Banner feiert Polizisten-Tod - Hansa entschuldigt sich

Stand: 18.10.2021 16:09 Uhr

Mit einem Banner haben Fans des Fußball-Zweitligisten FC Hansa Rostock im Ostseestadion für Empörung gesorgt. Auf dem Plakat wurde augenscheinlich der Tod eines Polizisten gefeiert.

Das Spruchband, das während der Partie am Sonntag gegen den SV Sandhausen (1:1) entrollt worden war, trug die Aufschrift "Einer weniger, ACAB!" (All cops are bastards) und bezog sich laut Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz (CDU) "respektlos und abfällig" auf den Tod eines Polizisten aus Hamburg. Dieser war nach Angaben der Polizeigewerkschaft Hamburg bei einem Lehrgang in Mecklenburg-Vorpommern nach einer nächtlichen Belastungsübung im Alter von 24 Jahren gestorben.

"Dass hier offen der Tod eines jungen Polizisten mit höhnischer Genugtuung begrüßt wird, ist eine Stufe von Menschenverachtung, die wir in deutschen Stadien so noch nicht erlebt haben", sagte Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD). Unabhängig von der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden sei die Vereinsführung gefordert, schnelle und klare Maßnahmen gegen die Verantwortlichen zu ergreifen. "Wer alle Werte des Sports und der Menschlichkeit mit Füßen tritt, hat in Fußballstadien nichts mehr verloren."

Hansa distanziert sich

Hansa Rostock hatte sich zuvor auf Twitter bereits von dem Vorfall distanziert und "diese Pietätlosigkeit aufs Schärfste verurteilt". Zudem entschuldigte sich der Club bei den Angehörigen und bei der Polizei. Ein Schritt, der Renz nicht reicht: "Ich erwarte, dass die Verantwortlichen mit aller Konsequenz Einfluss darauf nehmen, dass solche herabwürdigenden Banner gar nicht erst ins Stadion gelangen können."

Gewerkschaft fordert Strafantrag

Der Landesvorsitzende der Hamburger Polizeigewerkschaft, Thomas Jungfer, verurteilte "mit aller Schärfe die widerwärtige und menschenverachtende Hassbotschaft sogenannter Fußballfans". Wer den tragischen Tod eines jungen Menschen benutze, um seinen Hass gegenüber Polizisten auszuleben, verletze das Werteverständnis in der Gesellschaft. "Wir werden es nicht zulassen, dass das Gedenken an einen Kollegen entmenschlicht und in den Dreck gezogen wird." Jungfer forderte Hamburgs Innen- und Sportsenator Grote auf, Strafantrag zu stellen.

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Ein Polizist steht während des Spiels von Hansa Rostock gegen den FC Schalke 04 vor dem Ostseestadion © picture alliance / Fotostand Foto: Voelker

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 18.10.2021 | 19:30 Uhr

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