Stand: 13.07.2011 12:10 Uhr  | Archiv

16 aus 74 - Der Streit um die Auswahl der Vereine

von Mirjam Bach, NDR Fernsehen
Die Bundesliga-Kommission befindet 1962 über die Bundesliga-Zugehörigkeit. © picture alliance / dpa
Die Bundesliga-Kommission mit dem Vorsitzenden Ludwig Franz (4.v.l.) an der Spitze befindet 1962 über die Bundesliga-Zugehörigkeit.

Silvester 1962. DFB-Hausmeister Jocham schaut um Mitternacht ein letztes Mal in den Briefkasten der Villa Zeppelinallee 77 in Frankfurt am Main - die Bewerbungsfrist für die Bundesliga ist beendet. 74 Oberliga-Vereine hatten die Chance, sich um einen Platz in der neuen Eliteklasse zu bemühen. 46 Bewerbungen sind schließlich beim Deutschen Fußball-Bund eingegangen. Der VfL Osnabrück hatte sogar einen Boten in die Zeppelinallee geschickt. Bloß nichts dem Zufall überlassen im Kampf um einen Platz in der Eliteklasse.

Flutlichtanlage für die Bundesliga

Die 16 Gründungsmitglieder:

Hertha BSC Berlin
Eintracht Braunschweig
Werder Bremen
Borussia Dortmund
Eintracht Frankfurt
Hamburger SV
1. FC Kaiserslautern
Karlsruher SC
1. FC Köln
Meidericher SV (heute MSV Duisburg)
TSV 1860 München
SC Preußen Münster
1. FC Nürnberg
1. FC Saarbrücken
FC Schalke 04
VfB Stuttgart

Im Oktober 1962 hatte der DFB-Beirat bereits die regionale Aufteilung der 16 Vereine festgelegt: Der Norden bekam drei Startplätze, der Westen und der Süden je fünf, der Südwesten zwei und die Stadt Berlin einen. Doch nach welchen Kriterien sollten die begehrten Lizenzen vergeben werden? Am 8. Dezember beschloss der Beirat in erster Linie sportliche Kriterien, aber auch wirtschaftliche und technische Voraussetzungen zu berücksichtigen. Der DFB knobelte eine Tabelle aus, in der die vergangenen zwölf Jahre Oberliga-Geschichte berücksichtigt wurden. Die Bewerber mussten einen Jahresumsatz von mindestens 400.000 Mark und ein Stadion mit Flutlichtanlage für mindestens 35.000 Zuschauer nachweisen. Das Problem: Der DFB hielt zunächst diese Wertung geheim - und sich später selbst nicht daran.

"Es geht nicht ohne Härten ab"

Die schwierige und undankbare Entscheidungsfindung wurde der neu gegründeten Bundesliga-Kommission übertragen. Diese bestand aus dem Vorsitzenden Ludwig Franz (Präsident des 1. FC Nürnberg), Stellvertreter Franz Kremer (Präsident des 1. FC Köln), Walter Baresel (Norddeutscher Fußball-Verband), Dr. Willi Hübner aus Essen und dem Vorsitzenden des Saarländischen Fußball-Verbandes Hermann Neuberger. "Es wird Proteste an den DFB geben, es werden sich Oberbürgermeister oder Landesregierungen einschalten", schätzte Neuberger die Tragweite der Entscheidungen ein: "Aber all das darf den DFB nicht beirren. Eine Zäsur, wie sie jetzt vorgenommen wird, geht einfach nicht ohne Härten ab."

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.07.2011 | 23:15 Uhr

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