Stand: 28.08.2018 11:15 Uhr

Braunschweig-Krise: Offener Brief der Clubführung

Die Vereinsführung von Eintracht Braunschweig hat Trainer Henrik Pedersen und seiner Mannschaft in der sportlichen Krise das Vertrauen ausgesprochen. "Wir werden jetzt nicht die Köpfe in den Sand stecken, sondern genauso akribisch weiterarbeiten wie bisher. Denn wir sind überzeugt davon, dass sich über kurz oder lang der Erfolg einstellen wird", heißt es in einem offenen Brief, den Präsident Sebastian Ebel und Co. an die Fans der "Löwen" gerichtet haben. Der BTSV wartet auch nach fünf Drittliga-Spielen noch auf den ersten Sieg. Dass es nach dem Zweitliga-Abstieg schwer werden könnte, war abzusehen. Aber so schwer? Die Niedersachsen rangieren auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Fans haben "die Schnauze voll"

Bei der jüngsten 0:2-Heimniederlage gegen Fortuna Köln waren laute "Wir haben die Schnauze voll"- und "Arnold raus"-Rufe im Eintracht-Stadion zu hören gewesen. Manager Marc Arnold zeichnet für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich. Auf Nachfrage von NDR.de erklärte Pressesprecherin Denise Schäfer, es habe einen einfachen Grund, dass Arnold und auch Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt in dem Brief keine Erwähnung fänden. Präsidium und Aufsichtsrat hätten sich bewusst nur mit dem Team auseinandersetzen wollen, das am Sonntag auf dem Platz stand.

"Das Team braucht Zeit, und die geben wir ihm"

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Vizepräsident Rainer Ottinger (l.) und Vereinsboss Sebastian Ebel sprachen nach der Partie gegen Köln mit den Fans.

Die Leistung sei "ein herber Rückschritt" gewesen, befand die Vereinsführung, er sei aber nicht gänzlich unerwartet gekommen. "Das kann passieren, auch wenn es sehr schmerzhaft war. Es zeigt, dass das Team zehn Wochen nach dem ersten Training noch nicht so gefestigt ist und noch einige Zeit brauchen wird, um vollends in der Dritten Liga Fuß zu fassen", schrieb die Clubführung. Insgesamt fast 40 Zu- und Abgänge verzeichnete der BTSV in diesem Sommer. Auch deshalb gab es einen Appell: "Wir als Vereinsführung werden Henrik Pedersen, unseren Trainern und unserer Mannschaft weiterhin diese Zeit geben! Und wir bitten Euch, dasselbe zu tun!" Zuvor sei trotz ausbleibender Punkte in jeder Begegnung "eine deutliche Weiterentwicklung" zu sehen gewesen.

Aktivitäten auf dem Transfermarkt angekündigt

Allein auf das vorhandene Personal wollen sich die Braunschweiger dann aber doch nicht verlassen. Das Transferfenster ist noch bis Freitag geöffnet - und diese Zeit will die Eintracht nutzen, um den Offensivbereich zu verstärken und das Niveau im Kader zu erhöhen. In dem offenen Brief ist allerdings auch von weiteren Abgängen die Rede: "Gustav Valsvik und Christoffer Nyman wollen und sollen uns noch verlassen." In beiden Fällen fehlte es bisher an interessanten Angeboten, auch ein Verbleib ist deshalb denkbar. Während Stürmer Nyman seit Monaten verletzt fehlt, gehörte Valsvik zu den 14 Spielern, die durch ihre Leistung gegen Köln diesen Brief erst nötig gemacht haben.

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Sport aktuell | 28.08.2018 | 08:25 Uhr

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