Stand: 23.04.2019 22:36 Uhr

Aus der Traum: HSV scheitert im Pokal an Leipzig

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der HSV-Traum vom ersten Pokalfinale seit 32 Jahren, als die Hamburger den Titel holten, ist vorbei. Im Halbfinale war für den Fußball-Zweitligisten im eigenen Stadion Endstation. Der Bundesliga-Dritte RB Leipzig erwies sich am Dienstagabend als eine Nummer zu groß für den HSV, obwohl dieser eine starke Partie ablieferte und lange ebenbürtig agierte. Letztlich setzten sich die Leipziger ob ihrer individuellen Klasse verdient mit 3:1 (1:1) durch.

Im Finale am 25. Mai in Berlin trifft RB entweder auf Werder Bremen oder den FC Bayern München, die am Mittwoch (20.45 Uhr, live im Ersten und im Livecenter bei NDR.de) das zweite Semifinale bestreiten.

Wolf: "Haben insgesamt eine gute Pokalrunde gespielt"

"Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Es schmerzt natürlich, wenn man sieht, wie nah wir dran waren", sagte HSV-Angreifer Khaled Narey im NDR Interview. Trainer Hannes Wolf konnte mit etwas Abstand auch das Positive sehen: "Wir haben insgesamt eine gute Pokalrunde gespielt. Wir wären gern weitergekommen, aber da hätte heute alles zusammenkommen müssen."

Poulsen bringt Leipzig in Führung

Es war von Beginn an viel Tempo in der Partie. Das erste Tor fiel allerdings nach einem ruhenden Ball. Die Ecke von Marcel Halstenberg fand den Kopf von Yussuf Poulsen. Der Stürmer konnte unbedrängt zum 1:0 für Leipzig einnicken (12.). Ein Wirkungstreffer. Der HSV war angeknockt und hatte kurz darauf Glück, dass die Gäste ihre kuriose Triple-Chance durch Poulsen (Pfosten), Timo Werner (scheiterte an Torwart Julian Pollersbeck) und Marcel Sabitzer (traf auch den rechten Pfosten) nicht nutzten (16.).

Jattas Willensleistung

5.Spieltag, 23.04.2019 20:45 Uhr

Hamburger SV

1

RB Leipzig

3

Tore:

  • 0:1 Poulsen (12.)
  • 1:1 Jatta (24.)
  • 1:2 Janjicic (53., Eigentor)
  • 1:3 Forsberg (72.)

Hamburger SV: Pollersbeck - Lacroix, Janjicic (73. Hunt), van Drongelen, Vagnoman (68. Hwang) - Mangala (79. L. Holtby), Douglas Santos - Jatta, G. Jung, Narey - Lasogga
RB Leipzig: Gulacsi - Konaté, Orban, Klostermann - Laimer, Kampl (90.+3 Demme), Halstenberg - Sabitzer (90. Haidara), Forsberg (73. Mukiele) - Poulsen, Werner
Zuschauer: 52365

Weitere Daten zum Spiel

Mit einer Willensleistung brachte der starke Bakery Jatta die Hamburger wieder ins Spiel. Energisch setzte der Flügelstürmer gegen den fahrigen Kevin Kampl nach, eroberte den Ball an der Außenlinie und nahm aus 30 Metern mit einem Schlenzer Maß. RB-Keeper Peter Gulacsi war noch dran, doch der Ball schlug zum 1:1 im Kasten der Gäste ein (24.). Starker Auftritt des Gambiers. Es ging hin und her, ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Narey hätte nach einem tollen Pass von Douglas Santos den Zweitligisten sogar in Führung bringen können, wenn nicht müssen. Er legte den Ball am langen Pfosten vorbei (42.). Zudem fand Santos mit einem tükischen Aufsetzer aus der Distanz seinen Meister in Gulacsi (45.). Die HSV-Fans quittierten die engagierte Leistung ihres Teams zur Pause zu Recht mit Applaus.

Janjicic will retten und trifft ins eigene Tor

Die kalte Dusche für den Anhang des Traditionsclubs ließ nach Wiederanpfiff allerdings nicht lange auf sich warten. Kampl setzte Poulsen wunderbar in Szene, der querlegte. Hamburgs Vasilije Janjicic wollte vor dem einschussbereiten Emil Forsberg klären, bugsierte den Ball aber ins eigene Tor - 2:1 für den Bundesligisten (53.). Die erneute Führung gab den Leipzigern Sicherheit. Jetzt setzte sich die größere individuelle Klasse der Gäste durch. Forsberg traf mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 3:1 (72.). Ein Stimmungskiller im Volkspark. Die Hoffnung auf das Pokalfinale war spürbar dahin. Auch, weil der HSV gegen nun abgeklärte Leipziger keinen Druck mehr aufbauen konnte.

Die Luft war einfach raus beim Zweitliga-Zweiten, der sich nun voll und ganz der schwierigen Mission Bundesliga-Rückkehr widmen kann. Die geht bereits am Sonntag mit dem wichtigen Gastspiel bei Verfolger Union Berlin weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 23.04.2019 | 22:40 Uhr

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