Stand: 19.05.2020 11:20 Uhr

Alles beim Alten: Werder Bremen taumelt weiter

Der Re-Start der Fußball-Bundesliga sollte für Werder Bremen zur Initialzündung im Abstiegskampf werden. Doch nach dem 1:4 am Montagabend gegen Bayer Leverkusen herrscht an der Weser Ernüchterung, auch wenn Trainer Florian Kohfeldt "keinen K.o.-Schlag für uns" sehen wollte. Dennoch: Obwohl die Bremer noch ein Nachholspiel im Köcher haben, fehlt die Fantasie für ein Happy-End.

Horrorbilanz im Weserstadion

Allein die Zahlen sprechen gegen Werder: Der Rückstand auf den Relegationsplatz wuchs auf fünf Punkte, auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz fehlen den Norddeutschen schon neun Zähler.

Seit zehn Spielen warten die Grün-Weißen auf einen Sieg im Weserstadion, die Niederlage gegen Leverkusen war bereits die siebte Heimpleite in Serie. Das ist die Bilanz eines Absteigers, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt. Hannover 96 kassierte 2015/2016 ebenfalls sieben Pleiten hintereinander im eigenen Stadion, Tasmania Berlin (1965/1966) und Hansa Rostock (2004/2005) einst sogar noch eine mehr - alle drei mussten runter.

Dass die Trendwende gelingt, ist fraglich: Werders nächster Heimgegner ist am kommenden Dienstag Borussia Mönchengladbach. Der Tabellendritte zeigte sich beim 3:1-Erfolg in Frankfurt in beeindruckender Form.

Kohfeldt sieht dennoch Verbesserungen

Exakt 40 Jahre nach dem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga droht nun erneut der Gang in die Zweite Liga. Damals wie heute sind die Grün-Weißen die Schießbude der Liga. Aktuell sind es 59 Gegentore nach 25 Spielen, auch gegen Leverkusen präsentierte sich die Werder-Defensive nicht bundesligareif, kassierte - wie schon vor der Corona-Pause - Gegentore nach Standards. "Wir waren nicht gut genug, um Punkte zu holen", sagte Kapitän und Abwehrchef Niklas Moisander.

Kohfeldt betonte jedoch, er wolle auch die verbesserten Elemente herauspicken: "Positiv ist, dass wir uns deutlich mehr Torchancen herausgespielt haben. Es ist elementar, das Vertrauen ins Offensivspiel zu behalten", sagte der Coach, dessen Team nach fünf Heimspielen ohne eigenes Tor zumindest zwischendurch mal wieder jubeln durfte. "Mir macht Mut, dass wir uns gegen so eine Mannschaft Chancen herausgespielt haben", unterstrich auch Werder-Sportchef Frank Baumann.

"Ich bleibe dabei, dass Florian für diese Situation, für diese Mannschaft und für diesen Verein der richtige Trainer ist." Werder-Sportchef Frank Baumann

"Wir müssen für uns intern positiv bleiben"

"Wir müssen und wir werden es mental verarbeiten. Wir müssen für uns intern positiv bleiben. Die Hoffnung ist nach wie vor groß", erklärte Kohfeldt, der aber auch weiß: "Die Zeit wird knapp." Nur noch neun Spiele bleiben Werder, um sich zu retten. Nimmt man die jüngsten neun Ligaspiele zum Maßstab, bräuchten die Bremer gar nicht mehr weiter zu spielen. Aus denen holten sie nur vier Punkte. Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz ist aber - wie bereits erwähnt - fünf Zähler entfernt. "Das ist ein Marathonlauf, den wir in den nächsten Wochen zu absolvieren haben und kein Sprint über 90 Minuten", so Baumann. Man werde "alles investieren", um den Klassenerhalt zu schaffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 19.05.2020 | 23:03 Uhr

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