Stand: 18.01.2020 21:38 Uhr

Werder Bremen gewinnt Kellerduell in Düsseldorf

von Sebastian Ragoß, NDR.de
Bremens Niklas Moisander bejubelt einen Treffer. © picture alliance/Fotostand Foto: Fotostand / Wundrig
Pure Erleichterung: Werders Niklas Moisander bejubelt das Siegtor.

Werder Bremen hat beim Rückrunden-Start der Fußball-Bundesliga einen extrem wichtigen Sieg gefeiert. Die Hanseaten siegten am Sonnabend im Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf mit 1:0 (0:0) und schoben sich an den Rheinländern vorbei auf Tabellenplatz 16. Erstmals in dieser Saison blieb die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt ohne Gegentreffer. Der Sieg hat jedoch einen bitteren Beigeschmack: Neben der Gelb-Roten Karte für Kapitän Niklas Moisander zog sich Neuzugang Kevin Vogt bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung zu. "Wir sind natürlich heilfroh, dass es noch verhältnismäßig glimpflich abgegangen ist. Wir werden jetzt Anfang der Woche noch verschiedene Tests machen, um abschließend zu klären, wann Kevin wieder ins Training einsteigen kann", erklärte Kohfeldt.

Starker Start von Werder

In den ersten fünf Minuten zog Weder ein wahres Powerplay auf, ohne jedoch zu einer großen Chance zu kommen. Dennoch: Wie eine Mannschaft, die vor dem Abstiegskampf zittert, sahen die Norddeutschen zunächst nicht aus.

18.Spieltag, 18.01.2020 15:30 Uhr

F. Düsseldorf

0

Werder Bremen

1

Tore:

  • 0:1 Kastenmeier (67., Eigentor)

F. Düsseldorf: Kastenmeier - Mat. Zimmermann, Ayhan, A. Hoffmann, Suttner - Bodzek, O. Fink (79. Ampomah), Morales (71. Stöger) - Skrzybski, Hennings, Kownacki (63. Thommy)
Werder Bremen: Pavlenka - Toprak (71. Veljkovic), Vogt, Moisander - Bittencourt (80. Goller), N. Sahin, Friedl, M. Eggestein - Klaassen, Rashica - Sargent (86. Osako)
Zuschauer: 46000

Weitere Daten zum Spiel

Doch lange hielte der Schwung nicht an. Die Fortuna wurde besser und hatte durch Rouwen Hennings die erste gute Gelegenheit (13.). Die Bremer kamen ihrerseits wenig später gefährlich vor das gegnerische Tor: Davy Klaassen scheiterte an Bundesliga-Debütant Florian Kastenmeier, Milot Rashicas Schuss wurde geblockt (15.). Weitere Chancen gab es vor der Pause nicht für Werder, das zu umständlich und ungenau agierte. Immerhin stand die in der Hinrunde sehr anfällige Defensive weiterhin sicher, was auch an Vogt lag, der als zentraler Abwehrmann überzeugte. Trotzdem musste Bremens Keeper Pavlenka noch zweimal eingreifen. Er parierte innerhalb weniger Sekunden sowohl gegen Alfredo Morales als auch Hennings (32.). Es deutete sich aber schon in dieser noch relativ frühen Phase an, dass die Partie wohl durch einen groben Fehler oder eine herausragende Einzelleistung entschieden werden würde.

Fortuna-Keeper Kastenmeier mit einem Eigentor

Und der Fauxpas unterlief ausgerechnet Kastenmeier bei seiner Bundesliga-Premiere. Der Keeper unterschätzte einen Rashica-Freistoß und lenkte den Kopfball von Moisander zu allem Unglück ins eigene Tor (67.). Es wurde hektischer, doch trotz einiger kleiner Wackler behielt Werder die Übersicht und hatte Konterchancen. Maximilian Eggestein scheiterte in der 75. Minute am gut reagierenden Kastenmeier. Würde es den Bremern gelingen, endlich einmal ohne Gegentor zu bleiben und den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen?

Werder-Neuzugang Vogt muss vom Platz getragen werden

Düsseldorf fand in der Schlussphase kein Mittel, noch den Ausgleich zu erzwingen. Trotz des Sieges endete die Partie für die Norddeutschen unerfreulich. Nach dem Zusammenprall mit Werder-Keeper Pavlenka in der Nachspielzeit musste Vogt vom Platz getragen werden. Moisander sah zudem nach einem Gerangel und wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte.

Kohfeldt kritisierte die DFB-Vorgabe an die Schiedsrichter, aggressives Verhalten schneller und härter zu sanktionieren. "In der Nachspielzeit liegen zwei Spieler deiner Mannschaft mit Kopfverletzungen am Boden, und der Kapitän ist etwas emotional, ohne beleidigend zu sein. Warum machen Leute die Regeln, die nie dieses Spiel gespielt haben und überhaupt nicht verstehen, was auf dem Platz passiert? Wer zwingt den Schiedsrichtern solche Regeln auf? Das ist Irrsinn.", so Kohfeldt, der Referee Felix Brych allerdings von seiner Kritik ausnahm: "Kein Vorwurf, er muss das ja so umsetzen."

Weitere Informationen
Fußball und Tabelle © picture-alliance/ dpa, NDR.de/Screenshot Foto: Patrick Bernard

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.01.2020 | 22:50 Uhr

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