Sportchef Frank Baumann vom SV Werder Bremen © IMAGO / Sportfoto Rudel

Baumann: Werder Bremen noch in der Findungsphase

Stand: 20.09.2021 10:19 Uhr

Eine Heimpleite gegen den HSV - etwas Schlimmeres kann es eigentlich gar nicht geben für Werder Bremen. Doch Sportchef Frank Baumann zeigte sich nach der Derby-Niederlage gelassen. Man befinde sich eben noch in der Findungsphase.

"Natürlich schmerzt so eine Derby-Niederlage", sagte der 45-Jährige im NDR Sportclub, fand aber auch Erklärungen dafür, warum die Partie trotz insgesamt guter Leistung von Beginn an gegen Werder gelaufen war: "Schon nach 80 Sekunden haben wir das erste Gegentor zugelassen. Dazu kamen unnötige Aktionen wie der Platzverweis oder unser nicht gegebenes Freistoßtor, wo wir uns nicht gut verhalten haben, und schließlich die mangelnde Chancenverwertung." Zusammenfassend könne man sagen, dass der HSV zwar nicht besser, aber cleverer gewesen sei, so Baumann: "Wir waren zu grün."

Weitere Informationen
Bremens Romano Schmid ist enttäuscht, während im Hintergrund HSV-Spieler einen Treffer bejubeln. © IMAGO / Revierfoto

HSV besiegt Werder in einem rasanten Nordderby in Bremen

Neun Gelbe Karten, zweimal Gelb-Rot - zwei Tore und viele weitere Chancen: Das 109. Nordderby hatte es in sich - und das bessere Ende für den HSV. mehr

Werder-Coach Anfang: "Manchmal helfen auch Niederlagen"

In die gleiche Kerbe hatte unmittelbar nach Spielende bereits Trainer Markus Anfang geschlagen: "Was wir gesehen haben, war eine leidenschaftliche Mannschaft, die gnadenlos nach vorne gespielt hat, die sich dafür aber auch hätte belohnen müssen." Der Coach glaubt sogar an einen positiven Effekt: "Manchmal helfen dir Niederlagen für die Zukunft sogar mehr als Siege. Wenn die Jungs aus diesem Spiel die Erkenntnis ziehen, dass du über 90 Minuten so auftreten musst wie wir in der zweiten Halbzeit, und das auch in die kommenden Spiele transportieren, dann wird uns dieses Erlebnis helfen."

Baumann warb daher um Geduld. Es habe schließlich nach dem Abstieg einen riesigen personellen Umbruch gegeben, der Kader sei erst seit wenigen Wochen so zusammen: "Da gilt es natürlich erst einmal darum, Automatismen zu schaffen. Wir müssen uns als Mannschaft finden, auf und neben dem Platz eine Einheit werden." Daher habe der Wiederaufstieg in die Bundesliga erst einmal keine Priorität, auch "wenn wir uns dagegen natürlich nicht wehren würden".

Baumann: "Wir haben einen guten Grundstock gelegt"

Mit der gleichen Ruhe habe er auch versucht, die sportliche und wirtschaftliche Krisebei Werder zu meistern. "Wenn ein Verein wie Werder absteigt, ist es normal, dass die Verantwortlichen in der Kritik stehen. Wichtig ist aber auch, dass man in schwierigen Zeiten nicht davonläuft, sondern mit einer klaren Idee und Strategie die Aufgaben löst. Wir haben unter schweren Bedingungen einen guten Grundstock gelegt, um etwas Neues aufzubauen", sagte Baumann. Er sei "optimistisch, dass wir eine sehr gute Saison spielen werden".

"Klein gibt es in der Zweiten Liga nicht. Man kann gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren." Werder-Sportchef Frank Baumann

Dass Werder nach sieben Spieltagen lediglich elf Zähler auf dem Konto hat und Tabellenachter ist, stört Baumann (noch) nicht: "Wir wissen, dass die Zweite Liga schwierig ist. Die Liga ist sehr eng zusammen, Platz eins und zwölf trennen nur vier Punkte. Das kennt man schon aus den vergangenen Jahren. Und man weiß auch, dass Mannschaften, die über Kontinuität verfügen und eingespielt sind, den großen Namen etwas voraus haben." Wichtig für Werder sei, die Auswärtsstärke (sieben Zähler in drei Partien) beizubehalten, aber auch die Heimbilanz zu verbessern: "Nur vier von zwölf möglichen Punkten - das ist definitiv etwas, was wir in den kommenden Monaten besser machen müssen."

Weitere Informationen
Fans bei der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen © picture alliance/dpa | Mohssen Assanimoghaddam

Werder Bremen: 33-Millionen-Euro-Minus und neuer Aufsichtsrat

Bei der Mitgliederversammlung räumte die Clubführung des Fußball-Zweitligisten Fehler ein. Erstmals sitzt zudem eine Frau im Aufsichtsrat. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 19.09.2021 | 22:50 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

Wolfsburgs Maxence Lacroix ist enttäuscht. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner/dpa

VfL Wolfsburg findet keinen Weg aus der Krise

Die "Wölfe" verloren ihr Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 0:2 - und sind damit seit acht Pflichtpartien in Folge ohne Sieg. mehr