Stand: 09.08.2019 21:14 Uhr

Atlas Delmenhorst freut sich aufs "Jahrhundertspiel"

Hätte es vor der Auslosung zur ersten Runde im DFB-Pokal eine Umfrage beim SV Atlas Delmenhorst über den Wunschgegner gegeben, wäre Werder Bremen wohl mit sehr großem Abstand am häufigsten genannt worden. Und manchmal werden Träume tatsächlich wahr. Denn der Fünftligist trifft am Sonnabend (20.45 Uhr / im NDR Livecenter) tatsächlich auf den Nachbarn, und das auch noch im vielleicht ausverkauften Weserstadion. Kein Wunder also, dass die Delmenhorster die Partie als „Jahrhundertspiel“ titulieren.

Ein Schal zeigt die Logos der beiden Mannschaften.

Fünftligist Delmenhorst freut sich auf Werder

Hallo Niedersachsen -

Für den SV Atlas Delmenhorst ist es das Jahrhundertspiel: Das Oberliga-Team trifft im DFB-Pokal auf Werder Bremen. Im Fanshop boomt schon der Verkauf von Atlas-Trikots.

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Bremen und Delmenhorst trennen nur 15 Kilometer

Lediglich 15 Kilometer trennen Delmenhorst und Bremen, Werder-Fans gibt es viele in der niedersächsischen Stadt, auch unter den Atlas-Kickern. Für sie ist das Aufeinandertreffen im Pokal das Highlight ihrer bisherigen Karriere. "Sich auf andere Dinge zu konzentrieren, ist im Moment sehr schwer", sagte Atlas-Kapitän und Werder-Fan Nick Köster. Statt vor einigen Hundert Zuschauern spielt Atlas am Wochenende vor mehr als 40.000 Fans. "Ich denke schon sehr oft an das Spiel. Ich muss mich da schon ermahnen, sonst kann ich gar nicht mehr schlafen", so Verteidiger Leon Lingerski.

Werder-Coach Kohfeldt wuchs in Delmenhorst auf

Vor sieben Jahren spielte Atlas noch in der Kreisklasse Oldenburg-Land. Nach einer Insolvenz und Neugründung fing der Verein ganz unten an. Obwohl der Verein in den 1980er- und 1990er-Jahren bereits drittklassig war, ist die Partie gegen Werder das größte Ereignis der Vereinsgeschichte.

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Gründungsmitglied Bastian Fuhrken hat einen guten Draht zu Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Der Bremer Coach wuchs in Delmenhorst auf und hütete einige Jahre beim TV Jahn Delmenhorst das Tor. Von "epischen Schlachten" oder "alten Rechnungen" gegen den Lokalrivalen kann der 36 Jahre alte Kohfeldt nicht berichten. Dafür stachelte er den Pokal-Gegner etwas an. "Jahn ist der schönste Verein in Delmenhorst", betonte der Werder-Trainer schmunzelnd: "Das wird ein Riesenfußballfest, aber wir werden keine Geschenke verteilen."

Hohe Einnahme ist Atlas sicher

Der Oberligist hatte neben der Prämie für die Teilnahme am DFB-Pokal in Höhe von mehr als 120.000 Euro auch auf den Großteil der Zuschauer-Einnahmen gehofft. Doch Werder spielte nicht mit. Da der Deutsche Fußball-Bund den Delmenhorstern genehmigte, das Match als Gastgeber im Stadion des Pokal-Gegners auszutragen, wird der Club aber trotzdem die erste Runde mit einem dicken Plus beenden. "Es ist wie im Traum", sagte Fuhrken.

Respekt, aber keine Angst vor Werder

Der wird am Sonnabend Realität. "Wir haben natürlich Respekt vor Werder, aber keine Angst", erklärte Torhüter Florian Urbainsky, der bis zur A-Jugend bei Werder von einer Profi-Karriere träumte. Urbainsky schaffte den Sprung nicht und landete damals in der dritten Mannschaft der Bremer. Ebenfalls im Team: Florian Kohfeldt. "Konkurrenten waren wir nicht. Es war klar, dass Florian die Trainerlaufbahn einschlagen wird", sagte der 29-Jährige.

Bürgermeister Jahnz träumt von der zweiten Runde

Delmenhorsts Bürgermeister Axel Jahnz glaubt an eine Überraschung: "Ich bin sehr optimistisch. Die Kleinen haben den Großen immer schon gern ein Bein gestellt. Warum soll das nicht auch im Weserstadion gelingen?", stichelte der bekennende HSV-Fan und wandte sich direkt an die Delmenhorster Spieler: "In einer Woche kommen wir dann wieder zusammen und reden darüber, gegen wen es in der zweiten Runde geht." Daran denkt beim SV Atlas allerdings niemand. "Wir träumen nur bis zum 10. August", sagte Club-Präsident Manfred Engelbart bei einem Besichtigungstermin der gesamten Mannschaft am Spielort. "Dass dieses Spiel überhaupt hier stattfindet, ist schon größer als jeder Traum, den wir jemals hatten."

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 09.08.2019 | 19:30 Uhr

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