich nicht mehr mit dem HSV"

Der Abstieg der Hamburger, die am Sonnabend bei Eintracht Frankfurt antreten, sei für ihn noch nicht besiegelt: "Beim HSV weiß man nie. Es ist noch nicht vorbei." In den Volkspark ziehe es den 80-Jährigen aber nicht mehr: "Ich gehe schon seit Jahren nicht mehr ins Stadion. Da werde ich erkannt und auch oft beschimpft", erklärte Kühne: "Ich sehe die Spiele aber immer im Fernsehen. Und dann leide ich mit. Wobei, eigentlich leide ich nicht mehr." Im Club habe er "nicht richtig Einfluss" nehmen können: "Es wurde nicht das richtige Management verpflichtet. Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg."

Weitere finanzielle Hilfe fraglich

Der HSV ist seit Jahren auf die finanzielle Unterstützung Kühnes angewiesen. Ob er dem Club auch in der Zweiten Liga unter die Arme greifen wird, ließ er jüngst offen: "Gezahlt wird erst, wenn die Rechnung stimmt, und im Augenblick stimmt sie noch nicht", sagte Kühne im April auf einer Veranstaltung des Axel-Springer-Verlages: "Ich sehe viele andere in der Pflicht." Die Lizenz hatte der HSV erhalten - nach eigenen Angaben ohne die Hilfe von Kühne.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.05.2018 | 23:00 Uhr

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