Braunschweigs Felix Kroos (l.) und Jannis Nikolaou sind enttäuscht. © IMAGO / foto2press

"Albtraum" gegen Würzburg - Braunschweig vor dem Abstieg

Stand: 16.05.2021 19:16 Uhr

Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig hatte gegen das Schlusslicht Würzburger Kickers auf einen Befreiungsschlag gehofft. Stattdessen gehen die "Löwen" nach dem 1:2 (0:2) als Vorletzter in den letzten Spieltag.

von Christian Görtzen

BTSV-Trainer Daniel Meyer brachte einige Zeit nach dem Schlusspfiff im NDR Interview die Lage auf den Punkt: "Die Jungs sitzen fassungslos in der Kabine. Das ist der größte Albtraum, dass so ein wichtiges Spiel so laufen kann."

Mit einem Sieg gegen die schon abgestiegenen Kickers wollte sich Eintracht Braunschweig im Kampf um den Klassenerhalt vor dem Saisonfinale eigentlich in eine gute Ausgangsposition bringen. Es kam am 33. Spieltag ganz anders. Aufgrund der verdienten 1:2-Niederlage gegen Würzburg und der Siege der Konkurrenten SV Sandhausen (2:0 gegen Regensburg) und VfL Osnabrück (3:2 gegen den Hamburger SV) droht dem Aufsteiger der direkte Abstieg.

Auf Schützenhilfe angewiesen

"Ich glaube, dass wir uns schon gegen die Niederlage gestemmt haben, dass am Ende aber nicht die nötige Ruhe und Stabilität da waren", sagte Meyer. Sein Team geht mit 31 Punkten in den letzten Spieltag, ist zum Siegen beim HSV verdammt und benötigt Schützenhilfe. Schon mit einem Remis ginge es hinunter in die Dritte Liga, da der Drittletzte Osnabrück mit jetzt 33 Zählern nach Aue reist. Die Chance auf einen Nichtabstiegsrang ist für den BTSV seit Sonntag de facto dahin. Sandhausen hat drei Punkte mehr auf dem Konto und eine um acht Treffer bessere Tordifferenz.

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Braunschweig nach 92 Sekunden im Rückstand

Im Vergleich zum 2:2 bei Fortuna Düsseldorf hatte Meyer zwei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen: Nick Proschwitz und Martin Kobylanski rotierten hinein, Suleiman Abdullahi und Marcel Bär nahmen auf der Bank Platz. Dort wurden sie Zeugen eines Fehlstarts, denn nach gerade einmal 92 Sekunden hieß es schon 0:1 (2). Würzburgs Rolf Feltscher hatte aus rund 35 Metern einen Freistoß weit in den Strafraum der Gastgeber getreten, dort war Marvin Pieringer hochgestiegen und hatte eingeköpft. So einfach, wie es klingt, war es auch auf dem Spielfeld. Die Niedersachsen ließen Pieringer gewähren, vor allem Danilo Wiebe agierte viel zu unentschlossen.

Proschwitz verpasst Ausgleich

"Weiter, weiter, weiter", rief Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic seinen Vorderleuten aufmunternd zu. Und beinahe wäre ihnen auch die perfekte Antwort gelungen. Nach einer herrlichen Außenrist-Flanke von Kobylanski brachte Proschwitz den nicht leicht zu nehmenden Ball zwar volley auf das Tor, doch Würzburgs Keeper Hendrik Bonmann wehrte reaktionsschnell mit dem Fuß (6.) ab. Das war aber nicht mehr als ein kurzes Aufflackern von Angriffslust.

Kessel ungestüm, Foulelfmeter - 0:2

Die schon abgestiegenen Mainfranken waren das gefährlichere Team. In der 17. Minute verhinderte Fejzic noch das 0:2, als er einen Kopfball von Christian Strohdiek über die Latte lenkte. Der nächste herbe Rückschlag für die Norddeutschen war aber nur aufgeschoben. Nachdem Benjamin Kessel im Strafraum ungestüm in den Zweikampf mit Pieringer gegangen war und diesen zu Fall gebracht hatte, gab es zu Recht Strafstoß für die Kickers. Pieringer verlud Fejzic und schoss rechts unten zum 2:0 (19.) ein. Die Gastgeber durften sogar froh sein, dass es nicht noch schlimmer kam. Strohdieks Kopfball ging knapp drüber (26.) - das hätte für die Eintracht schon der Knockout sein können.

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Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Braunschweigs Leistung in der ersten Hälfte war enttäuschend. Die Mannschaft wirkte nervös, schien dem Druck nicht standhalten zu können und kam zu keiner guten Chance mehr. Zur Pause fand sich der BTSV auf einem direkten Abstiegsplatz wieder, da Sandhausen mit 2:0 gegen Regensburg führte und es in Osnabrück zwischen dem VfL und dem HSV 1:1 stand.

Ben Balla bringt Braunschweig neue Hoffnung

Der Wille, es besser machen zu wollen, war den Niedersachsen nach dem Wiederanpfiff anzusehen. Doch es blieb holprig. Nach einer Stunde kam es für die Eintracht noch schlimmer - durch einen Zwischenstand in Osnabrück. Dort war dem VfL das 2:1 gegen Hamburg gelungen. In Braunschweig plätscherte die Partie dahin - bis zur 80. Minute. Dann kehrte bei den "Löwen" die Hoffnung zurück. Yassin Ben Balla kam nach einem Kopfballduell im Strafraum der Gäste an den Ball und schoss diesen flach zum 1:2 ein. Bär wäre kurz darauf fast der Ausgleich gelungen.

Die Eintracht drängte, brachte aber wenig Konstruktives zustande. Die Frustration offenbarte sich schon vor dem Schlusspfiff: Dong-Won Ji sah nach einer Grätsche von hinten die Rote Karte (90. +1). Bald darauf war Schluss, und die Nachricht vom 3:2-Sieg der Osnabrücker vergrößerte noch die Enttäuschung.

33.Spieltag, 16.05.2021 15:30 Uhr

Braunschweig

1

Würzburger K.

2

Tore:

  • 0:1 Pieringer (2.)
  • 0:2 Pieringer (19., Foulelfmeter)
  • 1:2 Ben Balla (79.)

Braunschweig: Fejzic - Wiebe (82. Otto), B. Kessel (36. Bär), Diakhite, Schlüter - Nikolaou - F. Kaufmann (62. Ji), Ben Balla, Kroos (82. Kammerbauer), Kobylanski - Proschwitz (62. Abdullahi)
Würzburger K.: Bonmann - Feltscher (20. Feick), Strohdiek, Kraulich, Ronstadt (56. Hägele) - Meisel, L. Dietz - Munsy (46. Herrmann), Sontheimer, Kopacz (87. Baumann) - Pieringer (87. Nikolow)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 16.05.2021 | 22:50 Uhr

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