Stand: 04.09.2019 17:27 Uhr

Bremen verlangt 1,17 Millonen Euro von der DFL

Bild vergrößern
Bei sogenannten "Risikospielen" wie hier bei Werder Bremen gegen den HSV ist mehr Polizei nötig als sonst.

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Grundsatz entschieden hat, dass der Profifußball an den höheren Polizeikosten bei sogenannten "Risiko-Spielen" beteiligt werden darf, hat das Land Bremen nun erste Gebührenbescheide an die Deutsche Fußball Liga (DFL) verschickt. Wie die Sprecherin des Bremer Innensenators, Rose Gerdts-Schiffler, am Mittwoch mitteilte, wurden die Zahlungsaufforderungen im August auf den Weg gebracht. Es handelt sich um vier Gebührenbescheide in Höhe von insgesamt 1,169 Millonen Euro. "Wir gehen davon aus, dass die DFL den Zahlungsaufforderungen nachkommen wird", sagte Gerdts-Schiffler. Ob die DFL tatsächlich zahlt, bleibt allerdings abzuwarten. Noch im Juni diesen Jahres lehnte sie eine Kostenbeteiligung kategorisch ab.

Drei weitere Bescheide noch offen

Konkret wurden Rechnungen verschickt für die Bundesliga-Partien Werder Bremens gegen Borussia Mönchengladbach und den HSV im Jahr 2015 sowie gegen Hannover 96 und Eintracht Frankfurt 2016.

Videos
21:07

Polizeikosten: Urteil und Begründung des Bundesverwaltungsgerichts

Die DFL-Beteiligung an den Mehrkosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei sogenannten Hochrisikospielen ist grundsätzlich rechtmäßig. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Das Urteil und die Begründung. Video (21:07 min)

Zwei weitere Bescheide für Spiele gegen den HSV 2017 und 2018 belaufen sich auf 720.000 Euro. Hierfür liegen der Bremer Innenbehörde aber noch nicht alle Rechnungen der beteiligten Polizeien aus anderen Bundesländern vor. Der Bescheid zum Spiel gegen den HSV im April 2015, Auslöser der juristischen Auseinandersetzung, ruht. Bremen hatte ursprünglich 401.000 Euro gefordert, das Oberverwaltungsgericht muss aber noch über die exakte Höhe der Gebühren entscheiden.

Zahlt die DFL, soll das Geld vorrangig für die Auszahlung von Überstunden der Polizei eingesetzt werden, heißt es seitens der Innenbehörde. 

Mäurer wirbt weiter für Solidafonds

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) setzt sich indes weiter für einen Solidarfonds ein. Bei einem solchen Modell würde der Profifußball mit den 36 Clubs der Ersten und Zweiten Liga in den Fonds einzahlen, aus dem sich Bund und Länder einen Teil der Polizeikosten für Hochrisikospiele erstatten lassen könnten. "Verschiedene Regelungen mit den Bundesländern und daraus resultierende endlose Rechtsstreits machen auch für die DFL am Ende keinen Sinn", sagte Gerdts-Schiffler. Lediglich Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hamburg und Thüringen zeigten Interesse an der Idee eines Fußballsolidarfonds. Neun Innenministerien lehnen es nach Informationen des "Weser-Kuriers" ab, von der DFL Gebühren zu fordern.

Weitere Informationen

Streit um Polizeikosten: Fragen und Antworten

Die Deutsche Fußball Liga und das Bundesland Bremen streiten über die Frage, wer bei sogenannten Hochrisikospielen die Polizei-Mehrkosten bezahlen muss. Fragen und Antworten. mehr

Polizeikosten - wer soll zahlen? Zwei Meinungen

Das Land Bremen will, dass sich die DFL an den Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen beteiligt. Zu Recht? Holger Gerska und Moritz Cassalette mit unterschiedlichen Standpunkten. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 04.09.2019 | 17:25 Uhr