Ein Ball und das Logo der Deutschen Fußball Liga (DFL) © imago/MIS

Bremens Innensenator fordert Unterbrechung des DFL-Spielbetriebs

Stand: 26.11.2021 13:40 Uhr

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) plädiert angesichts der angespannten Corona-Lage für eine Unterbrechung des Spielbetriebs in den Fußball-Bundesligen.

"Wir setzen die Polizeibeamtinnen und -beamten einer unnötig großen Gefahr aus, wenn wir sie mitten in der vierten Welle quer durch die Republik schicken, nur um Fußballspiele gegen gewalttätige Fans abzusichern", sagte Mäurer. Mit Blick auf die rasant steigenden Corona-Zahlen sei dies nicht mehr zu verantworten.

Mäurer: "In der Krise Prioritäten setzen"

Porträtbild von Ulrich Mäurer, SPD, Senator für Inneres in Bremen. © DPA Picture Alliance Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Fordert zum Handeln auf: Ulrich Mäurer.

Vor der Innenministerkonferenz Anfang Dezember forderte er seine Kolleginnen und Kollegen zum Handeln auf: "Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Fußball Liga den Spielbetrieb unterbricht. Es gilt, in der Krise Prioritäten zu setzen. Ein Fußballspiel abzusichern, gehört definitiv nicht dazu."

Die Öffentlichkeit erwarte zu Recht, dass sich die Polizei an Kontrollen beteilige und gewalttätige Demonstrationen oder Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Pandemie unterbinde, so Mäurer.

"Aus Gründen der Fürsorge für unsere Kolleginnen und Kollegen müssen wir uns in diesen Wochen auf die wirklich wichtigen Aufgaben konzentrieren." Ulrich Mäurer

"Zumindest vorerst nur Geisterspiele ansetzen"

In seinem Schreiben im Vorfeld der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche bat er um eine Beratung und ein geschlossenes Vorgehen, um die Pandemie nicht unnötig zu befördern: "Wir müssen auf die DFL einwirken, den Spielbetrieb umgehend zu unterbrechen oder zumindest vorerst nur Geisterspiele anzusetzen."

In Sachsen sind Geisterspiele bereits wieder Realität. Während die Erstliga-Partie RB Leipzig gegen Bayer Leverkusen am Sonntag vor leeren Rängen ausgetragen wird, sind beim rheinischen Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Vortag 50.000 Fans erlaubt.

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Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 26.11.2021 | 14:17 Uhr

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