Almuth Schult lacht und hat einen Ball im Nacken liegen. © WDR/Guido Rottmann Foto: WDR/Guido Rottmann

ARD-Expertin Schult: "Habe einfach Spaß an der Geschichte"

Stand: 05.07.2021 13:46 Uhr

Almuth Schult darf sich als eine Gewinnerin der Fußball-Europameisterschaft fühlen. Ihre Arbeit als Expertin der ARD wird hochgelobt. Das Geheimnis der kompetenten Torhüterin des VfL Wolfsburg: immer sie selbst bleiben.

Dass sich die 30-Jährige auch vor einem Millionen-Publikum nicht verstellt, zeigte sie schon nach dem deutschen Auftaktspiel gegen Frankreich. Eine Formulierung von Kevin-Prince Boateng ("Mats Hummels ist so lange im Game") löste bei der Zwillingsmutter einen Lachanfall aus, der weder ihr noch den vielen Zuschauern an den Bildschirmen peinlich war. Amüsant, authentisch, kompetent - so analysiert Schult für die ARD die EM-Spiele. Dafür wird sie von allen Seiten gelobt.

Beiträge klar und auf den Punkt

Dabei hatte Schult im Vorfeld "sehr, sehr viel Gegenwind" erwartet, weil "eine Frau über den Männerfußball urteilt". Entsprechend sei sie vor dem ersten Einsatz nervös gewesen - "anders nervös als vor meinen eigenen Spielen. Da war viel Druck drauf." Jetzt, nach gut drei Wochen und regelmäßigen TV-Auftritten, lässt sich festhalten: Der befürchtete Shitstorm ist ausgeblieben.

"Ich möchte, dass gar nicht über Mann oder Frau nachgedacht wird, dass es einfach um die Qualität einer Person geht. Ich glaube, viele Männer haben noch im Kopf, dass Frauen keine Ahnung vom Fußball haben. Es wäre schön, dieses Vorurteil aufzubrechen." Almuth Schult

"Ich habe einfach viel Spaß bei der Geschichte. Das Wichtigste ist, dass ich mich wohl fühle, und wenn es dann anderen Leute gefällt - umso besser", sagte die 30-Jährige. Im Zusammenspiel mit Hertha-Profi Boateng, U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz und Moderator Alexander Bommes sind ihre Beiträge klar und auf den Punkt. Als "Expertin auf allen Ebenen" ("Augsburger Allgemeine") und "komplett ungekünstelte Verbündete" ("Der Spiegel") wird sie gelobt.

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Die Familie hilft

Bedeutender als positive Kritik im Feuilleton sei ihr aber die Meinung ihrer Familie. Und auch die sei zufrieden. "Meine Eltern haben mir beigebracht, flüssig und ohne 'äh' und 'ähm' zu sprechen, und ich bin ganz froh, dass ich das auch live im Fernsehen hinbekomme", sagte Schult. Wichtig sei es, dabei auszublenden, dass Millionen Menschen am Fernseher zugucken.

Darauf wurde Schult wie auch die anderen TV-Experten von der ARD in Schulungen vorbereitet: "Es gibt einen Coach, der mit uns arbeitet. Das ist auch gut so, um einfach die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass man in einer Live-Situation spricht."

Kein Druck, "mich darstellen zu müssen"

Objektivität ist ihr bei der Aufgabe in der ARD wichtig, genauso wie Authentizität. Dabei hilft ihr, dass sie Social Media meidet. "Ich habe keine Millionen Follower und spüre keinen Druck, mich darstellen zu müssen", sagte die 64-malige Nationalspielerin: "Ich kann es so machen, wie es mir an dem Tag passt." Und wenn sie ein Lachanfall packt, dann prustet sie eben einfach drauf los.

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Dieses Thema im Programm:

Sportschau | 06.07.2021 | 21:00 Uhr

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